Handys und Tarife für Senioren

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Smartphones sind nur etwas für junge Leute? Von wegen! Menschen ab 65 Jahren nutzen immer häufiger Smartphones. Und ältere Nutzer müssen auf spannende Funktionen oder ein schickes Design nicht verzichten – eine gute Kamera und praktische Apps machen in jedem Alter Spaß! Zudem kann ein Handy den Alltag komfortabler und sicherer gestalten. Wir zeigen, welche Modelle für Ältere bzw. Wenignutzer geeignet sind, welche besonderen Funktionen es für die Herausforderungen des Alters gibt und welcher Handytarif für wen am besten passt.

Smartphone im Einfachmodus nutzen

Wer kein explizites Seniorenhandy nutzen möchte, kann sich für ein „normales“ Modell entscheiden und es anpassen: Bei vielen Smartphones ist über die Geräte-Einstellungen ein Einfachmodus aktivierbar. Damit wird das Menü des Startbildschirms auf wenige wesentliche Funktionen beschränkt – die Übersichtlichkeit steigt. Auch der Bereich „Einstellungen“ wird stark vereinfacht und stellt nur häufig verwendete Bereiche dar. Außerdem lassen sich die Schrift- und Symbolgröße oder die Bildschirmeinstellungen an die individuelle Sehstärke anpassen. Die meisten Smartphone-Hersteller bieten Einfachmodi an, allerdings nicht für jedes Modell. Apple erlaubt keinen Einfachmodus für seine iPhones.

Eine Alternative zum Einfachmodus sind Launcher-Apps, die ebenfalls die Darstellungen des Smartphones reduzieren und seine Bedienung vereinfachen. Nutzbar ist etwa die App „Big Launcher“ für das Betriebssystem Android. Die Kosten liegen bei knapp 10 Euro.

Spezielle Smartphones für Senioren

Es kann frustrierend sein, wenn die Bedienung des Smartphones trotzdem nicht klappt: Wer Probleme hat, sollte über spezielle Smartphones für Senioren nachdenken. Diese Geräte sind auf die Ansprüche älterer Menschen abgestimmt – egal ob ein Nutzer also schlecht hört oder sieht, motorische Schwierigkeiten hat oder sich für den Notfall absichern möchte. Diese Funktionen können Senioren-Smartphones mitbringen:

  • Einfache und übersichtliche Menüführung und Bedienbarkeit
  • Große Tasten statt Touchscreens
  • Starke Farbkontraste des Displays, eine vergrößerte Schrift
  • Lauterer Klang (oder auch: Vibrations- oder Leuchtsignal beim Klingeln)
  • Hörgeräte-Kompatibilität: ohne Rückkopplungen
  • Notruftaste zur Benachrichtigung der Angehörigen
  • GPS-Ortung: Standort wird bei Notfall-SMS automatisch mitgeschickt. Der Angehörige kann den Aufenthaltsort dann ausfindig machen.
  • Sturzerkennung: Eine fallende Bewegung wird erkannt, darauf der Notruf automatisch abgesetzt. Aber Achtung: Fällt das Handy versehentlich runter, kann es zum Fehlalarm kommen.

Wie geht die Notruf-Funktion? Es lassen sich bis zu fünf Nummern festlegen, die im Notfall der Reihe nach angerufen werden. Geht unter der ersten Nummer niemand ans Telefon, ruft das Handy die nächste an und schickt auf Wunsch zusätzlich eine Notfall-SMS. Sobald jemand abhebt, schaltet sich die Freisprech-Funktion ein.

Spezielle Seniorenhandys sind eher abseits der bekannten Marken zu finden. Die Hersteller heißen Doro, Telme, Olympia, Emporia oder Swisstone. Darüber hinaus sind aber auch gewöhnliche Einsteigermodelle – etwa von Nokia – gut geeignet. Die Anschaffungskosten bewegen sich je nach technischer Ausstattung des Handys zwischen 40 und 280 Euro.

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Unter 10 Euro: Tarifkosten niedrig halten

Zur Smartphone-Nutzung wird ein Mobilfunktarif benötigt. Doch welcher Tarif passt für Senioren bzw. Wenignutzer am besten? Vermeiden Sie Kostenfallen: Einsteigern reicht meist ein Minutentarif, eine Flatrate ist unnötig. Solche Tarife beginnen bei Kosten von 5 Euro pro Monat und beinhalten meist schon 200 Freiminuten für Telefonate, 400 Megabyte für die Internetnutzung und 100 Einheiten für SMS. Unser Tipp: Wählen Sie zunächst ein Angebot mit einer kurzen Vertragslaufzeit – auch im niedrigen Preissegment gibt es übrigens Laufzeittarife, die monatlich gekündigt werden können. So können Sie Ihren Tarif schnell anpassen, falls Sie Ihren Bedarf noch nicht einschätzen können und Sie doch mehr Zeit mit dem Smartphone verbringen als zunächst gedacht.

Für Wenignutzer eignen sich Prepaid-Tarif besonders gut. Dabei wird vorab ein Guthaben aufs Handy geladen und dann verbraucht. Nutzer sparen sich die monatliche Grundgebühr, zahlen nur das, was sie wirklich verbrauchen – und bleiben ungebunden. Es gibt verschiedene Möglichkeiten zum Aufladen des Guthabens. Entweder Sie entscheiden sich für automatisches Nachbuchen, oder Sie kaufen Guthaben bewusst einzeln nach – was mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Prüfen Sie hier am besten das Angebot der Provider.

Grundsätzlich ist es empfehlenswert, bei der Tarifauswahl genau hinzuschauen: Gilt der genannte Preis wirklich über 24 Monate? Fallen möglicherweise Zusatzkosten an? Vergleichsportale wie Verivox geben einen guten Überblick. Die Tarife sind hier nach dem monatlichen Effektivpreis geordnet, bei dem der Monatsbeitrag bereits mit allen anderen Gebühren und Gutschriften verrechnet ist.

Praktische Funktionen für den Alltag

Mit einigen einfachen Funktionen kann ein Smartphone den Alltag komfortabler machen. So bringt mittlerweile jedes Smartphone einen Kalender und einen Wecker mit Erinnerungsfunktion mit. Gerade Ältere können diese nutzen, um zum Beispiel an die Einnahme von Medikamenten zu denken. Auch die integrierte Taschenlampe ist nützlich: Über den Schnellzugriff lässt sich der Blitz der Smartphone-Kamera aktivieren und als Lichtquelle nutzen – ob nachts auf dem Weg ins Badezimmer oder im Winter vorm Haus an der Mülltonne.

Außerdem gibt es viele nützliche Apps, die im Alltag helfen können. Google Maps erleichtert unterwegs das Navigieren, eine App des Verkehrsbetriebs zeigt Busfahrpläne an – ein Toiletten-Scout das nächste Örtchen in der näheren Umgebung. Wer schon an den passenden Smartphone-Bedarf denkt, kann sich eine Ladeschale zulegen. Wie bei einem Festnetztelefon ist das Gerät immer an einem festen Platz und kann dort aufgeladen werden: Für Senioren kann das praktischer sein als kleinteilige Ladekabel, die in die schmale Öffnung am Smartphone gesteckt werden müssen.

Viele weitere hilfreiche Tipps, unter anderem zum Einrichten und Bedienen des Smartphones, sowie Hintergrundinformation lesen Sie in diesem E-Book „Smartphone-Ratgeber für Senioren“.