LG G2 Mini im Test: Abgespeckte Version des Originals

25.04.2014

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Auch LG schrumpft sein Flaggschiff: Das G2 Mini kommt mit etwas kleinerem Display und ist dafür spürbar kompakter – eine deutlich abgespeckte Version des großen Bruders also. Für preisbewusste Nutzer ist das Smartphone dennoch eine Alternative.

Die Mattscheibe des jüngsten LG-Smartphones fällt mit gut 58 x 103 Millimetern genau 20 Prozent kleiner aus als die des Original-G2. Und auch wenn sich die Gehäusemaße von 66 x 130 Millimeter nur wenig vom Vorgänger unterscheiden, so machen sich doch die rund fünf Millimeter weniger in der Breite erstaunlich deutlich bemerkbar. Das geringere Gewicht von 121 statt 143 Gramm allemal. Damit wirkt das Mini in der Tat eine ganze Ecke kompakter als das große G2.

Reduzierte Auflösung

Im Gegensatz zum Sony Xperia Z1 Compact hat LG aber leider nicht nur das Display und das Gehäuse geschrumpft, sondern auch an anderen Stellen Veränderungen vorgenommen. So sank die Auflösung von Full HD (1080 x 1920) auf 540 x 960 Pixel, was die Schärfe deutlich sinken ließ. Darüber hinaus handelt es sich auch technisch um ein anderes Panel, auch wenn es sich wie beim Flaggschiff um einen IPS-Monitor handelt. Auf dem G2 sorgt jedoch das so genannte Dual-Domain-IPS für Blickwinkelstabilität auf beiden Achsen, beim Mini hingegen verändert sich die Darstellung aus extremen Winkeln heraus teilweise deutlich, wie im folgenden Video zu sehen:

LG Smartphone mit Tarif finden

Alle Smartphone-Testberichte

Mittelklasse-Prozessor

Auch den Prozessor haben die Entwickler ausgetauscht: Aus dem Snapdragon 800 wurde ein Snapdragon 400. Dieser verfügt zwar ebenfalls über vier Kerne, die allerding nur mit maximal 1,2 statt 2,3 Gigahertz getaktet werden können und zudem vom schwächeren Grafikmodul Adreno 305 statt 330 sowie von 1 statt 2 Gigabyte Arbeitsspeicher unterstützt werden. Daher überrascht es nicht, dass der Kandidat in den Benchmarks deutlich schlechter abschneidet als das G2:  So ermittelte beispielsweise der mathematische Linpack-Test statt 1.022 gerade mal 269 MFLOPS (Millionen Fließkomma-Operationen pro Sekunde), also lediglich ein Viertel. Ähnlich die Lage bei Grafik-Benchmarks wie GFX 3.0 („Manhattan“, Offscreen-Modus): Aus 533 wurden beim Mini 103 Frames. In browserbasierten Benchmarks wie SunSpider und Browsermark liegt das Mini aber nur geringfügig unter dem Vorgänger, sodass der Kandidat in der Gesamtwertung von zwölf der bekanntesten Benchmarks „nur“ 28 Prozent unter dem Durchschnitt aller in den letzten zwölf Monaten getesteten Smartphones liegt, während das G2 satte 39 Prozent darüber rangiert. Daraus ergibt sich trotzdem noch eine Differenz von strammen 67 Prozentpunkten, die Rechenkraft des Mini ist also nicht einmal halb so stark wie jene des Original-G2.

Kurzatmiger Akku

Licht und Schatten sind ebenfalls in Bezug auf den Akku zu vermelden: Einerseits kann der Stromspeicher im Gegensatz zu dem des großen G2 vom Nutzer ausgewechselt werden, andererseits reduzierte sich dessen Kapazität von 3.000 auf 2.440 Milliamperestunden. Damit bleibt die Relation zur Größe des Displays, dem ärgsten Energieverbraucher, exakt gleich: nämlich neun Prozent über dem Durchschnitt. Umso überraschender: Im Laufzeittest bei der Widergabe eine Videos mit maximaler Displayhelligkeit im Flugmodus hielt das Mini lediglich 390 Minuten lang durch, während das G2 unter identischen Bedingungen auf immerhin 443 Minuten kam. Obwohl das G2 über den deutlich leistungsstärkeren Prozessor und viermal mehr Pixel verfügt, hält dessen Akku also 14 Prozent länger durch. Erstaunlich!