Überschwemmungen, Waldbrände, Bombenfunde – all das und noch mehr sind Gefahren, bei denen ein Frühwarnsystem Menschen helfen kann, rechtzeitig zu reagieren und sich in Sicherheit zu bringen. Aus diesem Grund hat das Fraunhofer-Institut FOKUS in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Versicherern das Warnsystem KATWARN konzipiert. Wie es genau funktioniert und wer es nutzen kann, wird im Folgenden erläutert.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist KATWARN?
  3. Wie funktioniert KATWARN?
  4. Welche Funktionen besitzt KATWARN?
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Mobiles Internet Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • KATWARN ist ein Frühwarnsystem bei schweren Unwettern und anderen Gefahren.
  • Warnungen für den aktuellen Aufenthaltsort sind über die kostenlose App, per SMS oder per E-Mail möglich.
  • Alle Meldungen stammen direkt von den zuständigen Behörden und Organisationen.

Was ist KATWARN?

KATWARN ist ein Warnsystem, das offizielle Gefahrenmeldungen der Behörden und Sicherheitsorganisationen samt Verhaltensempfehlungen an Bürger weiterleitet, die KATWARN nutzen. Verschickt werden unter anderem Wetterwarnungen und Benachrichtigungen bei drohenden Umweltkatastrophen. Das System leitet ausschließlich Meldungen aus offiziellen Quellen an den Nutzer weiter. Dieser erfährt aus den Warnungen, wann und wo genau Gefahren drohen.

KATWARN arbeitet mit Textinformationen, Karten und Symbolen. Ein grünes Symbol bedeutet, dass keine Warnung vorhanden ist, ein blaues zeigt sicherheitsrelevante Informationen an und alle roten Symbole stellen Warnmeldungen dar. Warnsymbole existieren unter anderem für:

  • Bombenfunde
  • kerntechnische Störfälle
  • Chemieunfälle
  • Pandemien
  • Deichbrüche
  • Schadstoffunfälle an der Küste
  • Explosionen
  • Extremwetter
  • Stromausfälle
  • Flugzeugabstürze
  • Sturmfluten
  • Gasleitungsdefekte
  • Trinkwasserunfälle
  • Großbrände
  • Waldbrände
  • Hochwasser
  • Zugunfälle

Wie funktioniert KATWARN?

In erster Linie ist KATWARN als App gedacht. Die App eignet sich für Smartphones mit Android- und Windows-Betriebssystem sowie für iPhones. Der Download im jeweiligen App-Store ist kostenlos. Der Nutzer bekommt alle relevanten Meldungen je nach Einstellung sofort nach der Veröffentlichung als Push-Nachricht auf das Smartphone.

Wer kein Smartphone besitzt oder auf die Installation der App verzichten möchte, kann den KATWARN-Service auch per SMS oder E-Mail nutzen. Dieser Service ist ebenfalls kostenfrei und funktioniert wie folgt:

  • SMS mit der entsprechenden Postleitzahl und bei Bedarf der E-Mail-Adresse an die Servicenummer senden
  • Beispiel: SMS mit Text "KATWARN 10115" oder "KATWARN 10115 [email protected]" an 0163 75 58 84 2 senden

Bei erfolgreicher Registrierung erhält der Nutzer eine Bestätigungs-SMS; anschließend werden bei Gefährdungslagen die aktuellen Warnmeldungen für die in der SMS angegebene Postleitzahl verschickt. Um zwischendurch den Status für das registrierte Gebiet abzufragen, reicht eine SMS mit dem Text "KATWARN Status" an die obige Servicenummer. Um KATWARN wieder zu deaktivieren, genügt eine SMS an dieselbe Nummer mit dem Text "KATWARN AUS". Eine Auskunft über einen persönlichen Anruf ist nicht möglich. Die Servicenummer ist ausschließlich zum Empfang von Kurznachrichten und nicht von Sprachanrufen gedacht.

Welche Funktionen besitzt KATWARN?

Das Warnsystem KATWARN verfügt über eine Vielzahl an Funktionen, dazu gehören:

  • Ortswarnungen: Für die App ist vor allem der aktuelle Standort entscheidend. Mit der sogenannten "Schutzengel-Funktion" in der App bekommt der Nutzer standortgenaue Meldungen. Die Entwickler der App versprechen zudem, dass die Schutzengel-Funktion schonend zum Akku ist und alle Nutzerdaten sicher verwaltet werden. Ein Bewegungsprofil wird nicht erstellt und persönliche Daten werden nicht erfasst. Bis zu sieben weitere favorisierte Standorte können in der App festgelegt werden, für die der Nutzer ebenfalls aktuelle Warnmeldungen erhält. Alle Meldungen kann er online mit anderen teilen, zum Beispiel via Twitter.
  • Themenwarnungen: In der App können für bestimmte Anlässe – unter anderem für Festivals, Konzerte, Messen und viele weitere Freizeitveranstaltungen – Sicherheitsmeldungen standortunabhängig abonniert werden. So erhält der Nutzer zum Beispiel bereits während der Anreise zu einer Veranstaltung Informationen zu Sperrungen oder Störungen.
  • Flächenwarnungen: Die Entwickler von KATWARN planen, das Warnsystem zukünftig mit diversen digitalen Technologien zu verknüpfen, um Menschen bei Gefahr flächendeckender zu erreichen. So sollen beispielsweise Werbeschilder an öffentlichen Plätzen oder die Bordelektronik von öffentlichen Verkehrsmitteln KATWARN-Meldungen übertragen.
  • Internetwarnungen: Offizielle Meldungen auf regionalen Websites sollen helfen, mehr Menschen zu erreichen. Dazu müssen Website-Betreiber eine Anzeige mit allgemeinen Informationen über KATWARN auf ihren Seiten einbauen. Der jeweilige Betreiber entscheidet, ob diese auf eine bestimmte Region, ein Bundesland oder das gesamte Bundesgebiet ausgelegt sein soll. Droht Gefahr, schaltet die allgemeine Anzeige automatisch auf die aktuelle Warnmeldung um. Nachrichtenredaktionen bietet KATWARN an, Warnungen unverzüglich selbst in deren System einzupflegen. Das spart Zeit und Aufwand. Eine Anmeldung dafür ist über [email protected] möglich.
  • Nationale und internationale Warnungen: In der App ist neben einer ortsgebundenen Übersicht auch ein Überblick über vorhandene Gefahren in Landkreisen, Städten, Bundesländern, Stadtstaaten und dem gesamten Bundesgebiet integriert. Selbst internationale Abfragen sind möglich.
  • Persönlicher Testalarm: Bereits im Vorfeld steht es dem Nutzer frei, auf seinem Smartphone auszuprobieren, wie der Alarm im Notfall aussieht und wie er sich anhört.

Nützlich zu wissen: Verhaltensanweisungen vor Ort, zum Beispiel durch die Feuerwehr oder Polizei, haben immer Vorrang vor den Anweisungen in der App. Nutzer der KATWARN-Services sollten zudem bedenken, dass es bei Unwettern zu Stromausfällen, überlasteten Mobilfunknetzen und damit zu Verzögerungen bei den Benachrichtigungen kommen kann.

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