Handy-Tarife: Prepaid oder Vertrag?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Kennen Sie Ihren Tarif-Typ? Verivox hilft Ihnen bei der "Partnersuche" – und zeigt Ihnen, worauf Sie achten sollten: Beim Prepaidtarif bleiben Sie ungebunden und zahlen nur, was Sie tatsächlich verbrauchen. Wer dagegen höhere Ansprüche hat, kann auf Verträge mit Laufzeit setzen, diese sind oft mit Vergünstigungen und Top-Smartphone erhältlich. Diese 7 Fragen helfen bei einer Entscheidung:

1. Was ist das Prinzip von Prepaid?

Bei Prepaid-Tarifen telefoniert und surft man ein im Voraus bezahltes Guthaben ab, ohne dass man eine Vertragsbindung bei einem Anbieter eingehen muss. Eine monatliche Grundgebühr fällt nicht an. Da die Kostenkontrolle durch das zuvor aufgeladene Guthaben erfolgt, ist diese Art der Abrechnung besonders attraktiv, wenn das Handy von Kindern und Jugendlichen genutzt werden soll. Ist das Guthaben aufgebraucht, können Sie noch angerufen werden, aber nicht mehr selbst telefonieren.

2. Sind Prepaid-Tarife günstiger?

Bei Laufzeitverträgen bezahlt man eine monatliche Grundgebühr oder hat einen monatlichen Mindestumsatz. Weil eine fixe Grundgebühr entfällt, gelten Prepaid-Modelle als besonders günstig. Doch greifen Sie nicht blind zum Prepaid-Tarif. Denn preiswerte Handy-Laufzeitverträge vom Discounter haben aufgeholt: Für weniger als 10 Euro gibt es Tarife mit mindestens 1 Gigabyte (GB) schnellem Datenvolumen. Sparfüchse sollten daher am besten verschiedene Prepaid- und Vertragsmodelle vergleichen.

3. Wie bleibe ich flexibel und ungebunden?

Ein Vorteil von Prepaid-Tarifen liegt in ihrer hohen Flexibilität: Sie sind jederzeit kündbar oder lassen sich ganz einfach stilllegen, indem Sie kein Guthaben mehr einzahlen. Damit profitieren alle, die sich nicht binden wollen – weil sie noch nach einem passenden Tarif zu ihrem Nutzungsverhalten suchen, auf den nächsten großen Handy-Deal warten oder grundsätzlich Verträge mit Laufzeiten vermeiden. Auch wer fürchtet, möglicherweise Kündigungsfristen zu verpassen und eine automatische Vertragsverlängerung zu riskieren, ist bei Prepaid auf der sicheren Seite. Die Mindestvertragslaufzeit für Handyverträge liegt dagegn in der Regel bei 24 Monaten. Es gibt inzwischen aber auch Angebote mit einer kürzeren Laufzeit – zum Beispiel einen Monat.

4. Wer bietet mehr Leistung?

Bei den Tarifleistungen an sich müssen Prepaid-Nutzer kaum Abstriche machen: Es lassen sich Tarife mit viel Datenvolumen und schnellem LTE buchen, verschiedene Netze stehen zur Verfügung. Die Zeiten von sogenannten  Gesprächstarifen sind vorbei: Prepaid-Tarife, die jede Minute und jedes Megabyte einzeln abrechnen, lohnen sich nur noch für absolute Wenignutzer. Eine bessere Alternative bieten Paket-Tarife mit festen monatlichen Inklusiv-Leistungen: Es gibt 500 Megabyte fürs Internet sowie 100 Minuten und 100 SMS schon für ganz kleines Geld – oft für unter 5 Euro im Monat. Grundsätzlich ist das Prepaid-Angebot oft vergleichbar mit dem eines Handyvertrags. Nachteilig an den Prepaid-Tarifen ist, dass Roaming im Ausland oft nicht genutzt werden kann.

5. Wie komme ich an ein neues Top-Smartphone?

Wer ein brandneues Smartphone zum günstigen Preis haben möchte, wird dieses am einfachsten durch den Abschluss eines langfristigen Vertrages bekommen. Je nach Höhe der Grundgebühr ist dann auch ein Top-Smartphone für 1 Euro dabei. Ob Sie damit unterm Strich günstiger wegkommen oder ob Sie lieber Tarif und Handy getrennt voneinander kaufen, ist eine individuelle Frage. Was Sie wissen sollten: Die Mobilfunkanbieter haben ein Interesse daran, Kunden möglichst dauerhaft an sich zu binden.

6. Sind Verträge nicht viel komfortabler?

Handyverträge mit Laufzeiten sind bequem: Einmal abgeschlossen, müssen Nutzer nicht weiter aktiv werden und erhalten zuverlässig bis zur Kündigung die gebuchte Leistung. Nachteil: Nutzen Sie die Tarifleistungen nicht voll aus, zahlen Sie trotzdem den vollen Preis. Bei Prepaid-Tarifen führt der klassische Weg über Rubbelkarten an der Tankstelle oder Aufladezettel von der Supermarktkasse. Doch bei vielen Prepaid-Anbietern können Kunden heute eine automatische Aufladung ihres Tarifs vereinbaren – etwa immer dann, wenn das Guthabenkonto unter einen zuvor festgelegten Betrag sinkt (z.B. 5 Euro) oder mit der Aufladung einer festen Summe an jedem Monatsersten.

7. Was ist besser: Prepaid oder Mobilfunkvertrag?

Beide Tarifmodelle haben Vor- und Nachteile. Pauschal einen Prepaid- oder Vertrags-Tarif zu empfehlen, ist schwierig geworden. Denn es kommt extrem auf das Nutzungsverhalten und die eigenen Vorlieben an. Beide Tariftypen haben sich in den letzten zehn Jahren immer stärker angenähert, Unterschiede sind kleiner geworden. Selbst das große Argument der Kostenkontrolle zieht bei Vertragstarifen, die weit unter 10 Euro im Monat kosten, inzwischen nicht mehr. Nur wenn Sie Tarife vergleichen, erhalten Sie am Ende auch das passende Angebot.