Wechsel von Android aufs iPhone

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox | dpa/tmn

Das Modell ist überholt oder das alte Smartphone verweigert den Dienst – dann ist es Zeit für ein neues Gerät. Wer aber nicht nur das Smartphone, sondern auch gleich das Betriebssystem wechselt, steht vor der Frage: Wie bekomme ich eigentlich alle meine Daten übertragen? Während der Umzug von Android zu Android mittlerweile ziemlich einfach ist, erscheint der Wechsel auf ein iOS-Gerät von Apple vielen als großes Problem. Doch mit einigen Tricks und den richtigen Tools klappt der Systemwechsel.

Vor dem Umzug: Gerät startklar machen

Da iPhones keinen Steckplatz für SD-Karten haben, kann der Speicherplatz im Vergleich zum Android-Gerät eventuell knapp werden. Vorher auszumisten, lohnt sich also im Zweifel, denn an zu wenig Speicherplatz sollte die Übertragung schließlich nicht scheitern.

Wer sichergehen will, dass beim Gerätewechsel keine Daten verloren gehen, macht vorher ein Backup – entweder über Cloud-Dienste mit entsprechenden Apps oder manuell auf dem Computer oder Laptop.

Digitale Umzugshelfer: Apps für den Datentransfer

Hier macht es Apple Umsteigern recht leicht: Mit der hauseigenen App "Move to iOS", auch "Auf iOS übertragen" genannt, lassen sich die meisten Daten vom Android-Gerät auf das iPhone übertragen. "Move to iOS" überträgt Kontakte, Nachrichten, Fotos und Videos, Lesezeichen, E-Mail-Accounts und Kalendereinträge. Außerdem wird nach den iOS-Versionen installierter kostenloser Android-Apps gesucht. Das iPhone sollte dafür neu sein oder zurückgesetzt werden. Mit beiden Geräten und einem passenden Verbindungskabel in der Hand kann der Datenumzug starten. So klappt der Datentransfer:

  • Beide Geräte ans Stromnetz anschließen und das Android-Gerät in ein WLAN einwählen. Tipp: Vorher das iPhone auf ausreichend Speicherplatz überprüfen und das Gerät bei Bedarf zurücksetzen.
  • Im Menüpunkt Apps und Daten die Datenübertragung von Android auswählen.
  • Die App Move to iOS starten – dann den angezeigten Zahlencode auf dem Android-Gerät eingeben.
  • Jetzt können Sie die Inhalte für den Datentransfer auswählen und den Vorgang starten.

Damit der Umzug reibungslos abläuft, sollten Sie die Geräte während der gesamten Datenübertragung nicht bedienen. Wenn während des Umzugs etwa ein Anruf eingeht, wird der Vorgang abgebrochen. Nach der Übertragung überprüft man am besten, ob auch wirklich alles auf dem iPhone gelandet ist.

Alternativen: Google Drive oder Dropbox

Falls die Android-Version auf dem alten Smartphone "Move to iOS" nicht unterstützt oder man die App aus anderen Gründen nicht verwenden möchte, gibt es Alternativen. Mit einem Cloudspeicher können Daten ganz einfach übertragen werden.

Wer seine Fotos, Videos oder Dokumente zum Beispiel unter Google Drive oder Dropbox abgespeichert hat, installiert einfach den entsprechenden Client auf seinem neuen iPhone. Dann können die Daten und Inhalte mit dem neuen Gerät synchronisiert werden. Auch die Mediensoftware iTunes überträgt Fotos oder Musik.

So funktioniert der Umzug bei Apps, Chats und Abos

1. Apps

Kostenlose Apps kann man über "Move to iOS" aufs neue Gerät übertragen oder manuell herunterladen, sofern sie im App Store von iOS verfügbar sind. Spielstände werden dabei aber nur übertragen, wenn man beim Anbieter ein Konto angelegt hat. Nutzt man Google als Cloudspeicher, sind die Spielstände weg. Auch kostenpflichtige Apps kann man nicht mitnehmen, sondern muss sie in der Regel erneut kaufen.

2. Chatverläufe

SMS landen per "Move to iOS" zuverlässig auf dem neuen Gerät. Kompliziert wird es alledings bei Messengern wie WhatsApp. Bei manchen Programmen wie Threema sollten Nutzer daran denken, die ID zu sichern. Denn sonst sind sowohl alle Nachrichten als auch alle verifizierten Kontakte weg. Die neue Funktion Threema Safe erleichtert den Umzug jetzt auch über Betriebssystem-Grenzen hinweg.

WhatsApp ist ohne Weiteres auf dem neuen Gerät nutzbar, die Chatverläufe sind aber erst einmal verloren. Zwar kann man Backups machen – die Apps nutzen für Android und iOS aber unterschiedliche Datenbankformate, die nicht miteinander kompatibel sind. Doch es gibt Tools, die dieses Problem beheben. Kostenlose Programme sind allerdings auf 20 Chats beschränkt. Wer nicht auf seine Chatverläufe verzichten will, kann sie sich per E-Mail zusenden lassen.

3. Abos

Wer Dienste wie Netflix oder Deezer auf dem Handy nutzt, muss sich keine Sorgen machen. Abos sind nicht an spezifische Geräte, sondern an das jeweilige Kundenkonto gebunden. Einfach am alten Gerät abmelden – dann installiert man die jeweilige App auf dem neuen Smartphone und meldet sich dort wie gewohnt an.

Übrigens: Anders herum funktioniert der Umstieg natürlich auch – wer das iPhone gegen einen Androiden eintauschen will, schafft den Systemwechsel mit diesen Tipps.