Photovoltaik-Förderung: Alle Möglichkeiten auf einen Blick

Hauseigentümer, die eine Photovoltaik-Anlage auf ihrem Dach installieren wollen, können verschiedene Förderungen nutzen. So unterstützt der Bund die heimische Erzeugung von Sonnenstrom über die Einspeisevergütung. Aber auch Städte, Gemeinden und Energieversorger legen Förderprogramme auf. Ein Überblick:

Ratgeber / Strom

Bild: Vater und Sohn beim Ballspielen vor Haus mit Solar-Dach Bild: ©altrendo images/Stockbyte/thinkstock.de / Text: Verivox

Einspeisevergütung nach dem EEG

Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhalten Betreiber von Photovoltaik-Anlagen eine feste Vergütung für den ins öffentliche Netz eingespeisten Strom. Wie hoch diese ausfällt, richtet sich zum einen nach dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Darüber hinaus sind die Vergütungssätze abhängig von der Anlagengröße und der Art der Aufstellung (Dachanlage, Freiflächenanlagen, PV-Anlagen auf versiegelten und Konversionsflächen). Generell lässt sich sagen: Die Vergütung je Kilowattstunde ist umso höher, je früher eine Anlage in Betrieb ging und je kleiner die Anlage konzipiert ist. Die jeweils gültige Einspeisevergütung wird für das Jahr der Inbetriebnahme und im Anschluss 20 weitere Jahre garantiert. Welche Vergütungssätze unter welchen Voraussetzungen gezahlt werden, erfahren Interessierte auf der Webseite der Bundesnetzagentur.

Einspeisung oder Eigenverbrauch?

Die Einspeisung von Solarstrom ins öffentliche Netz sorgt für eine sichere Rendite. Wegen der sinkenden Vergütung und den steigenden Strompreisen wird jedoch auch der Eigenverbrauch immer attraktiver. Ein möglichst hoher Eigenverbrauch gelingt mit Stromspeichersystemen. Wer also nur seinen Strom-Überschuss in Netz einspeist, kann doppelt profitieren.

Förderkredit der KfW-Bank

Speziell zur Förderung von Photovoltaik-Anlagen hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das Programm Erneuerbare Energien - Standard 270 aufgelegt. Es ermöglicht die zinsgünstige Finanzierung von Solaranlagen. Förderfähig sind neben dem Kauf einer neuen Photovoltaik-Anlage auch der Aufbau und die Erweiterung von gebrauchten Anlagen. Es können Laufzeiten von fünf, zehn oder 20 Jahren gewählt werden. Die Konditionen des Förderkredits sind abhängig von der Bonität des Antragstellers. Diese ermittelt die Hausbank, über die auch der Kreditvertrag abgeschlossen wird. Details zum Programm der KfW-Förderbank erhalten Sie hier.

Regionale Förderprogramme

Auch Bundesländer, Städte und Gemeinden fördern immer mal wieder die Installation von Photovoltaik-Anlagen über Investitionszulagen oder zinsvergünstigte Kredite. Inwieweit Hauseigentümer regionale Förderprogramme in Anspruch nehmen können, sollte im Einzelfall bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erfragt werden. Auch der Blick in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des BINE Informationsdienstes kann sich lohnen.

Zuschüsse von Energieversorgern

Neben Bund, Ländern und Gemeinden stellen auch Energieversorgungsunternehmen Fördermittel für die Errichtung von PV-Anlagen bereit. Die Art der Förderung variiert von Versorger zu Versorger. Während einige Stadtwerke einen Aufschlag auf die staatlich gezahlte Einspeisevergütung zahlen, gewähren andere einen einmaligen Zuschuss, zum Teil ist dieser abhängig von der installierten Leistung der PV-Anlage. Antragsberechtigt sind in der Regel ausschließlich Kunden des Unternehmens. Darüber hinaus kann die Förderung an weitere Bedingungen geknüpft sein, wie etwa das Werben von Neukunden. Das genaue Studieren der Bedingungen ist deshalb ratsam.

Steuervorteile nutzen

Private Hausbesitzer werden zu Unternehmern, wenn sie eine Photovoltaik-Anlage in Betrieb nehmen und den erzeugten Strom ins öffentliche Netz einspeisen. Das bedeutet mehr Papierkram, kann aber auch Vorteile haben: So können die Kosten für die Anschaffung der Anlage, deren Wartung und Reparatur als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Dazu zählen auch Umbauten am Dach, die aufgrund der Installation der Solaranlage notwendig sind, sowie laufende Kosten, wie beispielsweise Versicherungsprämien. Im Gegenzug muss der PV-Anlagenbetreiber die Einspeisevergütung und den Eigenbedarf als Einnahmen verbuchen und darauf Steuern zahlen.

Betreiber, deren jährliche Einnahmen die Grenze von 17.500 Euro nicht übersteigen, haben die Wahl: Sie können von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen und sich so von der Zahlung der Umsatzsteuer befreien lassen. Aktuelle Steuertipps für Betreiber von Photovoltaikanlagen hat der Bund der Energieverbraucher zusammengestellt.

EEG-Förderung wurde umgekrempelt

Die Bundesregierung hat die EEG-Förderung 2017 umgestellt – weg von festen Vergütungssätzen hin zu mehr Wettbewerb. Wer seither eine Förderung für seinen Wind- oder Solarpark erhalten will, muss gegen andere Betreiber von Ökostromanlagen antreten. Den Zuschlag bzw. die Förderung erhält derjenige, der seine Anlage am wirtschaftlichsten betreibt und die geringste Förderung benötigt. ABER: Kleine und mittlere Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von bis 750 kW sind von dieser Regelung ausgenommen und werden weiter nach festen Vergütungssätzen gefördert.

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