Wer heute mit dem Smartphone im Internet surft, der denkt nur noch selten an die Anfangszeiten der Internetnutzung via Telefon zurück. Ende der 1990er-Jahre ermöglichte WAP vielen Nutzern in Deutschland, Inhalte aus dem World Wide Web auf dem kleinen Display ihrer Handys zu lesen und Nachrichten zu versenden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist WAP?
  3. Welche Funktion hatte WAP?
  4. Die Konkurrenz von WAP
  5. WAP: kein Erfolgsmodell
  6. Nachfolger von WAP
  7. Aktuelle Königsklasse im Mobilfunkstandard
  8. Verwandte Themen
  9. Weiterführende Links
  10. Mobiles Internet Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Durch den Übertragungsstandard WAP wurden große Datenmengen aus dem Internet auf Mobilfunkgeräten komprimiert dargestellt.
  • WAP setzte sich aufgrund der geringen Übertragungsraten und hohen Kosten nicht durch.
  • Aktuelle Standards sind 3G und 4G beziehungsweise LTE.

Was ist WAP?

Genauer gesagt muss die Überschrift wohl lauten: "Was war WAP?", denn heute wird das Wireless Application Protocol kaum noch genutzt. In den 2000er-Jahren bestand eine der technologischen Herausforderungen darin, große Mengen Daten aus dem Internet auf die kleinen Bildschirme von Mobilfunkgeräten zu übertragen. Nicht nur die Displaygröße war dabei ein Problem, sondern auch die vergleichsweise geringe Rechenleistung der Endgeräte. WAP stellte damals eine solide Lösung dar, weil es eine Sammlung an Technologien und Protokollen beinhaltete, die Webseiten-Inhalte auf Handys ermöglichte. Die Übertragung war schneller und dadurch kostengünstiger als andere damals verfügbare Optionen.

Welche Funktion hatte WAP?

Die Daten aus dem Internet trafen auf einen sogenannten WAP-Gateway, der deren Menge verkleinerte. Anstatt der textbasierten Auszeichnungssprache HTML, die für Webseiten benutzt wird, kam bei WAP die sogenannte Wireless Markup Language zum Einsatz. WML stellt gekürzte Fassungen von HTML bereit. In der Regel wurden auf den kleinen Bildschirmen der Mobilfunkgeräte keine Bilder oder Videos wiedergegeben. Aufgrund des reduzierten Inhalts sank der Datenverbrauch und die Übertragungsgeschwindigkeit stieg. Die Weiterentwicklung WAP 1.2 bot eine Push-Funktion, über die beispielsweise Klingeltöne heruntergeladen oder MMS verschickt werden konnten. WAP 2.0 bot Handys die Option, auch auf HTML-Seiten zuzugreifen. Diese bildete es in der Regel im reduzierten XHTML-Format ab.

Die Konkurrenz von WAP

Der bekannteste Mitbewerber von WAP war i-mode. Das japanische Unternehmen NTT DOCOMO gründete den Datendienst. Im Gegensatz zu WAP bot i-mode bereits in der ersten Version einen größeren Funktionsumfang, beispielsweise bildete es Farben ab. Als Programmiersprache nutzte es IHTML, eine Unterform vom HTML. Mit i-mail konnten Mobiltelefone Nachrichten senden und empfangen. Zusätzlich eröffnete sich dem Nutzer ein breites Angebot mit Services wie:

  • Nachrichten
  • Chat
  • Routenplaner
  • Dating
  • Spiele
  • Erotik

In Deutschland nutzte einzig der Netzbetreiber E-Plus den Datendienst zwischen den Jahren 2002 und 2008. Obwohl die Dienste viel umfangreicher als bei WAP ausfielen und i-mode international einige Jahre Verwendung fand, konnte sich i-mode in der Bundesrepublik nicht durchsetzen.

WAP: kein Erfolgsmodell

Ähnlich wie i-mode erging es auch WAP. Zwar nutzten die Mobilfunkriesen Ericsson, Motorola, Nokia und Unwired Planet den Dienst, dennoch setzte er sich langfristig nicht durch. Das lag vor allem an den hohen Kosten, die im Jahr 1999 bei rund 0,20 Euro pro Minute lagen. Gleichzeitig war die Übertragungsrate mit 9,6 Kilobits pro Sekunde sehr gering. Technische Verbesserungen folgten in den Jahren darauf in Form von General Pocket Radio Service, kurz GPRS, und HSDPA. Nutzer von WAP konnten nicht auf diese schnelleren Übertragungsmöglichkeiten zugreifen. Auch die Einführung von Pauschaltarifen verhinderte das Abwandern der Kunden auf günstigere und schnellere Dienste nicht.

Nachfolger von WAP

Nach WAP kamen die zweite Generation 2G und die dritte Generation 3G der Mobilfunkstandards auf den Markt. Die Übertragungsraten sind dabei folgende:

  • 2G: bis zu 220 Kilobits pro Sekunde
  • 3G: bis zu 42,2 Megabits pro Sekunde

2G ist normalerweise der Standard, bei dem Sie mit gedrosseltem Datenvolumen surfen. 3G ist in der Bundesrepublik Deutschland nahezu flächendeckend vorhanden. In rund 90 Prozent des Landes besteht 3G-Empfang. Die Geschwindigkeit ist dabei ausreichend zum Surfen und online Spielen. Die Preise der Mobilfunkverträge mit 3G-Internetgeschwindigkeit fallen günstig aus. Allerdings ist seitens der Anbieter kein weiterer Ausbau des Netzes geplant.

Aktuelle Königsklasse im Mobilfunkstandard

Die vierte Generation der Mobilfunkstandards bietet mit bis zu 500 Megabits pro Sekunde die schnellste Übertragungsrate. 4G wird alternativ auch LTE genannt. Dank geringer Latenzzeiten laden Webseiten extrem schnell. Die Anbieter forcieren den Ausbau von LTE stark, weshalb sich die Netzabdeckung stetig verbessern wird. Da sich derzeit nur vergleichsweise wenige Nutzer im 4G-Bereich bewegen, fällt die Bandbreite höher aus. Die nächste Generation, 5G, ist wiederum deutlich schneller. Hier werden Übertragungsraten von bis zu 10 Gigabit pro Sekunde erreicht.

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