Was bedeuten Zoll, Megapixel oder ppi? Smartphone-Deutsch verstehen

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5-Zoll-Display, 10 Megapixel-Kamera und 32 Gigabyte interner Speicher – kaum ein Verbraucher weiß, was hinter den gängigen Smartphone-Kürzeln steckt und was für ihn selbst überhaupt relevant ist. Das unabhängige Verbraucherportal Verivox schafft Klarheit und hat ein Smartphone-Einmaleins zusammengestellt.

Die Größe: Ab 5 Zoll wird einhändiges Bedienen schwierig

Die Displaygröße eines Smartphones wird in Zoll angegeben und über die Länge der Diagonale gemessen. 1 Zoll entspricht 2,54 Zentimeter. Modelle mit einer Bildschirmdiagonale von 4 Zoll (rund 10 Zentimeter), etwa das iPhone SE oder das Lumia 530, lassen sich auch mit kleineren Händen noch gut einhändig bedienen. Ab 5 Zoll wird das schwieriger. Richtig große Geräte messen 6 Zoll (rund 15 Zentimeter) und mehr, etwa das Huawei Mate 8. Sie passen nicht mehr in jede Hosentasche, zudem kommen pro Zoll auch bis zu 50 Gramm Gewicht hinzu.

Die Kamera: Megapixel sind nicht alles

Moderne Smartphone-Kameras mit zweistelligen Megapixel-Zahlen ermöglichen Fotos in guter Qualität – wenn der Lichteinfall passt. Je schwieriger die Lichtverhältnisse, desto größer werden die Qualitätsunterschiede. Teure Oberklasse-Smartphones mit guter Fotoausstattung kommen an die Qualität von Digitalkameras heran. Top-Fotos liefern derzeit das Samsung Galaxy S7 und das Huawei P9. Richtige Spiegelreflexkameras leisten jedoch deutlich mehr.

Allerdings bedeuten mehr Megapixel nicht automatisch bessere Bilder. Weitere Faktoren wie der Fotosensor oder der Bildstabilisator der Kamera beeinflussen die Bildqualität.

Der Bildschirm: Mehr Pixeldichte, mehr Schärfe

Über die Qualität eines Displays entscheidet die Auflösung des Bildschirms im Verhältnis zu dessen Größe. Diese Pixeldichte wird in pixel per inch gemessen (ppi). Je höher der Wert, desto schärfer ist der Bildschirm. Bei immer größer werdenden Smartphones sollten Verbraucher vor allem bei günstigen Geräten darauf achten, dass die Displayschärfe nicht zu gering ausfällt. Spitzenwerte liegen bei 530 ppi und mehr, ein Wert von 300 ppi dürfte jedoch vielen Ansprüchen genügen.

Das Betriebssystem: Vom Herzstück hängt vieles ab

Es gibt drei verschiedene Smartphone-Betriebssysteme: Apple nutzt iOS, Microsoft läuft mit Windows 10 Mobile und fast alle übrigen mit Android. Dieses ist als offenes System angelegt, was zu großen Unterschieden bei Optik und Bedienung führt. Die Android-Version des Herstellers Samsung kann deshalb ganz anders aussehen als beispielsweise die Versionen von Sony oder Motorola. Weil Software-Updates für jeden Hersteller erst angepasst werden müssen, erreichen sie die Kunden bisweilen mit Verzögerung.

Apple und Microsoft hingegen behalten die Zügel gerne selbst in der Hand. Kunden dieser Hersteller können nur wenig selbst verändern, profitieren jedoch häufig von einer intuitiven und übersichtlichen Menüführung.

Der Speicherplatz: Wer wie viel benötigt

Der Speicherplatz eines Smartphones wird in Gigabyte (GB) angegeben. Je größer der Speicher, desto teurer wird das Gerät. Wer gerne viele Bild-, Video- oder Musikinhalte auf seinem Smartphone verfügbar haben möchte, benötigt mindestens 32 GB. Am meisten Speicherplatz benötigen Videoclips, aber auch Anwendungen wie Spiele oder Navigations-Apps. Wer TV-Staffeln oder Kinofilme lädt, sollte gleich zu 128 GB greifen. Ist der interne Speicher belegt, kann er mit Hilfe einer zusätzlichen Speicherkarte vergrößert werden – sofern ein Karten-Slot verfügbar ist.

Die Dual-SIM-Funktion: Zwei SIM-Karten, viele Vorteile

Dual-SIM-Smartphones haben nicht wie herkömmlich einen Kartensteckplatz, sondern zwei. Auf diese Weise können zwei SIM-Karten bzw. Telefonnummern gleichzeitig in einem Mobiltelefon verwendet werden.

So lassen sich mit Dual SIM zwei unterschiedliche Tarife verschiedener Anbieter in einem Gerät nutzen. Beispielsweise kann mit dem einen Anschluss ein günstiger Tarif mit Internet-Flat zum schnellen Surfen verwendet werden und mit dem anderen ein Tarif mit niedrigen Preisen zum Telefonieren. Der Vorteil liegt hier oft in der finanziellen Ersparnis.

Dual SIM eignet sich vor allem auch für Verbraucher, die einen privaten und einen beruflichen Mobilfunkanschluss nutzen: Mit Dual SIM geht das über ein Handy. Auch wer sich häufig im Ausland aufhält, hat Vorteile: Über Dual SIM kann neben der deutschen Netzkarte auch eine SIM-Karte mit einem günstigen lokalen Tarif gebucht werden, um so Kosten zu sparen.

Ratgeber zu Dual-SIM lesen

Die NFC-Technik: Kontaktlos bezahlen per Smartphone

Die drei Buchstaben NFC stehen für den englischen Ausdruck Near Field Communication, was im Deutschen so viel heißt wie Nahfeldkommunikation. Dabei handelt es sich um eine Technologie zur drahtlosen Datenübertragung. Die Funktechnologie funktioniert nur dann, wenn sich die miteinander kommunizierenden Geräte, zum Beispiel zwei Smartphones, in dichtem Abstand von wenigen Zentimetern zueinander befinden. Darin liegt auch einer der Vorteile von NFC – die Technik gewährleistet ein hohes Maß an Sicherheit, da Daten nicht aus der Entfernung ausspioniert werden können. Die niedrige Transfergeschwindigkeit bei NFC sorgt dafür, dass sich nur stark begrenzte Datenmengen austauschen lassen. So können per Nahfeldkommunikation beispielsweise Links, Fotos oder Kontakte zwischen zwei Handys verschickt werden.

NFC kommt bisher vor allem beim schnellen kontaktlosen, bargeldlosen Bezahlen mittels Smartphone oder NFC-fähiger Kreditkarte zum Einsatz. Beispiel: Im Supermarkt bezahlt der Kunden seinen Einkauf, indem er sein Smartphone oder sein Bankkarte mit integriertem NFC-Chip dicht an ein entsprechendes Bezahlterminal hält. Smartphones, die noch nicht mit integriertem NFC-Chip ausgeliefert wurden, lassen sich mithilfe eines NFC-Stickers nachrüsten.

Der IP-Code: Schutz gegen Wasser und Staub

Mit einer speziellen Codierung werden Schutzklassen für Smartphones eingeteilt. Diese IP-Codes (kurz für International Protection) bestehen immer aus zwei Ziffern. Zahl eins bezeichnet den Schutz vor Staub und Stößen, Zahl zwei klassifiziert den Wasserschutz. Je höher die Zahl, desto größer ist der Schutz.

Die IP68-Klasse zeigt beispielsweise an, dass dem Modell auch bis zu 30 Minuten in einer Wassertiefe von 1,5 Metern nichts anhaben können und es zudem gegen Staub und Schmutz geschützt ist. Smartphones mit Schutzstandard gibt es in verschiedenen Preisklassen – von Topmodellen wie dem Samsung Galaxy S5 oder dem Sony Xperia Z3 bis zu Mittelklasse-Modellen wie dem Motorola Moto X Style. Verbraucher finden die Angaben zu den IP-Klassen in der Bedienungsanleitung ihres Handys oder auf der Website des Herstellers.

Ratgeber zu IP-Schutzklassen lesen

Der Datenstandard: GPRS, UMTS, LTE, 5G

Wenn es um die Surf-Geschwindigkeit von Smartphones geht, ist in der Fachsprache ist oft von Mobilfunkstandards oder Datennetzen der zweiten, dritten oder vierten Generation (2 bis 4G) die Rede. Dies beschreibt die verschiedenen Weiterentwicklungsstufen im Bereich der Datenübermittlung: von GPRS über UMTS bis zu LTE.

Die zweite Generation: Die Datenübertragungsgeschwindigkeit von GPRS liegt zwischen 40 und 54 Kilobyte in der Sekunde – kein Wunder also, dass das mobile Internet mit der GPRS-Technik nicht den Durchbruch geschafft hat.

Die dritte Generation: Mit UMTS sind wesentlich höhere Datendurchsatzraten möglich – vor allem dank der Ausbaustufe HSDPA. Herkömmliches UMTS gestattet eine Datenübertragung von bis zu 3,6 Megabit pro Sekunde (MBit/s). HSDPA ermöglicht eine Geschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit/s.

Die vierte Generation: Das aktuelle Mobilfunknetz heißt LTE (Long Term Evolution). LTE übertrifft die früheren Übertragungsraten bei weitem und steht den modernen Internet-Glasfasernetzen in nichts nach. Bis zu 300 MBit/s im Downlink (also beim Herunterladen) sind theoretisch möglich und bis zu 50 MBit/s im Uplink. In der Praxis liegt die Geschwindigkeit allerdings häufig darunter und hängt unter anderem vom Empfang ab.

Die fünfte Generation: Die nächste Generation, 5G, steht schon in den Startlöchern und soll bis ins Jahr 2020 den letzten Mobilfunkstandard LTE ablösen.