Verbraucher-Atlas: Wohnungseinbruch

Einbrüche in Deutschland

Einmal jährlich veröffentlicht das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik. 2020 erreichte die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland laut dieser Statistik einen langjährigen Tiefststand. Das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, ist sehr unterschiedlich verteilt. In welchen Großstädten gibt es die meisten Wohnungseinbrüche? Welche Städte sind vergleichsweise sicher? Die aktuellen Zahlen finden Sie in der interaktiven Grafik. Aufgelistet sind alle Landkreise und kreisfreien Städte. Die Farbskala richtet sich nach der Häufigkeit von Wohnungseinbrüchen je 100.000 Einwohner. Außerdem ist immer die tatsächliche Fallzahl angegeben.

Wohnungseinbrüche

Einbruchshauptstadt Krefeld

Die Einbruchshochburgen liegen in Nordrhein-Westfalen und im Norden. Krefeld ist die Stadt mit der höchsten Quote – dort gab es im letzten Jahr 254 Einbrüche pro 100.000 Einwohner. Auf den Plätzen folgten Bonn, Bremerhaven, Bremen, Düsseldorf und Oberhausen – alle mit mehr als 200 Einbrüchen. Berlin platziert sich mit 193 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner auf Rang 8; hier schlugen Einbrecher insgesamt 7.070-mal zu.

Die sicherste Großstadt ist Jena, wo im vergangenen Jahr nur 28 Einbrüche pro 100.000 Einwohner gemeldet wurden. Noch deutlich niedriger liegen die Zahlen in den sichersten Landkreisen. Im Landkreis Passau gab es nur 15 Einbrüche, von denen 6 auch noch im Versuch stecken blieben – mit 8 pro 100.000 Einwohner die niedrigste Quote. Die fünf sichersten Regionen liegen alle in Bayern: Nach Passau folgen die Landkreise Röhn-Grabfeld, Freyung-Grafenau, Neuburg-Schrobenhausen und Lindau.

Bayern ist generell das sicherste Bundesland vor Baden-Württemberg und Thüringen. Viele Einbrüche gab es erwartungsgemäß in den Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg. Es folgen die Flächenländer Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Zahl der Einbrüche halbiert

75.023 Wohnungseinbrüche und Einbruchversuche gab es im vergangenen Jahr. 2015 hatten Einbrecher noch 167.136-mal zugeschlagen, der Höchstwert seit der Jahrtausendwende. Danach sank die Zahl kontinuierlich und hat sich nahezu halbiert. Der Rückgang liegt also nicht nur an Corona und der geringeren Mobilität im vergangenen Jahr. Er ist ein längerfristiger Trend.

Pressegrafik_Wohnungseinbruch

Häuser und Wohnungen werden immer besser gesichert. Ein Grund dafür, dass Einbrecher immer seltener erfolgreich sind, wenn sie in Wohnungen einsteigen wollen. Blieb im Jahr 2000 noch jeder dritte Einbruch im Versuch stecken, gelangten Einbrecher 2020 sogar in 47 Prozent der Fälle gar nicht in die Wohnung. In der Statistik des Bundeskriminalamtes werden diese Fälle dennoch aufgeführt; Schäden an der Wohnung entstehen auch bei Versuchen.

Hausratversicherung (Kosten)

Einbruchshochburgen Fälle Fälle je 100.000 Ew. Hausratversicherung
Krefeld 577 254 58,14 €
Bonn 807 245 49,63 €
Bremerhaven 252 222 53,93 €
Bremen 1254 221 61,94 €
Düsseldorf 1327 213 74,02 €
Sichere Großstädte Fälle Fälle je 100.000 Ew. Hausratversicherung
Jena 31 28 40,73 €
Heilbronn 37 29 35,71 €
Reutlingen 34 29 35,71 €
Augsburg 100 34 35,78 €
Ulm 46 36 35,78 €
Sicherste Landkreise Fälle Fälle je 100.000 Ew. Hausratversicherung
Landkreis Passau 15 8 36,67 €
Landkreis Rhön-Grabfeld 8 10 35,71 €
Landkreis Freyung-Grafenau 8 10 39,01 €
Landkreis Neuburg-Schrobenhausen 10 10 35,71 €
Landkreis Lindau (Bodensee) 9 11 35,49 €

Hausratversicherung schon für 35 Euro im Jahr

Für einen durchschnittlichen Wohnungseinbruch zahlt der Versicherer rund 3.000 Euro, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft mitteilt. Deshalb ist eine Hausratversicherung für jeden Haushalt sinnvoll. Im Vertrag sind neben den Einbruchdiebstählen in Wohnung und Keller auch Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel und Leitungswasser abgesichert.

Dieser Vertrag kostet 35 bis 74 Euro pro Jahr in den ausgewerteten Großstädten und Landkreisen. Berechnet wurden die Tarife für einen 100-Quadratmeter-Haushalt mit einer Versicherungssumme von mindestens 65.000 Euro. Wer zusätzlich Fahrräder für 2.000 Euro gegen den Diebstahl außer Haus versichern möchte, muss mit Zusatzkosten von 20 bis 50 Euro rechnen.

Übrigens zahlt die Hausratversicherung auch dann, wenn die Einbrecher nicht erfolgreich waren und in die Wohnung eingedrungen sind. Denn auch dabei entstehen oft Vandalismusschäden.

Auch Einbrüche in Keller und Diebstähle aus Fahrradkellern sind ein Fall für die Hausratversicherung. Neben den Wohnungseinbrüchen gab es 2020 knapp 96.000 schwere Diebstähle in Boden- und Kellerräumen. Schwere Diebstähle sind Fälle, in denen die Räume mit Gewalt aufgebrochen wurden. Hier liegen die Zahlen weiter auf einem hohen Niveau und die Aufklärungsquote bei 9,1 Prozent.

Grobe Fahrlässigkeit einschließen

Sind Einbrecher zum Beispiel durch ein gekipptes Fenster in die Wohnung eingestiegen, dann haben die Bewohner grob fahrlässig gehandelt. Gleiches kann bei einer nicht abgeschlossenen Haus- oder Wohnungstür gelten. Bei vielen alten Verträgen – ohne Schutz bei grober Fahrlässigkeit – muss der Versicherer den Schaden dann nicht komplett bezahlen. Neue Tarife schließen mehrheitlich diese grob fahrlässig verursachten Schäden ein, auch alle Tarife in unseren Modellrechnungen. Das heißt, dann zahlt der Versicher ohne Abzug. Neben einer guten Versicherung helfen zusätzliche Sicherungen im Haus – wie abschließbare Fenstergriffe, Rollläden, ein zweites Türschloss oder eine Alarmanlage.

Daten zu Einbrüchen hat auch das Kriminologische Institut Niedersachsen erhoben. Danach ist der Dezember Spitzenreiter bei den Einbrüchen, gefolgt von November und Oktober. Übrigens kommen Einbrecher nur selten nachts nach 22 Uhr. Über 40 Prozent der Taten passieren zwischen 16 und 22 Uhr, fast genauso viele zwischen 10 und 16 Uhr.

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