Die Abschaltung des Mobilfunkstandards 3G (UMTS) steht bevor. Bereits 2020 gehen erste Stationen vom Netz. Kunden mit UMTS-Verträgen sollten umsteigen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ab 2020 wird das 3G-Netz voraussichtlich an immer mehr Standorten abgeschaltet.
  • Kunden ohne 4G-Vertrag können dann bestenfalls noch im Schneckentempo surfen.
  • Über 50 Prozent der Mobilfunknutzer in Deutschland sind betroffen.
  • Das alte 2G-Netz bleibt für den SMS-Versand sowie für Sprachtelefonie erhalten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist der Hintergrund?
  3. Was passiert jetzt?
  4. Welche Kunden sind betroffen?
  5. Nicht jeder Vertrag garantiert denselben Standard
  6. Wie erkenne ich, ob ich 4G nutzen kann?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Jetzt Handytarife vergleichen

Was ist der Hintergrund?

Die dritte Mobilfunkgeneration 3G, auch UMTS genannt, wird eigentlich nicht mehr benötigt. Schon jetzt ist der nächsthöhere Standard (4G oder LTE) besser ausgebaut als es 3G jemals war. Zudem ermöglicht 4G deutlich höhere Bandbreiten und damit schnellere Downloads und auch bessere Sprachqualität beim Telefonieren. Abgeschaltet wird 3G aber in erster Linie deshalb, weil auf den digitalen Frequenzbändern nicht unbegrenzt Platz ist. Dort drängeln sich Frequenzen für Radio, für digitales Fernsehen und für verschiedene Mobilfunk-Anwendungen. Die Netzagentur vergibt die Frequenzen nicht unbegrenzt, sondern teilt sie für einen bestimmten Zeitraum zu. Auch im Juni 2019 wurden wieder Frequenzen versteigert – für den neuen Mobilfunkstandard 5G, also die fünfte Generation. Für 5G soll nun 3G Platz machen.

Was passiert jetzt?

Schon seit einiger Zeit werden neu aufgestellte Mobilfunkmasten nicht mehr mit 3G bestückt. Beibehalten wird der ältere Standard 2G (GSM). 2G ist zwar noch langsamer als 3G, bleibt aber als Fallback für Sprachtelefonie und für den SMS-Versand. Mit 2G werden maximal solche Geschwindigkeiten erreicht, wie wir sie heute nach Verbrauch des Highspeed-Volumens kennen, wenn wir heruntergebremst werden. Mit 2G sind Telefonate möglich und der Versand kleiner Nachrichten, ein Surfen nach heutigem Standard oder gar der Download eines Videos aber nicht. Selbst mit 3G ist mobiles Surfen mitunter schon heute schwierig, insbesondere in ländlichen Regionen.

Welche Kunden sind betroffen?

Alle Mobilfunknutzer ohne 4G-Vertrag oder -Hardware können voraussichtlich spätestens ab 2021 kaum noch mobil surfen, wahrscheinlich schon früher. Die Telekom garantiert in ihren Verträgen eine 3G-Nutzung nur bis Ende 2020, Vodafone hat eine Abschaltung für 2020 oder 2021 angekündigt. Von Telefonica/O2 gibt es bislang keine konkreten Aussagen, es ist jedoch von einem ähnlichen Abschaltungszeitraum auszugehen. Betroffen sind laut aktuellen Zahlen der Bundesnetzagentur 53 Prozent aller Handyverträge in Deutschland. Das sind nicht nur Altverträge: Auch heute werden noch Tarife ohne 4G-Nutzungsmöglichkeit angeboten. Zuvor hatten die Netzbetreiber einige Jahre lang das schnelle LTE-Netz nur ihren eigenen Kunden zur Verfügung gestellt, den Kunden günstiger Discount-Verträge hingegen nicht – oder erst deutlich später.

Nicht jeder Vertrag garantiert denselben Standard

Mobilfunk gibt es in ganz unterschiedlicher Qualität. Anders als beispielsweise bei Strom, der unabhängig vom Vertrag stets in gleicher Qualität beim Kunden ankommt, garantieren nicht alle Mobilfunkverträge den gleichen Standard. So bringt ein 3G-Vertrag maximal 3G-Geschwindigkeit, ermöglicht jedoch nicht die Nutzung des höherwertigen 4G-Netzes. Doch auch innerhalb des 4G-Netzes können die erreichbaren Geschwindigkeiten unterschiedlich sein. Meist gilt: Je mehr Bandbreite und je mehr Datenvolumen ich erhalte, desto teurer ist mein Vertrag – und desto mehr kann ich mit meinem Tarif anfangen. Auch das verwendete Endgerät muss zum Netz passen: Wenn das Smartphone nicht 4G-tauglich ist, verpufft der beste Tarif. Denn auch heute sind noch etliche ältere Handys oder Tablets im Umlauf, die nicht für den LTE-Netzstandard ausgelegt sind.

Wie erkenne ich, ob ich 4G nutzen kann?

Wer mit 4G surft, sieht im Display des Geräts „4G, „LTE“ oder „LTE+“. Die Kürzel „3G“, „H“ oder „H+“ zeigen an, dass der niedrigere 3G-Standard genutzt wird. Die Anzeige kann je nach Gerät unterschiedlich ausfallen. Wer nicht sicher ist, ob sein (älteres) Gerät 4G-tauglich ist, findet Infos dazu in der verwendeten Software. Ein Blick in die Vertragsbedingungen des Tarifs ist nur bedingt hilfreich, weil manche Anbieter 4G/LTE für ihre Kunden nachträglich freigeschaltet haben. Verträge mit hohem Datenvolumen und vielleicht sogar Streaming-Optionen werden längst im LTE-Netz aufgesetzt. Bei preisgünstigen Discount-Verträgen mit niedrigem Datenvolumen ist die LTE-Nutzung nicht immer möglich. Wer heute maximal mit 3G/UMTS surfen kann, sollte in einen 4G-tauglichen Tarif umsteigen.

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