Durch häufige SMS und Anrufe werden Kinder unselbstständig

20.04.2015

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Freiburg - Ständiger Kontakt ist eine Form der Überwachung, die Kinder unselbstständiger macht. Das Gefühl für Risiken geht verloren, weil alles gefährlich erscheint. Davor warnen jetzt Experten.

Hier eine WhatsApp-Nachricht, dort ein Anruf: Eltern stehen mit ihren Kindern ständig über das Smartphone im Kontakt. Die Kommunikation über Handy hat aber Nachteile: Mütter und Väter berauben ihr Kind damit der Erfahrung, die es nur machen kann, wenn es nicht ständig überwacht wird. Darauf weist der Medienpädagoge Stefan Aufenanger in der Zeitschrift "Familie & Co" hin.

Hat das Kind beispielsweise beim Spielen die Zeit vergessen, und muss im Dunklen nach Hause radeln, denkt es sich vielleicht: "Fühlt sich komisch an. Ach, ich schaffe das". Solche Erfahrungen werden verhindert, wenn Mama und Papa per SMS den Standort erfragen, eingreifen und alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, bevor das Kind darüber nachdenken konnte. So fällt es Mädchen und Jungen schwer, Risikokompetenz zu entwickeln. Stattdessen entwickeln sie die Vorstellung, in einer sehr gefährlichen Welt zu leben.