Deutsche horten mehr als 200 Millionen Alt-Handys zu Hause

31.03.2021 | 16:27

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Sich von ausrangierten Mobiltelefonen zu trennen, kommt für viele Handynutzer anscheinend nicht in Frage. 57 Prozent bewahren mehr als drei alte Smartphones oder Handys zu Hause auf. Insgesamt schlummern in den Haushalten der Bunderepublik 206 Millionen alte Geräte. Das ergab eine Berechnung des Digitalverbands Bitkom auf Basis einer repräsentativen Umfrage unter 1.005 Menschen in Deutschland ab 16 Jahren.

Anzahl der Alt-Handys nimmt weiter zu

Die Anzahl der Altgeräte in Privathaushalten hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt – damals waren es noch 100 Millionen Alt-Geräte, die zu Hause in Schränken und Schubladen verwahrt wurden. 83 Prozent der Bundesbürger haben mindestens ein ungenutztes Mobiltelefon zu Hause. 24 Prozent gaben an, zwei ausrangierte Geräte aufzubewahren. Die Mehrheit (57 Prozent) hortet sogar drei oder mehr Alt-Handys. "Die Zahl der Althandys in deutschen Haushalten ist in den vergangenen Jahren massiv gewachsen," sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Im Sinne einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft ist es jedoch wichtig, dass auf Dauer ungenutzte Geräte möglichst bald wiederverwendet oder fachgerecht verwertet werden."

Viele behalten Altgeräte aus Angst um ihre Daten

Fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten behalten ihre alten Smartphones oder Handys aus Sorge davor, dass ihnen die eigenen Daten gestohlen werden. 42 Prozent wollen einfach nur ein Ersatzgerät auf Lager haben, falls das aktuell genutzte Hauptgerät Schaden nimmt. 35 Prozent finden den Aufwand zu hoch, den eine Entsorgung oder der Verkauf mit sich bringen. 27 Prozent finden es zu kompliziert, Fotos und Daten vorab zu sichern. 15 Prozent wissen schlicht nicht, welche sicheren Entsorgungsmöglichkeiten es für Altgeräte gibt.

Mehrheit ist gegen Pfandgebühr für Handys

Ob eine Pfandgebühr für Handys den Anteil der zurückgegebenen Geräte erhöhen würde, beurteilen viele Verbraucher kritisch. Mehr als jeder zweiter Handynutzer (53 Prozent) ist gegen ein solches Handypfand – 43 Prozent befürworten es. Käufer würden beim Gerätekauf einen höheren Preis zahlen und diesen bei der Rückgabe des Gerätes wieder zurückerhalten.

Zusätzlich spielt auch die Pfandsumme eine Rolle. 45 Prozent betrachten 25 Euro als Anreiz, das Gerät zurückzugeben – diese Summe wurde auch von den Grünen in die Diskussion eingebracht. Fast jeder fünfte Smartphone-Nutzer (19 Prozent) würde sein Gerät jedoch unabhängig von der Höhe der Pfandsumme gar nicht zurückgeben.