Rauchmelder können Leben retten, da die größte Gefahr bei einem Brand oftmals von der unbemerkten Rauchgasentwicklung ausgeht. Auf diese Tatsache haben die Vertreter der Versicherungswirtschaft und die Feuerwehren bereits seit mehreren Jahren hingewiesen. Dennoch war der Einbau von Rauchmeldern lange Zeit Privatsache und wurde nicht gesetzlich geregelt. Das wachsende öffentliche Bewusstsein hat dazu geführt, dass sich der Gesetzgeber intensiv mit diesem Thema auseinandergesetzt und eine Rauchmelderpflicht in allen deutschen Bundesländern eingeführt hat. Neben dem klassischen Rauchmelder gibt es inzwischen auch Funkrauchmelder oder Wlan-Rauchmelder, die erweiterte Funktionen bieten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Rauchmelder reagiert bei Gefahr schnell mit einem lautstarken Signal.
  • Rauchmelder können einzeln installiert oder vernetzt werden. Die vernetzten Rauchmelder werden über Funk, Kabel oder Wlan gesteuert.
  • Ein Rauchmelder muss die VdS-Anerkennung, die CE-Kennzeichnung und die TÜV-Zertifizierung besitzen.

Wieso sind Rauchmelder notwendig?

Ein Rauchmelder reagiert bei Gefahr schnell mit einem lautstarken Signal. Dadurch sind die Bewohner gewarnt und können sich sofort in Sicherheit bringen und die Feuerwehr alarmieren. Denn ein Brand wird nicht immer schnell erkannt. Zum einen werden die meisten Brände in der Wohnung durch technische Defekte verursacht, die nicht oder zu spät bemerkt werden. Zum anderen geschehen laut Angaben der Kampagne „Rauchmelder retten Leben“ rund 35 Prozent aller Brände in der Nacht und verursachen dabei über 70 Prozent der Todesopfer. Der Grund ist eindeutig: In der Nacht wird der Brand nicht oder zu spät bemerkt. Dadurch ist die Rauchgasentwicklung schon so weit fortgeschritten, dass der Mensch nichts mehr unternehmen kann und an den Folgen der Vergiftung stirbt.

Bereits ein oder zwei Rauchgas-Atemzüge können nämlich genügen, um einen Menschen in eine tiefe Bewusstlosigkeit zu versetzen, und wenige mehr können tödlich sein. Diese Tatsache erweist sich vor allem in der Nacht als verhängnisvoll. Wenn der Mensch schläft, ist sein Geruchssinn ausgeschaltet. Aus diesem Grunde kann es sehr schnell passieren, dass er bei einer Rauchgasvergiftung gar nicht mehr erwacht. Dies alles spricht dafür, zumindest die im Rahmen der Rauchmelderpflicht vorgeschriebenen Räume (meistens sind das Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure) mit Rauchmeldern auszustatten.

Arten von Rauchmeldern

Rauchmelder können einzeln installiert oder vernetzt werden. Die vernetzten Rauchmelder werden über Funk, Kabel oder Wlan gesteuert.

Funkrauchmelder

Funkrauchmelder haben den Vorteil, dass alle Geräte im Netz Alarm schlagen, wenn an einer Stelle Rauch bemerkt wird. Aus diesem Grunde eignen sich die vernetzten Rauchmelder vor allem für Häuser, für größere Wohnungen und für Haushalte mit Kindern. Auch im gewerblichen Bereich lohnt sich die Installation von Funkrauchmeldern.

Durch vernetzte Rauchmelder kann der Alarm auch dann gehört werden, wenn sich die Bewohner weitab vom Brandherd befinden. Für kleinere Wohnungen oder Zimmer sind einzelne Rauchmelder in der Regel ausreichend.

Rauchmelder in Zeiten von Smart Home

Smart Home ist auch im Bereich des Brandschutz ein Thema. Intelligente Rauchwarnmelder lassen sich mit verschiedenen Geräten verknüpfen. Verbinden sich Funkrauchmelder innerhalb des Hauses über eine begrenzte Distanz, gehen Wlan-Rauchmelder noch weiter. Diese Brandmelder verbinden sich über das Internet und sind somit von jedem Ort via Smartphone oder Tablet steuerbar.

Steht das Haus gerade leer und der Feuermelder nimmt Rauch wahr, informiert dieser per SMS oder Push-Benachrichtigung und sendet bestenfalls gleich selbst einen Notruf an die Feuerwehr. In Zukunft können intelligente Rauchmelder also noch mehr Menschen das Leben retten. Außerdem informiert einen der Rauchmelder auch, sobald die Batterie zur Neige geht. Selbst wenn das Wlan einmal ausfallen sollte, funktionieren die Rauchwarnmelder einwandfrei.

Welche Anforderungen sollte ein Rauchmelder erfüllen?

Der Gesetzgeber schreibt im Zuge der Rauchmelderpflicht vor, dass ein Rauchmelder über eine Lautstärke von mindestens 85 dB auf eine Entfernung von drei Metern verfügen muss. Nur dann kann er seine Funktion erfüllen und die Bewohner rechtzeitig warnen.

Darüber hinaus sollte ein Rauchmelder einwandfrei funktionieren. Die meisten Geräte sind mit einer fest eingebauten Langzeitbatterie ausgestattet, die bei hochwertigen Rauchmeldern eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren hat. Ist die Batterie leer, muss das Gerät ausgetauscht werden. Bei anderen Rauchmeldern ist ein Batteriewechsel ausdrücklich vorgesehen. Er muss so früh erfolgen, dass keine ernsthafte Gefahr besteht und die volle Funktionsfähigkeit jederzeit gewährleistet ist. Über den Zustand der Batterie gibt die Batteriewechselanzeige Aufschluss: In der Regel verfügen Rauchmelder über eine Leuchtdioden-Anzeige oder sie weisen durch einen Signalton darauf hin, dass ein Batteriewechsel notwendig ist.

Prüfsiegel und amtliche Zertifizierung

Ein Rauchmelder muss die VdS-Anerkennung, die CE-Kennzeichnung und die TÜV-Zertifizierung besitzen. Zusätzlich können Prüfstellen die Geräte mit dem besonderen Qualitätslabel Q versehen.

  • Die VdS-Anerkennung wird von der VdS Schadenverhütung GmbH verliehen. Sie ist das wichtigste Qualitätsmerkmal eines jeden Rauchmelders und darf unter keinen Umständen fehlen.
  • Die CE-Kennzeichnung ist kein Prüfsiegel, sondern ein Verwaltungskennzeichnen. Dennoch ist es auf jedem Rauchmelder unentbehrlich.
  • Die TÜV-Zertifizierung wird vom KRIWAN-Testzentrum vergeben.
  • Ein Rauchmelder, der das Qualitätslabel Q besitzt, weist ein besonders hohes Maß an Sicherheit auf und hat verschärfte Tests bestanden.
  • Die DIN 14604 definiert die Standards für Rauchmelder und europäische Produktnormen.