Die meisten Opfer eines Einbruchs erleben die gewaltsame Verletzung ihrer Privatsphäre als eine zutiefst verunsichernde, oft schockierende Erfahrung. Dieser Schock und seine Folgen wiegen noch schwerer als der materielle Schaden. Der kann aber ebenfalls erheblich sein - insbesondere, wenn Vandalismus im Spiel war. Mit diesen Tipps zum Einbruchschutz machen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus sicher.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Einbruchschutz: Die Eingangstür sichern
  3. Einbruchschutz für Fenster – wie funktioniert Fenstersicherung?
  4. Terrassentür und Balkontür sichern
  5. Einbruchschutz durch Einbruchmeldeanlage bzw. Alarmanlage
  6. KfW-Förderung für Einbruchschutz-Maßnahmen
  7. Allgemeine Sicherheitstipps
  8. Was verlangt die Hausratversicherung in Punkto Einbruchschutz?
  9. Wer zahlt für mehr Einbruchschutz bei Mietwohnungen?
  10. Verwandte Themen
  11. Weiterführende Links
  12. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Gelegenheitseinbrecher lassen sich statistisch etwa drei Minuten Zeit für einen Einbruchsversuch.
  • Sicherheitsmaßnahmen erhöhen die Chancen, dass der Einbruch abgebrochen wird.
  • Bei Türen, Fenstern, Rollläden und Fenstergittern sollten Sie für den Einbruchschutz auf bestimmte Widerstandsklassen achten.

Einbruchschutz: Die Eingangstür sichern

Einbruchhemmende Türen sind eine sinnvolle Investition gegen Einbrüche. Aus den alarmierend hohen Kriminalstatistiken zu Einbruchs- und Diebstahldelikten geht hervor, dass gerade Gelegenheitseinbrüche fast immer mit mangelhaftem Schutz der Haus- oder Wohnungstüren einhergehen.

Was sind einbruchhemmende Türen?

Durch geprüfte einbruchhemmende Türen können Täter nicht 100-prozentig sicher davon abgebracht werden, einzubrechen. Aber es kostet viel Zeit und einen erheblichen Einsatz von Werkzeug, eine sicherheitsverstärkte Tür aufzubrechen. Die Statistik zeigt, dass Einbrecher in der Mehrzahl der Fälle aufgeben, wenn eine gewisse Versuchszeit von etwa drei Minuten überschritten ist.

Sicherheitstüren sind durch Verstärkung des Türblatts, verstärkte Bänder, Schlösser und Schließbleche sowie sicherheitsverbesserte Profilzylinder und Schutzbeschläge an mehreren Stellen deutlich schwerer zu überwinden als einfache Haustüren. Die Widerstandsklasse = RC für "resistance class" wird von RC1 (nur ohne direkte Zugangsmöglichkeit empfohlen), bis RC6 (für Gewerbeobjekte mit hoher Gefährdung und hohem Einbruchrisiko) klassifiziert. Einbruchhemmende Türen sollten mindestens der Widerstandsklasse RC2 angehören.

Wichtig für optimalen Schutz durch einbruchhemmende Türen ist auch deren fachgerechter Einbau. Zusatzelemente wie Riegelschaltkontakte, selbstverriegelnde Schlösser und Türspione erhöhen die Sicherheit weiter.

Welches Haustürschloss schützt gegen Einbruch?

Wichtig für die Sicherheit von Schließzylindern für Eingangstüren ist, dass sie sich nicht mit Kraft herausziehen oder sich schnell aufbohren lassen.

Guten Schutz bieten laut Stiftung Warentest Querriegelschlösser mit zusätzlichem Sperrbügel. Hier werden beide Türseiten gesichert, sodass kein Zusatzschloss benötigt wird. Auch Bandsicherungen bringen gute Ergebnisse. Bei dieser Sicherungsmethode werden im Mauerwerk verankerte Bleche auf dem Türrahmen befestigt und mit stabilen Zapfen verbunden.

Zertifizierte Schlösser sind nach DIN-Norm 18252 oder 18254 hergestellt und VDS-gekennzeichnet.

Einbruchschutz für Fenster – wie funktioniert Fenstersicherung?

Fenster gehören zu den natürlichen Schwachstellen des Hauses, die man unbedingt gegen Einbruch sichern sollte. Um unauffällig ins Haus zu gelangen, versuchen Einbrecher häufig Fenster an nicht einsehbaren Stellen aufzuhebeln. Gelingt dies nicht, wird oft in einem zweiten Versuch die Scheibe zerschnitten oder eingeschlagen.

Als Gegenstrategie funktioniert es also am besten, den Schließmechanismus des Fensters, Fensterflügel und Fensterrahmen stark miteinander zu verzahnen, und/oder diese Bauteile durch Aufschraubsicherungen aneinander zu befestigen. Außerdem empfehlen sich abschließbare Fenstergriffe. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Sicherheitsglas oder Sicherheitsfolien für die Fensterscheiben, die so wesentlich mehr Widerstand gegen gewaltsames Eindringen leisten.

Worauf bei neuen Fenstern achten?

Ähnlich wie für Türen gibt es bei Fenstern eine Einteilung in sieben Widerstandsklassen. Die Stufen RC 1 bis RC 3 sind für den Einbau in Privateigentum gedacht, ab RC 4 eignen sich die Fenster für den gewerblichen Bereich. Die Polizei empfiehlt für Wohnhäuser Fenster der Klasse RC 2, die nach DIN EN 1627 ff. geprüft und zertifiziert sind.

Bei RC2-Fenstern wird P4A-Verbundsicherheitsglas eingebaut, das für eine hohe Durchwurfsicherung sorgt, also schwer einzuschlagen ist. Die RC3-Verglasung leistet natürlich noch mehr Widerstand gegen Zerstörung.

Pilzkopfzapfen im Schließmechanismus bieten weiteren Einbruchschutz. Sie erschweren durch eine Verankerung im geschlossenen Zustand das Aufhebeln der Fenster. Abschließbare Fenstergriffe sorgen dafür, dass der Einbrecher nicht einfach durch ein Loch im Glas den Griff von innen öffnen kann.

Einbruchschutz: Fenster nachrüsten

Für hohen Einbruchschutz müssen nicht unbedingt neue Fenster eingebaut werden. Die vorhandenen Fenster nachzurüsten erhöht die Sicherheit mit folgenden Maßnahmen bereits erheblich:

  • Pilzkopfzapfen: Die Zapfen des Schließmechanismus werden gegen Pilzkopfzapfen ausgetauscht und damit das Aufhebeln der Fenster deutlich erschwert.
  • Aufschraubsicherungen: Hier werden an Fensterbändern und Fenstergriff innen Schlösser angebracht, mit denen man die Fensterflügel am Blendrahmen festschließen kann.Abschließbare Fenstergriffe: Normale Fenstergriffe können in der Regel ganz einfach gegen abschließbare Griffe ausgetauscht werden.
  • Sicherheitsfolien: Auf die Verglasung können einbruchhemmende Folien aufgeklebt werden, womit sie weniger leicht eingeschlagen werden können.
  • Einbruchhemmendes Glas: Obwohl auch die komplette Verglasung ausgetauscht werden könnte, lohnt sich dieser hohe Aufwand vermutlich nicht. Die Kosten entsprächen denen für einen vollständigen Austausch der Fenster.

Rollläden als Einbruchschutz?

Damit Rollläden einen gewissen Einbruchschutz bieten, dürfen sie nicht leicht hochzuschieben oder aus ihren Führungen zu ziehen sein. Bei vorhandenen Rollläden können Sie das selbst testen, indem Sie von außen versuchen, den Rollladen hochzuschieben. Wenn das funktioniert, sind die Rollläden kein Schutz gegen Einbruch. Gegen Eindrücken oder Herausreißen muss das Material stabil sein. Holz, Aluminium oder Stahl sind widerstandsfähigere Materialien als Kunststoff.

Mit etwas Druck von der Handfläche auf die Rollladenmitte lässt sich ungefähr einschätzen, ob der Rollladenpanzer sich leichter oder schwerer eindrücken lässt. Bei Neubauten oder für nachträglichen Austausch an besonders einbruchgefährdeten Stellen im Erdgeschoss und an Terrassentüren sind einbruchhemmende Rollläden sehr zu empfehlen. Wie für Türen gelten hier sechs Widerstandsklassen von RC 1 (niedrig) bis zu RC 6 (sehr hoch). Als Einbruchschutz geeignet sind Rollläden ab Widerstandsklasse RC 2.

Einbruchschutz für Kellerfenster

Statistiken belegten, dass das Kellerfenster einen überaus beliebten „Einstiegspunkt“ für Einbrecher darstellt. Rund 80 % der erfolgreichen Einbrüche finden über ein Kellerfenster statt und wurden dadurch ermöglicht, dass Kellerfenster häufig unzureichend oder überhaupt nicht gesichert sind. Lichtschächte von Kellerfenstern können mit einer stabilen und fest verankerten Abdeckung, die mit Schloss oder Riegel von innen gesichert ist, gegen Einbruch verstärkt werden. Für frei zugängliche Kellerfenster empfehlen sich abschließbare Fenstergriffe und Fenstergitter. Beide Maßnahmen liegen finanziell in einem überschaubaren Rahmen.

Fenstergitter als Einbruchschutz

Für Kellerfenster oder Fenster von Nebenräumen oder Toiletten eignen sich Fenstergitter für einen effektiven Einbruchschutz. Die Gitter sind in die sieben Widerstandsklassen von RC 1 N / RC 2 N / RC 2 / RC 3 / RC 4 / RC 5 / RC 6 eingeteilt. Für den privaten Wohnbereich rät die Polizei zu Einbruchschutz durch Gitter der Widerstandsklasse RC 2 oder bei erhöhtem Risiko oder Sicherheitsbedürfnis RC 3.

Terrassentür und Balkontür sichern

Bei der Mehrzahl der Hauseinbrüche in Deutschland wird nicht die Haustür, sondern ein Fenster im hinteren Teil des Hauses oder die Terrassentür aufgebrochen. Häufig besitzen Terrassentüren nur einfache Beschläge und kein Sicherheitsglas, sodass sie leicht auszuhebeln oder einzuschlagen sind. Mit Zusatzschlössern, abschließbaren Türgriffen oder transparenten Einbruchschutzfolien kann man die Sicherheit für alte Terrassentüren erhöhen. Beim Einbau neuer Terrassentüren sollte man unbedingt auf Glastüren mit mindestens Widerstandsklasse RC 2 und schwer einzuschlagendem P4A-Verbundsicherheitsglas sowie Pilzkopfzapfen im Schließmechanismus achten.

Einbruchschutz durch Einbruchmeldeanlage bzw. Alarmanlage

Während mechanische Sicherheitsmaßnahmen wie Einbruchschutz für Türen und Fenster die Einbruchsbedingungen erschweren, stehen Überfall- und Einbruchmeldeanlagen für Abschreckung. Weil die Alarmanlage den Überfall meldet, haben Einbrecher ein erhöhtes Risiko, erwischt zu werden, und entscheiden sich im besten Fall gegen den Einbruch. Eine Kombination aus mechanischen Maßnahmen und Alarmanlage ist daher ideal. Auch Alarmanlagen sind in verschiedene Sicherheitsklassen von Grad 1 bis 4 eingeteilt. Einbruchmeldeanlagen für typische Wohnhäuser und Wohnungen in Siedlungen sollten laut Polizei Grad 2 entsprechen. Grad 3 und 4 eignen sich für Wohn- und Gewerbeobjekte sowie Personen oder öffentliche Einrichtungen mit hoher Gefährdungsstufe.

Um aus dem vielfältigen Sicherheitstechnik-Angebot die beste Alarmanlage für den eigenen Bedarf zu finden, sollte man sich in polizeilichen Beratungsstellen und von Fachbetrieben beraten zu lassen.

KfW-Förderung für Einbruchschutz-Maßnahmen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert Maßnahmen zum Einbruchschutz in Bestandsgebäuden mit bis zu 1.600 Euro Zuschuss. Für bis 1.000 Euro Einbaukosten gibt es einen Zuschuss von 20 Prozent, an teureren Umbauten beteiligt sich die KfW mit 10 Prozent. Anträge können Eigentümer und Mieter von Ein- und Zweifamilienhäusern mit höchstens zwei Wohneinheiten oder von Eigentumswohnungen stellen, die planen, mindestens 500 Euro in besseren Einbruchschutz zu investieren. Der Antrag bei der KfW muss vor Beginn der Maßnahmen gestellt werden.

Allgemeine Sicherheitstipps

Alle Sicherungsmaßnahmen gegen Einbruch helfen nichts, wenn man die Alarmanlage nicht einschaltet, die Eingangstür beim Verlassen nicht abschließt oder das Fenster in Abwesenheit gekippt lässt. Denn für geübte Einbrecher ist es ein Leichtes, nur zugezogene Türen oder gekippte Fenster zu öffnen. Oft bleibt der Geschädigte dann auch auf dem materiellen Schaden sitzen, weil Hausratversicherungen häufig Schadensansprüche verweigern, wenn Bewohner grob fahrlässig gehandelt haben. Daher beachten Sie folgende allgemeine Sicherheitstipps:

  • Schließen Sie Eingangstüren beim Verlassen der Wohnung immer zweimal ab.
  • Überzeugen Sie sich davon, dass alle Fenster geschlossen sind.
  • Lassen Sie bei Verlust eines Haus- oder Wohnungstürschlüssels umgehend den Schließzylinder austauschen.
  • Schlüssel nicht von innen stecken lassen, dies gilt besonders für Türen mit Glasfüllung.
  • Türspione und Sperrbügel verwenden, ein gesundes Misstrauen gegenüber Fremden ist ratsam.
  • Deponieren Sie keine Schlüssel außerhalb, Einbrecher kennen die Verstecke.
  • Leitern und andere Gegenstände, die zum Hochklettern einladen, immer einschließen.

Was verlangt die Hausratversicherung in Punkto Einbruchschutz?

Bei Einbruch ersetzt eine Hausratversicherung den Wiederbeschaffungswert der gestohlenen und beschädigten Besitztümer aus dem versicherten Haushalt. Viele Versicherungen tragen auch die Kosten für Reparaturen von Gebäudeschäden durch den Einbruch und den Austausch beschädigter Schlösser.

Dabei müssen aber Bedingungen erfüllt sein: So zahlt die Hausratversicherung nur für Einbruchschäden, wenn sich Einbrecher gewaltsam mit Werkzeug Zugang verschafft oder den Haus- oder Wohnungsschlüssel durch Raub erbeutet haben. Hat der Einbrecher hingegen den Schlüssel durch fahrlässiges Verhalten des Geschädigten in seinen Besitz gebracht, haftet die Versicherung bei Einbruch nicht.

Wenn Türen gar nicht abgeschlossen, sondern nur zugezogen waren oder der Einbruch durch ein offenstehendes Fenster erfolgt ist, kann die Versicherung ebenfalls wegen grober Fahrlässigkeit ihre Auszahlung verweigern oder nur eingeschränkt zahlen.

Wer zahlt für mehr Einbruchschutz bei Mietwohnungen?

Der Vermieter hat seine Einbruchschutz-Pflichten im Allgemeinen bereits erfüllt, wenn Eingangs- und Wohnungstüren des Gebäudes abschließbar sind. Mieter, die mehr Sicherheit wünschen, müssen dies in der Regel selbst bezahlen. Nur bei nachweislich mangelhafter Sicherheit oder erhöhter Gefährdung durch mehrere Einbrüche in der Vergangenheit muss der Vermieter eventuell beim Einbruchschutz nachbessern.

Der Mieter hat zwar das Recht, den Einbruchschutz seiner Wohneinheit auf eigene Kosten zu verbessern. Er muss aber den Vermieter vorab darüber informieren und auf dessen Wunsch alle Maßnahmen bei seinem Auszug rückgängig machen.

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