Deutsche Umwelthilfe und Bundestagsabgeordnete sammeln Althandys

22.01.2020

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Aktuell sollen 124 Millionen alte Handys ihr Dasein in der sprichwörtlichen Schublade fristen. Dabei könnte man die Geräte wiederaufbereiten oder zumindest recyceln und wertvolle Rohstoffe daraus gewinnen. Deshalb startet die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gemeinsam mit einer Reihe von Bundestagsabgeordneten eine Sammelaktion.

Durch Wiederaufbereitung und Recycling CO2 sparen

Die aktuelle Aktion macht darauf aufmerksam, dass Handys, Smartphones und Tablets möglichst lange genutzt und fachmännisch entsorgt werden sollten. Jedes gesammelte Gerät werde geprüft und wenn möglich zur Wiederverwendung aufbereitet. Seien die eingesammelten Geräte nicht dafür geeignet, würden enthaltene Rohstoffe durch einen zertifizierten Recycler zurückgewonnen und Schadstoffe umweltgerecht behandelt. Mit den Erlösen der Handysammlung will die DUH Umweltschutzprojekte in Deutschland unterstützen.

Oft werden Handys maximal drei Jahre genutzt

"Handys sind zu einem Symbol unserer Wegwerfgesellschaft geworden. Jedes Jahr wandern etwa 22 Millionen neue Geräte über die Ladentheke. Meist werden die Handys nur zwei bis drei Jahre genutzt. Dabei gehen mit deren Herstellung ein enormer Ressourcenverbrauch und hohe CO2-Emissionen einher," sagt die Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH, Barbara Metz. Bereits ein Smartphone, das aus der Schublade geholt und erneut verwendet werde, spare 14 Kilogramm Ressourcen und 58 Kilogramm Treibhausgasemissionen. Würden alle "Schubladenhandys" wiederverwendet, könnten nach Einschätzung der DUH bis zu 7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.

Wo kann man Althandys abgeben?

Bis Ende Februar können Verbraucher ihre alten Handys in mehr als 30 Regional- und Wahlkreisbüros von Bundestagsabgeordneten der SPD, der GRÜNEN und der LINKEN abgeben. Auf der Webseite HandysfuerdieUmwelt.de wird eine fortlaufende Liste der teilnehmenden Abgeordneten geführt. Weitere Mitglieder des Bundestages, Behörden und Verbraucher können sich der Sammelaktion anschließen und zur Spende ausgedienter Mobiltelefone aufrufen. Natürlich können Verbraucher und Unternehmen alte Handys auch jederzeit direkt an die Deutsche Umwelthilfe schicken. Eine Anleitung gibt es ebenfalls auf der Webseite.

Für mehr Nachhaltigkeit in der Handyproduktion

Damit Handys länger genutzt werden, setzt sich die DUH außerdem für die Festlegung verbindlicher Ökodesign-Standards und ein Recht auf Reparatur ein. So sollten Hersteller Akku und Display einfach austauschbar und Ersatzteile sowie Software-Updates für mindestens sieben Jahre nach Produktionsende verfügbar machen. Zudem könnte ein Pfandsystem die umweltgerechte Sammlung alter Handys und anderer batteriebetriebener Elektrogeräte deutlich verbessern. Aktuell werde mehr als die Hälfte der jährlich in Deutschland anfallenden 1,8 Millionen Tonnen Elektroschrott illegal entsorgt oder exportiert.