Glasfasernetz

Die Zukunftstechnologie für das Internet. Derzeit kommen fast nur Haushalte in größeren Städten in den Genuss eines Internetzugangs über Glasfaser. Doch auch auf kommunaler Ebene treiben die Deutsche Telekom und kleinere, lokale Internetanbieter die Ausbauarbeiten des Glasfasernetzes stetig voran.

Das Wichtigste in Kürze

  • Diese hohen Datenübertragungsraten von Glasfaser lassen herkömmliches DSL alt aussehen.
  • Aufgrund der hohen Kosten schließen sich die Anbieter zusammen, um Internet via Glasfaser voran zu bringen.
  • Der Ausbau des Glasfasernetzes ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich vorangeschritten.
  • Bis jeder deutsche Haushalt einen Glasfaseranschluss nutzen kann, ist es noch ein langer Weg.

Glasfaser: Schnell wie das Licht

Nach Angaben der Deutschen Telekom sollen über Glasfaser Übertragungsraten von 100 Mbit/s im Upload (beim Heraufladen von Daten ins Netz) und 200 Mbit/s im Download (beim Herunterladen von Daten aus dem Netz) erreicht werden. Diese hohen Datenübertragungsraten lassen herkömmliches DSL alt aussehen.

Echtes Highspeed kann mit Glasfaser realisiert werden, da die Daten nicht wie bei DSL im traditionellen Kupferkabel über elektrische Impulse, sondern mit Hilfe von Lichtsignalen geleitet werden. So kommt es – im Gegensatz zu DSL – selbst bei sehr langen Strecken zu keinem Qualitätsverlust.

Glasfaser: Telekom treibt Ausbau voran

Aufgrund der hohen Kosten schließen sich die Anbieter zusammen, um Internet via Glasfaser voran zu bringen. So kooperiert die Deutsche Telekom beispielsweise mit dem Kölner Netzbetreiber Netcologne. Aber auch andere DSL- und Kabelinternet-Anbieter haben inzwischen erkannt, dass in Zukunft kein Weg an leistungsfähigeren Netzen vorbei führt.

Deshalb will die Telekom nach eigenen Angaben über eine Milliarde Euro in den Glasfaserausbau stecken. Branchenexperten gehen davon aus, dass schon in naher Zukunft die Video-Nutzung rund 80 Prozent des Datenverkehrs im Internet ausmachen wird. Um diese Aufgabe zu bewältigen, ist das Glasfasernetz mit seinen hohen Datenübertragungsraten perfekt geeignet.

Highspeed dank Glasfaser – Datenübertragung mit Lichtgeschwindigkeit

Glasfaser erreicht völlig neue Geschwindigkeitsdimensionen – die Übertragungsrate liegt dabei deutlich höher als bei einem normalen DSL-Anschluss (ADSL), der maximal 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) ermöglicht. Abhängig vom Standort und anderen Faktoren können Nutzer über einen Glasfaseranschluss mitunter Daten mit bis zu 300 Mbit/s herunterladen beziehungsweise streamen; beim Upload können es immerhin auch bis zu stolze 100 Mbit/s sein.

Glasfaseranschluss – DSL, VDSL und Glasfaser

Der Ausbau des Glasfasernetzes ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich vorangeschritten. Oftmals wird allerdings eine Kombination aus Kupfer- und Glasfaserkabeln verwendet. Beim klassischen ADSL-Anschluss waren die Vermittlungsstelle und der Verteilerkasten noch ausschließlich per Kupferkabel miteinander verbunden. Von dort aus führte ein weiteres Kupferkabel zum Verbraucher. VDSL ist da schon schneller – hier verbindet ein Glasfaserkabel die Vermittlungsstelle und den Kabelverzweiger miteinander, der letzte Abschnitt zum Haus besteht jedoch weiterhin aus Kupfer. Noch schneller ist dann das Highspeed-Internet bei einem komplett ausgebauten Glasfasernetz: Die Glasfaser kommt hierbei durchgängig von der Vermittlungsstelle über den Verteilerkasten bis (mehr oder weniger nah) zum Haus zum Einsatz. Welche Lösung für den letzten Abschnitt bis zum Verbraucher genutzt wird, unterscheidet sich je nach Telekommunikationsunternehmen.

FTTC, FTTB, FTTH – was verbirgt sich dahinter?

Die in der Überschrift genannten Kürzel geben an, welche Kabel für den allerletzten Abschnitt zum Hausanschluss („letzte Meile“) verwendet werden. FTTX („Fiber to the x“) bildet dabei den Oberbegriff für die verschiedenen Übertragungswege.

FTTC („Fiber to the Curb“)

FTTC („Fiber to the Curb“) steht für eine Glasfaserleitung bis zum Bordstein. Bei dieser Technologie muss das letzte Stück vom Kabelverzweiger zum Kunden ohne Glasfaser und stattdessen mittels Kupferkabel überbrückt werden. Bis zu 100 Mbit/s Übertragungsrate sind hierbei mittels VDSL bereits möglich. Der Nachteil von VDSL besteht allerdings darin, dass die maximale Übertragungsrate abhängig von der Entfernung des Verteilers zum Haus ist. Bereits ab einer Distanz von 2 Kilometern reduziert sich die Geschwindigkeit auf konventionelles DSL-Niveau.

FTTB („Fiber to the Building“)

Bei FTTB („Fiber to the Building“) führt das Glasfaserkabel bis zum Haus. Die Übertragungsrate bleibt konstant, da Kupferkabel nur für die Distanz innerhalb des Hauses (vom Keller bis zur Wohnung) verwendet werden. Die Entfernung des Gebäudes zum Verteilerkasten ist hier nebensächlich. FTTB kommt hauptsächlich in Städten mit Mehrfamilienhäusern oder größeren Wohnanlagen zum Einsatz.

FTTH („Fiber to the Home“)

Absolutes Highspeed-Internet, Full-HD-Fernsehen und Festnetz-Telefonate in höchster Qualität – mit FTTH („Fiber to the Home“) genießen Kunden die Vorteile eines konsequent ausgebauten Glasfasernetzes. Die Verbindung zwischen Vermittlungsstelle und dem heimischen Router erfolgt vollständig via Glasfaser, Kupferkabel sind hier nicht mehr im Einsatz. Damit Nutzer am heimischen Computer den Glasfaseranschluss und das damit verbundene Highspeed-Internet jedoch im vollen Umfang nutzen können, muss auch die Infrastruktur innerhalb eines Haushalts entsprechend ausgebaut sein. In diesem Zusammenhang fällt manchmal auch die Abkürzung FTTD („Fiber to the Desk“).

Glasfaser – Ausbau in Deutschland geht nur schleppend voran

Bis jeder deutsche Haushalt einen Glasfaseranschluss nutzen kann, ist es noch ein langer Weg. Im Juni 2016 basierten lediglich 1,6 Prozent aller Breitbandanschlüsse in Deutschland auf Technologie mit Glasfaserkabel. Aber nicht die Technik ist ursächlich für den langsamen Ausbau, sondern die auszuführenden Erdarbeiten, die hohe Kosten mit sich bringen. Momentan verstärkt vor allem die Telekom den Ausbau von Glasfaserleitungen, außerdem gibt es bereits einige regionale Tarife von verschiedenen Anbietern. Doch nicht nur bei den klassischen Telefonkonzernen oder Regionalanbietern können Internetnutzer auf die neue Glasfasertechnologie zurückgreifen; auch Kabelanbieter wie beispielsweise Kabel Deutschland stellen Glasfaser-Tarife zur Verfügung, die Telefonie und Internetnutzung (inklusive Multimedia-Angeboten) kombinieren.

Nachfragebündelung außerhalb der Großstädte – 40 Prozent müssen mitmachen

Bei der Nachfragebündelung handelt es sich um einen vom Anbieter Deutsche Glasfaser definierten Zeitraum, in dem die Bewohner im betreffenden Anschlussgebiet die Möglichkeit haben, einen Glasfaseranschluss zu beantragen. Bis zum jeweiligen Stichtag müssen mindestens 40 Prozent der anschließbaren Haushalte einen Antrag stellen, damit das Glasfasernetz im gesamten Gebiet verlegt wird. Da Anbieter wie beispielsweise die Telekom in den Zentren der großen Städte den Glasfaserausbau vorantreiben, konzentriert sich die Deutsche Glasfaser eher auf ländliche Regionen.

Alternative zum Glasfaseranschluss: Vectoring

Mittels Vectoring soll die Datenübertragung über Kupferkabel deutlich beschleunigt werden. Diese neuartige Technologie gleicht elektromagnetische Störungen aus. Diese entstehen zwischen den Kupferleitungen durch Datenverkehr und äußere Einflüsse, wodurch der Datenfluss gestört und die Internetgeschwindigkeit verlangsamt wird. Die Kosten und der Aufwand für Vectoring sind deutlich geringer als jene für den Ausbau des Glasfasernetzes. Um Vectoring zu nutzen, müssen allerdings VDSL-Leitungen vorhanden sein, da das Vectoring-Gerät in entsprechenden Verteilerkästen installiert wird. Das bedeutet, dass die Verbindung zwischen Vermittlungsstelle und Kabelverzweigern bereits aus Glasfaserkabeln bestehen muss.

Glasfaser-Vergleich: Die besten Tarife finden

Ein Glasfaseranschluss bietet Kunden viele Vorteile. Bei der Suche nach dem richtigen Anbieter und dem günstigsten Tarif müssen Verbraucher jedoch einige Punkte beachten. Zunächst einmal muss die Verfügbarkeit der Glasfasertechnik in der Region überprüft werden, schließlich ist diese neue Technologie in Deutschland noch nicht sehr stark verbreitet. War der Verfügbarkeitscheck positiv und ein Glasfaser-Anschluss ist möglich, kann der Interessent die verschiedenen Angebote hinsichtlich Flatrate-Option für Festnetztelefonie und Internet vergleichen – auch, was Mindestvertragslaufzeit sowie Bereitstellungsgebühr betrifft. Meist hat der Verbraucher aufgrund des noch kleinen Verbreitungsgebiets der Glasfasertechnik dabei keine unüberschaubar große Auswahl. Dennoch lohnt es sich, gerade wenn man den Tarif mit den optimalen Konditionen finden möchte, den Verivox-Angebotsrechner zu nutzen. Damit kann man beispielsweise auch nach Flatrate-Optionen und/oder bestimmten Mindestvertragslaufzeiten filtern.