Ende der 5G-Auktion: Grünes Licht für mehr Wettbewerb

Heidelberg – Der Einstieg von 1&1 Drillisch als vierter Mobilfunknetzbetreiber dürfte den deutschen Markt nachhaltig verändern. Die Vorzeichen im Vergleich zum Einstieg von E-Plus vor 25 Jahren könnten unterschiedlicher nicht sein, so eine aktuelle Analyse des Vergleichsportals Verivox.

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Bild: Smartphone: Musik über Kopfhörer Bild: ©Viacheslav Iakobchuk / Adobe Stock / Text: Verivox

„E-Plus reloaded“ wird es nicht geben

E-Plus war 1994 als vierter Netzbetreiber auf dem deutschen Mobilfunkmarkt eingestiegen und betrieb das Netz bis zur Übernahme durch Telefonica 2014. Trotz mancher innovativen Tarifidee blieb der große Wurf jedoch aus. E-Plus schwamm mit vielen Zweitmarken auf der Discounter-Welle mit, größere Veränderungen bewirkten die Düsseldorfer nicht.

„Drillisch wird eine komplett andere Rolle spielen als damals E-Plus. Sie haben alle Möglichkeiten, dem deutschen Mobilfunkmarkt mit modernen, kundenorientierten Preismodellen neue Impulse zu geben“, sagt Jens-Uwe Theumer, Telekommunikationsexperte bei Verivox. "Jedoch ist der hohe Preis der Lizenzen ein Wermutstropfen. Deshalb werden alle beteiligten Unternehmen deutlich weniger Spielraum haben - auch bei den Tarifmodellen. Eine Reinvestition der eingenommenen Milliarden in ein 5G-Infrastrukturprojekt wäre sinnvoll."

Start ohne Kompromisse möglich

Anders als E-Plus verfügt 1&1 Drillisch schon zum Netzstart über viele Jahre Erfahrung und einen beträchtlichen Kundenstamm. Größter Unterschied dürfte jedoch der Start von der „grünen Wiese“ sein: „Mit der 5. Mobilfunkgeneration startet eine vollkommen neue Technik – mit immensen Chancen, ohne Rücksicht auf bestehende Systeme nehmen zu müssen. Drillisch kann den Mobilfunkstandort Deutschland nachhaltig verändern und spürbar an der Preis-Leistungs-Schraube drehen“, so Theumers Einschätzung.

Abhängigkeiten verringern sich

Der Aufbau eines eigenen Netzes ist für 1&1 Drillisch zwar mit Kosten für den Aufbau der Infrastruktur verbunden, aber auch mit verringerten Abhängigkeiten: Mit jedem eigenen Mast sinken die an Wettbewerber zu zahlenden Abgaben – laut  Dommermuth jährlich 500 Millionen Euro. Ebenso wichtig: Mit einem autarken Netz kann Drillisch eigene Produkte auf den Markt bringen – unabhängig von Vorleistungsprodukten der Konkurrenz. „Das gilt nicht nur für den klassischen Mobilfunk: Mit den jetzt ersteigerten Frequenzen wäre in Ballungszentren auch ein Festnetz-Ersatzangebot möglich, um DSL-Kunden ins neue, eigene Netz zu ziehen“, sagt Jens-Uwe Theumer.

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