Der Shar Pei: ein chinesischer Kampfhund?

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In Hundeforen gibt es immer wieder User, die fragen, ob es sich beim Shar Pei um einen Kampfhund handelt. Diese Frage ist vor allem deshalb von Bedeutung, da für sogenannte Listenhunde spezielle Vorschriften gelten. Doch trifft dies auch auf die Rasse Shar Pei zu? Der nachfolgende Ratgeber beantwortet diese Frage und erläutert außerdem die Charakteristik des Shar Peis.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Shar Pei ist eine uralte chinesische Hunderasse, die ursprünglich zum Hüten von Tieren, zum Jagen und als Wachhund zum Einsatz kam.
  • Da der Shar Pei auf keiner Rassenliste auftaucht, gelten die Tiere nicht als Listenhunde, weshalb Halter keine Probleme mit den Behörden befürchten müssen.
  • Hunde der Rasse Shar Pei sind nicht nur intelligent, sondern auch eigensinnig, weswegen sie einen erfahrenen, souveränen Halter benötigen.
  • Eine Tierhaftplicht ist den Besitzern eines Shar Peis zu empfehlen, in einigen Bundesländern ist sie sogar verpflichtend.

Was ist ein Shar Pei?

Der Shar Pei – oft auch Shar-Pei geschrieben – ist eine sehr alte, ursprünglich aus China stammende Hunderasse, die auch unter der Bezeichnung „Chinesischer Faltenhund“ bekannt ist. Die Ursprünge der Rasse reichen circa 2.000 Jahre zurück, entsprechende Züchtungen gab es bereits in der Han-Dynastie (206 vor Christus bis 220 nach Christus). In der damaligen Zeit hielten sich vor allem Bauern Shar Peis, vornehmlich als Wach-, Hüte- und Jagdhunde.

Während der Kulturrevolution war die Haltung von Haushunden in China unerwünscht. Infolgedessen starb die Rasse in den 1970er-Jahren fast aus. Da Amerikaner einige Exemplare in die USA exportierten, konnten sich die Bestände mittlerweile erholen. Für den Rassestandard ist die Fédération Cynologique Internationale (FCI) – der bedeutendste Züchterverband – verantwortlich.

Ist der Shar Pei ein Kampfhund?

In der Vergangenheit fand der Shar Pei auch als Kampfhund Verwendung. Dieser Umstand geht auf die Besetzung von Teilen des chinesischen Reiches durch die Engländer zurück. Da sich Hundekämpfe im Vereinigten Königreich damals großer Beliebtheit erfreuten, mussten die Tiere in Schaukämpfen gegen europäische Hunderassen antreten. Damit dürfte sich auch erklären, weshalb Medien den Shar Pei häufiger als Kampfhund oder chinesischen Kampfhund bezeichnen. Allerdings entspricht dieses Bild nicht der Realität, da die Vierbeiner für gewöhnlich ein ruhiges Gemüt besitzen.

Für die Haltung eines Tieres dieser Rasse ist es eher von Bedeutung, ob es sich beim Shar Pei um einen Listenhund handelt. Zum aktuellen Zeitpunkt [Stand August 2020] befindet sich diese Hunderasse auf keiner Rasseliste. Demzufolge ist es problemlos möglich, einen Shar Pei zu erwerben, zu halten oder zu züchten.

Besonderer Hinweis:

Viele Experten kritisieren das System der Rasselisten, da sie der Meinung sind, dass Probleme mit Hunden in der Regel auf Fehler bei der Haltung und nicht auf die Rasse zurückgehen.

Die Charakteristik des Shar Peis

Wer über den Erwerb eines Shar Peis nachdenkt, sollte im Vorhinein wissen, was diese Hunderasse ausmacht. Details zum Erscheinungsbild, zum Wesen und zur Haltung der Tiere können Sie in den folgenden Abschnitten nachlesen.

Erscheinungsbild

Hunde der Rasse Shar Pei kommen auf eine Widerristhöhe von 44 bis 51 Zentimetern, sie erreichen ein Gewicht zwischen 18 und 28 Kilogramm. Das charakteristische Merkmal der Hunderasse sind die über den kompletten Körper verteilten Hautfalten und -lappen, die jedoch bei ausgewachsenen Tieren nachlassen und dann nur noch am Kopf und der Schulter erkennbar sind. Als typisch für den Shar Pei gelten außerdem seine platte Schnauze und die kleinen Ohren.

Das Fell der Tiere ist stets einfarbig – also weder gefleckt noch gepunktet – und kann alle Farben außer Weiß haben. Der Rassestandard erlaubt jedoch eine dunklere Schattierung des Rückens und der Ohren. Es gibt Vertreter dieser Rasse mit einem kurzen, eng am Körper anliegenden Fell sowie Tiere mit borstigem, abstehendem Fell.

Wesen

Shar Peis gelten als intelligente Hunde mit einer starken Persönlichkeit, die gleichermaßen selbstsicher und ruhig sind. Lediglich von anderen Artgenossen lassen sie sich gerne provozieren. Die Tiere sind ihrer Familie gegenüber treu ergeben und loyal. Fremden gegenüber verhalten sich Hunde dieser Rasse eher zurückhaltend und abwartend. Charakteristisch für den Shar Pei ist außerdem seine Wasserscheu. Es gibt nur wenige Tiere, die sich gerne im Wasser aufhalten.

Haltung

Shar Peis gelten als relativ anpassungsfähig, sodass sie sich als Familien- oder Begleithund eignen. Da Tiere dieser Rasse recht eigenständig agieren, ist die Erziehung jedoch nicht immer leicht. Demzufolge benötigen die Vierbeiner einen geduldigen und souverän auftretenden Halter. Die Tiere haben ein einfach zu pflegendes Fell und sind relativ reinlich.

Für Hundebesitzer ist eine Tierhalterhaftpflicht sinnvoll

Wer einen Hund besitzt, für den ist es sinnvoll, eine Tierhalterhaftpflichtversicherung abzuschließen. Schließlich haftet hierzulande immer der Halter für Schäden, die das eigene Haustier anrichtet. Eine solche Versicherung schützt den Tierhalter vor den Kosten eines Vorfalls. Sie deckt bis zur vertraglich zugesicherten Deckungssumme sowohl Personenschäden als auch Sachschäden und Vermögensschäden ab. Da es bezüglich des Leistungsumfangs deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Tarifen gibt, ist es ratsam, verschiedene Anbieter zu vergleichen.

Besonderer Hinweis:

In einigen Bundesländern – beispielsweise in Brandenburg und Berlin – schreiben die geltenden Vorschriften vor, dass Hundebesitzer in jedem Fall eine Tierhalterhaftpflicht abschließen müssen.