Android oder iOS: Welches Betriebssystem passt zu welchem Nutzertyp?

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Das mobile Betriebssystem iOS gibt es nur auf Apples hauseigenen Geräten – Android ist dagegen auf Smartphones zahlreicher unterschiedlicher Hersteller zu finden. Zusammen dominieren die beiden Giganten den Smartphone-Markt – andere Betriebssysteme (Operating System = OS) wie Windows Phone oder Blackberry OS wurden eingestellt oder führen nur noch ein Nischendasein. Doch wie unterscheiden sich die beiden führenden Systeme bei der Handhabung und den wichtigsten Funktionen? Und zu welchen Nutzertypen passt welche Software? Die wichtigsten Vor- und Nachteile von iOS und Android im Überblick.

Geschlossener Apple-Kosmos vs. offene Android-Welt

Apple bietet seinen Kunden Hardware und Software aus einer Hand. Im Apple-Kosmos sind alle Komponenten aufeinander abgestimmt – und zwar nach strengen Richtlinien bei der Produktentwicklung, Sicherheit und Qualität. Android ist hingegen eine quelloffene Software, die jedem Programmierer frei zugänglich ist. Android läuft daher auf den Smartphones vieler unterschiedlicher Hersteller und ist vielfältiger als das einheitliche iOS. Samsung taufte sein eigenes Android-basiertes Betriebssystem beispielsweise One UI, das weiterentwickelte Pendant von Huawei heißt EMUI. Die drei wichtigsten Unterschiede im Detail:

1. Updates & Sicherheit

In Sachen Updates und Sicherheit hat Apple im direkten Vergleich die Nase vorn. Apple versorgt seine Kunden etwa vier bis fünf Jahre lang automatisch mit kostenlosen Updates. So bleiben auch ältere iPhones auf dem neuesten Stand, nicht nur Geräte aus der vordersten Reihe. Die aktuelle Version iOS 14 läuft zum Beispiel auf allen Geräten ab dem iPhone 6s aus dem Jahr 2015.

Bei Android werden Geräte etwa zwei Jahre lang mit Updates versorgt. Außerdem dauert es oft eine Weile, bis die unterschiedlichen Hersteller Android-Updates von Google adaptiert haben. Doch auch die Android-Welt wird allmählich sichererer: Samsung hat 2020 angekündigt, die Top-Modelle künftig drei Jahre lang mit Updates zu versorgen. Außerdem sollen viele Geräte in Sachen Sicherheit unabhängiger vom Hersteller werden. In Zukunft sollen mehr Sicherheits- und Datenschutz-Fixes direkt über Google Play aufs Smartphone kommen.

2. Bedienung & Personalisierung

Das iPhone hat seinen Siegeszug seit der Markteinführung im Jahr 2007 vor allem auch der komfortablen und intuitiven Bedienung zu verdanken. Denn Apple bietet seinen Nutzern ein einheitliches Nutzererlebnis über alle Geräte hinweg. Die Kehrseite: iOS ist zwar aus einem Guss, aber restriktiver als das offene Android.

Android lässt sich dagegen besser personalisieren. Nicht nur Hersteller, sondern auch Nutzer können die Android-Software an ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Die größere Freiheit zeigt sich nicht zuletzt an der vielfältigeren App-Auswahl im Google Play Store. Dafür sind im Google-Store mehr Betrüger-Apps im Umlauf als im strenger kontrollierten App Store von Apple.

3. Kosten für die Hardware

Die Kosten hängen in erster Linie von der verwendeten Hardware ab. Apples Highend-Geräte haben ihren Preis: Die iPhones der neuesten Generation beginnen bei knapp 880 Euro in der Standard-Version, die leistungsfähigeren Pro-Modelle kosten 1.120 Euro und mehr. Android-Geräte gibt es von zahlreichen Smartphone-Herstellern und haben daher eine größere Preisspanne. Einsteigermodelle sind schon für unter 200 Euro zu haben und auch in der Mittelklasse gibt es eine große Geräteauswahl mit solider Hardware zu günstigen Preisen.

Spartipp: Gebrauchte und professionell aufbereitete Geräte sind günstiger als Neugeräte. Refurbished Smartphones haben bis zu 36 Monate Garantie und sind wie neu.

Android

  • Größere Geräteauswahl bei unterschiedlichen Herstellern und in allen Preisklassen
  • Quelloffenes Betriebssystem und individuell anpassbare Benutzeroberfläche
  • Großes App-Angebot im Google Play Store

  • Sicherheits-Updates durch Hersteller nur zwei bis maximal drei Jahre
  • Größere Gefahr durch Sicherheitslücken
  • Geringere Sicherheitsvorgaben für Apps

iOS

  • Vier bis fünf Jahre lang automatische Versorgung mit Updates
  • Hard- und Software aus einer Hand und mit intuitiver Bedienung
  • Sicherheitsgeprüfte Apps

  • iOS ausschließlich auf Apple-Geräten verfügbar
  • Betriebssystem lässt sich nicht verändern
  • Geringere Auswahl an kostenlosen Apps

Welches Betriebssystem passt zu wem?

Richtig oder falsch gibt es nicht – die Entscheidung hängt von Ihren persönlichen Vorlieben ab. Wer am liebsten ein einheitliches Nutzererlebnis und Sicherheit ohne Wenn und Aber möchte, der ist im Apple-Kosmos gut aufgehoben. Regelmäßige Updates über Jahre hinweg, sicherheitsgeprüfte Apps und hohe Qualitätsstandards sprechen für sich. Das hat jedoch seinen Preis. Die hochpreisigen iPhones gibt es höchstens auf dem Gebrauchtmarkt für wenig Geld. Wer alle Vorteile des Apple-Kosmos ausschöpfen will, braucht außerdem oft auch andere Geräte des Herstellers – denn iPhones vertragen sind am besten mit iPad, Mac und Co.

Alle, die ein individuelleres System bevorzugen, dürften mit Android besser fahren. Wer sich etwas mit der Software beschäftigt, kann sie an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Außerdem punktet Android in Sachen Geräte- und App-Auswahl. Der Google Play Store bietet über drei Millionen Apps, außerdem ist Android das führende Betriebssystem weltweit und läuft auf den Smartphones zahlreicher unterschiedlicher Hersteller. Abzug gibt es dagegen beim Thema Updates und Sicherheit. Unterm Strich stehen Android-Nutzern also mehr Möglichkeiten zur Verfügung, Apple bietet dagegen das Gesamtpaket aus Nutzerkomfort, Qualität und Sicherheit.