Erreichbar an den Feiertagen: Always on oder Digital Detox?

Berlin/Frankfurt am Main – Von wegen "stille Nacht": Auch an den Weihnachtsfeiertagen wollen die meisten nicht auf ihr Smartphone, Tablet oder ihren Laptop verzichten. Andere wünschen sich dagegen Ruhe unterm Weihnachtsbaum, denn schließlich stehen die besinnlichen Feiertage ganz im Zeichen der Familie.

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Bild: Paar mit Smartphone unterm Weihnachtsbaum Bild: © jackfrog/ Adobe Stock / Text: dpa/tmn, Verivox

Immer erreichbar oder digitales Fasten?

Digitales Fasten liegt im Trend. Fast jeder Zweite hat sich schon einmal für ein paar Stunden in der digitalen Enthaltsamkeit geübt, wie eine aktuelle Studie des Digitalverbandes Bitkom ergab. Jeder siebte Befragte gab sogar an, mit diesem Vorhaben gescheitert zu sein.

Doch gerade an den Feiertagen verzichten viele bewusst darauf, immer und überall erreichbar zu sein. Denn so hat man nicht nur mehr Ruhe, sondern auch mehr Zeit für die Liebsten. Besonders beim gemeinsamen Essen steht für viele nicht der Dauerbegleiter Smartphone im Mittelpunkt, sondern die Familie. Online ist dann nur, wer die weit entfernt lebenden Verwandten per Skype und Co. hinzuschaltet.

Finger weg vom Handy – auch für Kinder sinnvoll

Doch was, wenn unterm Weihnachtsbaum ein neues Smartphone oder ein Tablet liegt und der Nachwuchs diesen partout nicht mehr aus der Hand legen will? Wer seine Kinder mit digitalen Geschenken verwöhnt, kann für die Nutzung klare Regeln aufstellen. Weihnachtsgeschenke werden beispielsweise nur in einem bestimmten Zeitraum ausprobiert. Beim gemeinsamen Essen oder beim Filmschauen kann die Regel lauten: Handy, Tablet oder Laptop haben Pause.

Drei Viertel der Berufstätigen sind über Weihnachten erreichbar

Viele Berufstätige können das Handy oder den Laptop dagegen nicht einfach so ausmachen. Nur etwa jeder Vierte (27 Prozent) schaltet an den Feiertagen komplett ab. Drei Viertel sind auch über die Weihnachtsfeiertage dienstlich erreichbar. Das geht aus einer aktuellen Umfrage von Bitkom Research hervor. Zwei Drittel sind telefonisch (65 Prozent) oder über einen Messenger-Dienst wie Whatsapp (65 Prozent) erreichbar. Und mehr als die Hälfte der Beschäftigten (55 Prozent) schaut auch Weihnachten und Neujahr in die beruflichen E-Mails.

Häufigster Grund für die Erreichbarkeit: Der Chef erwartet es. Pflicht wird es dadurch aber eigentlich nicht. Denn Arbeitgeber können ihre Mitarbeiter nicht dazu verdonnern, im Urlaub oder an Feiertagen erreichbar zu sein. Darauf weist der Bund-Verlag in seinem Blog für Betriebsräte hin. Das ändert sich auch nicht durch eine Klausel im Arbeitsvertrag, die Arbeitnehmer im Urlaub zum Beispiel zum Abhören der Mailbox verpflichtet: Solche Regelungen seien in den meisten Fällen unzulässig.

An der Umfrage haben 531 Berufstätige ab 14 Jahren teilgenommen. Die Fragen lauteten: "Sind Sie an Weihnachten, zwischen den Jahren und Neujahr beruflich per E-Mail, telefonisch oder per Kurznachricht erreichbar, sofern Sie Urlaub haben?" und "Warum sind Sie im Urlaub erreichbar?"

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