Erwerbsunfähigkeitsversicherung
Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist eine Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung (BU). Sie ist besonders für Erwerbstätige eine Option, die keine BU bekommen oder sich diese nicht leisten können. Hier erfahren Sie, wann sie sinnvoll ist und worauf es beim Abschluss ankommt.
- Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
- Unterschiede zur BU
- Für wen ist die Versicherung sinnvoll?
- Worauf sollten Sie achten?
- Wichtige Leistungsmerkmale
- Erwerbsunfähigkeitsversicherung vergleichen und abschließen
Kurz & knapp: Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung
- Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU-Versicherung) zahlt eine monatliche Rente, wenn Sie dauerhaft weniger als drei Stunden täglich arbeiten können.
- Die gesetzliche Absicherung reicht im Ernstfall nicht aus. Die Erwerbsminderungsrente lag 2024 im Schnitt bei 1.041 Euro monatlich.
- Die EU-Versicherung ist eine Alternative, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich oder zu teuer ist.
- Das trifft besonders häufig auf Personen mit Risikoberufen oder Vorerkrankungen zu.
- Achten Sie beim Tarifvergleich auf Prognosezeitraum, Bruttobeitrag und Nachversicherungsgarantie.
Was ist eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung?
Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung sichert Ihr Einkommen ab, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Im Leistungsfall zahlt sie Ihnen eine monatliche Rente, deren Höhe Sie bei Vertragsabschluss selbst festlegen.
Wann liegt Erwerbsunfähigkeit vor?

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie für die jeweilige Tätigkeit überqualifiziert sind. Maßgeblich ist allein Ihre Leistungsfähigkeit.
Wann zahlt die Versicherung?
Die EU-Versicherung greift, sobald Sie als erwerbsunfähig gelten. Einige Versicherer setzen voraus, dass dieser Zustand mindestens sechs Monate andauert.
Reicht die gesetzliche Absicherung?
Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente (EMR) reicht für die meisten Menschen nicht aus. Laut Deutscher Rentenversicherung (DRV) erhielten Personen, die 2024 erstmals eine Erwerbsminderungsrente bezogen, im Durchschnitt 1.041 Euro monatlich. Das ist zu wenig, um den gewohnten Lebensstandard zu halten.
Die genaue Höhe der EMR hängt von Ihrem versicherungspflichtigen Arbeitseinkommen ab. Wer noch am Anfang des Berufslebens steht, hat entsprechend wenig eingezahlt und bekommt eine niedrige Rente.
Tipp: Wie hoch Ihre EMR ist, lesen Sie in Ihrer Renteninformation.
Hinweis
Nicht jeder hat Anspruch auf die EMR. Wer gar nicht oder nicht ausreichend lange in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat, bekommt bei Erwerbsminderung keine Unterstützung. Das betrifft oft Selbstständige oder Berufseinsteiger und Studierende.
Die private Erwerbsunfähigkeitsversicherung schließt diese Versorgungslücke. Anders als die EMR können Sie die Rentenhöhe individuell vereinbaren.
Entscheidungshilfe: Unterschied BU- und EU-Versicherung
Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ähnelt in ihrer Funktion einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie gilt auch als Alternative zur BU, bietet aber keinen gleichwertigen Schutz.
Berufsunfähig sind Sie, wenn Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf dauerhaft nur noch zu maximal 50 Prozent ausüben können und wenn die Einschränkung mindestens sechs Monate anhält.
Die BU greift also deutlich früher als die EU-Versicherung: Sie zahlt bereits, wenn Sie Ihren konkreten Job nicht mehr ausüben können, nicht erst, wenn Sie auf dem gesamten Arbeitsmarkt nicht mehr einsetzbar sind.
Statistisch wird jeder vierte Erwerbstätige im Laufe seines Berufslebens einmal berufsunfähig. Die BU gilt deshalb als eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
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Merkmal
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Erwerbsunfähigkeitsversicherung
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Berufsunfähigkeitsversicherung
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|---|---|---|
| Leistet wenn ... | Erwerbsfähigkeit < 3 Std./Tag in irgendeinem Beruf | Berufsunfähigkeit ≥ 50 % im zuletzt ausgeübten Beruf |
| Berufsbezug | Nein | Ja |
| Kosten | günstiger | teuer |
| Sinnvoll für ... | Personen mit Vorerkrankungen oder risikoreichen Berufen, die keine BU abschließen können | Alle Erwerbstätigen, die versicherbar sind |
Tipp
Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist die erste Wahl, wenn es um die Absicherung Ihrer Arbeitskraft geht. Sie greift früher und bietet einen umfassenderen Schutz. Die EU-Versicherung ist eine sinnvolle Alternative, wenn eine BU für Sie nicht erschwinglich ist oder Sie nur BU-Angebote mit vielen Leistungsausschlüssen erhalten.
Für wen ist die Versicherung bei Erwerbsunfähigkeit sinnvoll?
Eine EU-Versicherung lohnt sich vor allem für zwei Gruppen:
- Personen in Risikoberufen: Arbeiten Sie in einem körperlich fordernden Job, etwa im Handwerk oder in der Pflege, verlangen BU-Versicherer oft sehr hohe Beiträge oder lehnen den Antrag ganz ab.
- Personen mit Vorerkrankungen: Haben Sie starke gesundheitliche Einschränkungen, erhalten Sie eine BU meist nur mit Leistungsausschlüssen oder Beitragszuschlägen.
Wenn Sie zu einer dieser Gruppen gehören, ist die EU-Versicherung eine verlässliche Möglichkeit, Ihr Einkommen abzusichern. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn Sie oder Ihre Familie finanziell von den Einkünften abhängen, zum Beispiel weil keine größeren Rücklagen vorhanden sind oder laufende Kredite bedient werden müssen.
Sind die Aufnahmechancen bei der EU-Versicherung besser als bei der BU?
Nicht unbedingt. Denn auch bei der Erwerbsunfähigkeitsversicherung gibt es eine Gesundheitsprüfung. Bei schwerwiegenden Vorerkrankungen sind die Hürden ähnlich hoch wie bei der BU.
Unser Tipp: Mit einer anonymen Risikovoranfrage bei den Anbietern erfahren Sie, ob ein Vertrag möglich ist und zu welchen Bedingungen Sie versichert werden können. Sprechen Sie dazu mit unseren Versicherungsexperten bei Verivox.
Worauf sollten Sie beim Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung achten?
Wenn Sie erwerbsunfähig werden, müssen Sie sich auf Ihre Absicherung verlassen können. Ein genauer Blick auf die Tarifdetails lohnt sich, damit Sie im Ernstfall wissen, dass Ihre finanzielle Absicherung steht.
Folgende Punkte sind beim Tarifvergleich wichtig:
Brutto- oder Nettobeitrag
Im Tarifvergleich sehen Sie meist zwei Beiträge:
- Nettobeitrag (auch Zahlbeitrag): Der Betrag, den Sie monatlich zahlen.
- Bruttobeitrag: Der maximale Beitrag, den der Versicherer erheben darf, wenn er weniger Überschüsse erwirtschaftet.
Achten Sie beim Vergleich auf den Bruttobeitrag. Müssen Sie zwischen zwei gleichwertigen Tarifen wählen, entscheiden Sie sich für den mit dem niedrigeren Bruttobeitrag, auch wenn der Nettobeitrag etwas höher liegt. Das schützt Sie vor hohen Kosten im Fall, dass der Zahlbeitrag ansteigt.
Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten
Beim Antrag verlangt der Versicherer eine Gesundheitsprüfung. Beantworten Sie alle Fragen vollständig und korrekt, so stellen Sie sicher, dass Ihr Schutz im Ernstfall wirklich greift.
Verschweigen Sie Vorerkrankungen oder frühere Behandlungen, auch unabsichtlich, kann der Versicherer die Zahlung verweigern.
Prognosezeitraum
Der Prognosezeitraum legt fest, wie lange Sie als erwerbsunfähig eingestuft sein müssen, bevor die Versicherung zahlt. Je nach Tarif liegt er zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Entscheiden Sie sich am besten für einen Tarif mit einem Prognosezeitraum von maximal sechs Monaten. Je kürzer der Zeitraum, desto früher erhalten Sie die Leistung.
Finanzstärke des Versicherers
Eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung läuft oft über Jahrzehnte. Wählen Sie daher einen Versicherer, der langfristig stabil am Markt ist und im Ernstfall zuverlässig zahlen kann. Unsere Versicherungsexperten bei Verivox beraten Sie gern und kennen die Finanzkraft der Anbieter.
Wie hoch sollte die Erwerbsunfähigkeitsrente sein?
Als Richtwert gelten etwa 80 Prozent Ihres Nettoeinkommens. Die Rente sollte so gewählt sein, dass Sie Ihre laufenden Kosten – Miete, Kredite, Lebensunterhalt – auch im Ernstfall weiter decken können.
Wie hoch die Rente in Ihrem Fall sein sollte, hängt von Ihrer persönlichen Situation ab.
Wichtige Leistungsmerkmale
Nehmen Sie beim Tarifvergleich auch diese Vertragsmerkmale unter die Lupe:
Dynamik
Ohne Anpassung verliert Ihre Rente durch die Inflation schleichend an Wert. Eine Dynamik-Klausel verhindert das: Beitrag und Rentenanspruch wachsen jährlich automatisch um einen vereinbarten Prozentsatz.
Dabei müssen Sie nicht jede Erhöhung zwingend mitmachen. Passt die Anpassung gerade nicht ins Budget, können Sie aussetzen. Tun Sie dies jedoch zu oft hintereinander, verlieren Sie die Dynamik dauerhaft. Die Rentenhöhe bleibt dann auf dem Stand eingefroren, den sie zuletzt hatte.
Rentensteigerung im Leistungsfall
Die Rentensteigerung sorgt dafür, dass Ihre Rente auch im Bezug regelmäßig steigt und nicht durch Inflation an Wert verliert. Das ist besonders wichtig, wenn Sie in jungen Jahren erwerbsunfähig werden und die Rente über viele Jahre beziehen.
Nachversicherungsgarantie
Mit einer Nachversicherungsgarantie können Sie die vereinbarte EU-Rente später erhöhen, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung zu durchlaufen. Das zahlt sich aus, wenn sich Ihre Lebenssituation ändert, beispielsweise durch eine Gehaltserhöhung, Heirat oder die Geburt eines Kindes.
Laufzeit bis zum Renteneintritt
Wählen Sie eine Laufzeit bis zum Renteneintrittsalter von 67 Jahren. So sind Sie lückenlos abgesichert, bis Sie die gesetzliche Rente beziehen.
Verzicht auf Anzeigepflicht
Manche Versicherer verlangen, dass Sie Änderungen melden, die Ihr Risiko erhöhen, etwa einen Berufswechsel oder ein neues Hobby. Prüfen Sie, ob Ihr Vertrag auf diese Anzeigepflicht verzichtet, damit solche Veränderungen nicht zu höheren Beiträgen führen.
Rückwirkende Leistungen
Eine Erwerbsunfähigkeit wird oft erst mit Verzögerung festgestellt. Achten Sie darauf, dass der Versicherer rückwirkend zahlt: idealerweise bis zu drei Jahre.
Erwerbsunfähigkeitsversicherung vergleichen und abschließen
Eine Arbeitskraftabsicherung ist wichtig. Aber das Thema wirft bei den meisten viele Fragen auf. Welche Versicherung passt zu meinem Beruf? Bekomme ich überhaupt eine BU? Was, wenn ich Vorerkrankungen habe?
Unsere Versicherungsexperten bei Verivox kennen diese Fragen und helfen Ihnen im Gespräch, die richtige Antwort zu finden. Sie vergleichen die Tarife, erklären die Unterschiede und begleiten Sie vom ersten Überblick bis zum Vertragsabschluss – egal ob Berufsunfähigkeitsversicherung, Erwerbsunfähigkeitsversicherung oder andere Alternativen zur BU.
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Berechnungsgrundlage - Jahresersparnis
Alter: 25 Jahre / Rente: 1.000 Euro / Absicherung bis 67 / Beruf: Industriekaufmann/-frau / Ausbildung: Bachelor / Bürotätigkeit: 100% Bürotätigkeit / Nichtraucher
Günstigster Jahresbeitrag
Versicherer: Signal Iduna, Tarif: SI WorkLife EXKLUSIV, Monatliche Zahlung: 29,39 Euro (Jahresbeitrag: 352,68 Euro)
Teuerster Jahresbeitrag
Versicherer: Universa, Tarif: SBU, monatliche Zahlung: 65,48 Euro (Jahresbeitrag: 785,76 Euro)
abgerufen 03/2025, aktuelle Tarife können abweichen -
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