Mobilfunk & Technik: Was kommt 2020?

12.12.2019 | 12:42

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Traditionell blickt das Beratungshaus Deloitte zum Jahresende nach vorne: Welche Trends zeichnen sich im kommenden Jahr ab? Darüber haben sich auch die Mobilfunk-Analysten von Opensignal Gedanken gemacht.

Wo sind sie, die Trends für 2020? Was den Bereich Telekommunikation betrifft, so haben in den vergangenen Tagen zum Beispiel die Beratungshäuser Deloitte und Opensignal ihre Prognosen abgegeben. Dabei sieht Deloitte ein zunehmendes Verwobensein fünf verschiedener Ökosysteme in den Bereichen Technik, Telekommunikation und Medien: Smartphones, Computer, TV, Rechenzentren, Software und IoT. Zuvor isolierte Marktsysteme wüchsen mehr und mehr zu einem einheitlichen System zusammen, prognostiziert Deloitte.

Was zusammenwächst und -gehört

Die spannendsten Trends für das kommende Jahr sind Deloitte zufolge KI-Chips, 5G-Campus-Netze, Internet aus dem All, Smartphone-Zubehör sowie Hörbücher und Podcasting. Das Beratungshaus erkennt bei diesen Segmenten starke Interdependenzen.

Verivox-Telekommunikationsexperte Eugen Ensinger sieht ebenfalls parallele Entwicklungen: „Der wachsende Markt für Smartphone-Zubehör ist eng verwandt mit dem Boom bei der Vernetzung von Gegenständen – zum Beispiel von Fahrzeugen, Industriemaschinen oder Haushaltsgeräten. Praktische Anwendungen wie etwa das Tracking eines Haustiers befördern das ‚Internet der Dinge‘ vom Nischenmarkt in den Alltag.“

5G: Hohe Datenraten in kleinen Netzen

Der Mobilfunk der fünften Generation darf als Trendthema nicht fehlen – war doch 2019 das Jahr, in dem die Lizenzen für 5G in Deutschland versteigert wurden. Der Ericcson Mobility Report rechnet mit über 80 Millionen 5G-Anschlüssen weltweit im Jahr 2020. In Deutschland befindet sich das 5G-Netz aktuell im Aufbau. Deloitte bezieht sich bei seinen Prognosen vor allem auf private Campus-Netze von Unternehmen. Da sich die im Juni vergebenen 5G-Frequenzen in erster Linie für geringe Entfernungen, aber hohe Kapazitäten eignen, sind sie für eigene Unternehmensnetze geradezu prädestiniert.

Die Analysten von Opensignal weisen beim Thema 5G noch auf weitere Aspekte hin, etwa die Entlastung der 4G-Netze durch 5G. Dies sei zumindest punktuell und für Nutzer mit besonders hohem Datenverbrauch denkbar, aufgrund der begrenzten Reichweite der aktuellen Frequenzen jedoch nicht für eine Mehrheit.

Heterogene Erfahrungen, neue Tarifvielfalt

Insgesamt seien sehr unterschiedliche 5G-Erfahrungen und-Anwendungen zu erwarten, meint Opensignal, und das nicht nur im kommenden Jahr. Bereits im 4G-Netz seien – je nach Frequenz und Einsatzort – deutliche Unterschiede bei der Nutzung zu verzeichnen. Diese Heterogenität treffe auch auf die 5G-Bandbreiten zu; längst sind nicht alle möglichen Frequenzbänder vergeben. Spannend werde, so Opensignal, nicht zuletzt die 5G-Tarifvielfalt – angesichts vielschichtiger Anwendungen und extrem hoher Bandbreiten. Gleichwohl, so die Mobilfunk-Analysten weiter, bleibe 4G wichtig: Nicht nur für die allermeisten Anwender, sondern auch als Basis für manche 5G-Dienste.