Handy-Tarife: Prepaid oder Vertrag?

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Kennen Sie Ihren Tarif-Typ? Verivox hilft Ihnen bei der "Partnersuche" – und zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten: Beim Prepaidtarif bleiben Sie ungebunden und zahlen nur, was Sie tatsächlich verbrauchen. Wer dagegen höhere Ansprüche hat, kann auf Verträge mit Laufzeit setzen, diese sind oft mit Vergünstigungen und attraktiven Zusatzoptionen erhältlich. Diese sechs Fragen helfen bei einer Entscheidung:

1. Was ist das Prinzip von Prepaid?

Bei Prepaidtarifen telefoniert und surft man ein im Voraus bezahltes Guthaben ab, ohne dass man eine Vertragsbindung bei einem Anbieter eingehen muss. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an. Da die Kostenkontrolle durch das zuvor aufgeladene Guthaben erfolgt, ist diese Art der Abrechnung besonders attraktiv, wenn das Handy von Kindern und Jugendlichen genutzt werden soll. Ist das Guthaben aufgebraucht, können Sie noch angerufen werden, aber nicht mehr selbst telefonieren. Wer seine Prepaidkarte nicht mehr benötigt, fordert den Anbieter einfach auf, das verbliebene Guthaben auszuzahlen. Damit gilt die Karte als gekündigt und ist nicht mehr nutzbar.

2. Sind Prepaidtarife günstiger?

Bei Laufzeitverträgen bezahlt man eine monatliche Grundgebühr oder hat einen monatlichen Mindestumsatz. Weil eine fixe Grundgebühr entfällt, gelten Prepaidmodelle als besonders günstig. Doch greifen Sie nicht blind zum Prepaidtarif. Denn preiswerte Handy-Laufzeitverträge vom Discounter haben aufgeholt: Für unter 10 Euro gibt es bereits Tarife mit mindestens 3 Gigabyte (GB) Datenvolumen. Sparfüchse sollten daher am besten verschiedene Prepaid- und Vertragsmodelle vergleichen.

3. Wie bleibe ich flexibel und ungebunden?

Ein Vorteil von Prepaidtarifen liegt in ihrer hohen Flexibilität: Sie sind jederzeit kündbar oder lassen sich ganz einfach stilllegen, indem Sie kein Guthaben mehr einzahlen. Damit profitieren alle, die sich nicht binden wollen – weil sie noch nach einem passenden Tarif zu ihrem Nutzungsverhalten suchen, auf den nächsten großen Handy-Deal warten oder grundsätzlich Verträge mit Laufzeiten vermeiden. Auch wer fürchtet, möglicherweise Kündigungsfristen zu verpassen und eine automatische Vertragsverlängerung zu riskieren, ist bei Prepaid auf der sicheren Seite. Die Mindestvertragslaufzeit für Handyverträge liegt dagegen in der Regel bei 24 Monaten. Es gibt aber auch Angebote mit einer kürzeren Laufzeit – zum Beispiel einen Monat.

4. Wer bietet mehr Leistung?

Bei den Tarifleistungen an sich müssen Prepaidnutzer kaum Abstriche machen: Es lassen sich Tarife mit viel Datenvolumen und schnellem LTE buchen, verschiedene Netze stehen zur Verfügung. Auch der neueste Mobilfunkstandard 5G ist in größeren Prepaidpaketen enthalten oder als kostenpflichtige Option zubuchbar. EU-Roaming ist ebenfalls in allen Prepaidtarifen der Netzbetreiber und in vielen Discount-Tarifen enthalten. Somit können Sie Ihre Prepaidkarte nicht nur in Deutschland, sondern auch innerhalb der EU wie zu Hause nutzen.

Die Zeiten von sogenannten Gesprächstarifen sind vorbei: Prepaidangebote, die jede Minute und jedes Megabyte einzeln abrechnen, lohnen sich nur noch für absolute Wenignutzer oder für selten genutzte Zweitgeräte. Eine bessere Alternative bieten Pakete mit festen monatlichen Inklusiv-Leistungen: Es gibt zum Beispiel 1 Gigabyte fürs Internet sowie 100 Minuten und 100 SMS schon für ganz kleines Geld – oft für unter 5 Euro im Monat. Grundsätzlich ist das Prepaidangebot vergleichbar mit dem eines Handyvertrags und sowohl für Wenig- als auch Normalnutzer geeignet. Wer regelmäßig mehr als 12 Gigabyte im Monat verbraucht, wird dagegen bei leistungsstarken Handytarifen mit ausreichend Datenvolumen fündig. Auch bei Zusatzoptionen – wie etwa unbegrenztes Datenvolumen für Streaming-Dienste – können Laufzeittarife gegenüber Prepaidangeboten punkten.

5. Sind Verträge nicht viel komfortabler?

Handyverträge mit Laufzeiten sind bequem: Einmal abgeschlossen, müssen Sie nicht weiter aktiv werden und erhalten zuverlässig bis zur Kündigung die gebuchte Leistung. Nachteil: Nutzen Sie die Tarifleistungen nicht voll aus, zahlen Sie trotzdem den vollen Preis. Außerdem verlängern sich Laufzeitverträge nach den ersten 24 Monaten, wenn sie nicht rechtzeitig kündigen – oft erhöht sich dann die Grundgebühr, weil die Ermäßigungen für Neukunden wegfallen.

Bei Prepaidtarifen wird das Guthaben dagegen immer wieder neu aufgeladen. Bei vielen Prepaidanbietern können Kunden heute eine automatische Aufladung ihres Tarifs vereinbaren – etwa immer dann, wenn das Guthabenkonto unter einen zuvor festgelegten Betrag sinkt (z. B. 5 Euro) oder mit der Aufladung einer festen Summe an jedem Monatsersten. Auch die Aufladung am Bankautomaten, im Online-Kundencenter oder per App ist möglich.

6. Was ist besser: Prepaid oder Mobilfunkvertrag?

Beide Tarifmodelle haben Vor- und Nachteile. Pauschal einen Prepaid- oder Vertragstarif zu empfehlen, ist schwierig geworden. Denn es kommt vor allem auf das Nutzungsverhalten und die eigenen Vorlieben an. Beide Tariftypen haben sich in den letzten Jahren immer stärker angenähert, die Unterschiede sind kleiner geworden. Selbst das große Argument der Kostenkontrolle zieht bei Vertragstarifen, die weit unter 10 Euro im Monat kosten, inzwischen nicht mehr. Unser Tipp: Nur wenn Sie Tarife vergleichen, erhalten Sie am Ende auch das passende Angebot.