Kein Zwangsgeld für Telefonica wegen fehlender LTE-Masten

10.08.2020 | 05:11

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Bonn – Der Mobilfunkanbieter Telefonica hat seine Pflichten beim Ausbau des 4G-Netzes (LTE) erfüllt – im zweiten Anlauf. Die Bundesnetzagentur wird daher das angedrohte Zwangsgeld von 600.000 Euro nicht verhängen, wie die Behörde am Montag mitteilte. Eine Überprüfung habe ergeben, dass Telefonica bis zum 31. Juli 2020 3.040 LTE-Stationen in Betrieb genommen habe.

Immer noch Lücken bei der LTE-Versorgung

Die Netzbetreiber sollten bereits Ende des vergangenen Jahres 98 Prozent der Haushalte mit mindestens 50 MBit pro Sekunde (LTE) versorgt haben – pro Bundesland lag die verpflichtende Quote bei 97 Prozent. So soll verhindert werden, dass sich die Netzbetreiber auf lukrative Großstädte konzentrieren und ländliche Regionen vernachlässigen. ICE-Strecken und Autobahnen sollten demnach sogar zu 100 Prozent mit 4G versorgt werden.

Nachdem Telekom, Vodafone und Telefónica zum Jahreswechsel noch Lücken bei der LTE-Versorgung aufgewiesen hatten, setzte die Netzagentur Nachholfristen fest. Telefonica verfehlte auch die Vorgabe, bis Ende Juni 40 Prozent der fehlenden 7.600 LTE-Standorte gebaut zu haben, das entspricht 3.040 Stationen. Darauf drohte die Bundesnetzagentur das Zwangsgeld an. Bis Ende September muss Telefonica weitere 1.900 Standorte aufbauen, bis Jahresende zusätzliche rund 2.660 LTE-Stationen.

Komplettversorgung der Hauptverkehrswege bis Jahresende

Telekom habe vor Ablauf der Nachfrist Ende September die Versorgung von mindestens 97 Prozent der Haushalte mit 50 Mbit/s in allen Bundesländern erfüllt, teilte die Netzagentur weiter mit. Vodafone habe noch bis zum 30. September Zeit, diese Versorgungsauflagen vollständig zu erfüllen. Die Komplettversorgung der Hauptverkehrswege mit Mobilfunk muss bis Ende des Jahres erfolgen.