Wer braucht welche Surf-Geschwindigkeit?

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Schnelle Internetverbindungen sind schon längst nicht mehr mit hohen Kosten verbunden. Doch wer braucht welches Tempo? Verschiedene Nutzertypen im Überblick.

Ein blitzschneller Kabelanschluss, reguläres DSL mit bis zu 16 Megabit pro Sekunde, LTE-Mobilfunk für zu Hause oder doch lieber VDSL? Das Angebot an Breitbandinternet-Anschlüssen ist groß – aber nicht jede Variante ist überall verfügbar. Schnelle Kabel- und VDSL-Zugänge kommen auf bis zu 400 Mbit pro Sekunde. Mittlerweile gibt es sogar Anschlüsse mit bis zu einem Gigabit pro Sekunde.

Doch nicht jeder Internetnutzer braucht gleich den teuersten Turbozugang, dafür hat der eine oder andere oft ganz spezielle Anforderungen. Sieben verschiedenen Nutzertypen im Überblick:

1. Der Gelegenheitssurfer

E-Mails abrufen, Nachrichten lesen und bei Facebook vorbeischauen – dafür genügt ein regulärer DSL-Anschluss. Nur die ganz langsamen DSL-Anschlüsse bekommen da Probleme. Doch Verbindungen unter 6 Mbit/s bieten die Provider oft ohnehin gar nicht mehr an.

2. Der Streamer

Spätestens seit dem Start von Spotify und Netflix ist Musik- und Videostreaming auch in Deutschland angekommen. Für Songs und Filme in niedriger Qualität reicht ein klassischer DSL-Anschluss in der Regel aus – selbst wenn weniger als 16 Mbit/s aus der Leitung kommen. HD-Videos brauchen dagegen stabiles DSL mit mindestens 16 Mbit/s, besser sogar noch mehr. Sonst müssen Film- und Serienfans mit nervigen Qualitätsschwankungen oder Ladepausen rechnen.

3. Der Zocker

Online-Spiele an PC und Konsole machen nur mit einer schnellen Verbindung richtig Spaß. Hier ist eine kurze Latenzzeit von Vorteil: Das bedeutet, dass die Internetverbindung möglichst schnell antwortet und sich die Reaktion nicht verzögert. Einfluss auf die Latenz hat zum Beispiel, ob man per WLAN oder – besser – per Netzwerkkabel surft.

4. Der Datensammler

Wer viel herunterlädt, zahlt auch mehr oder wird irgendwann gedrosselt – zumindest im mobilen Internet. Bei DSL und Co. sind solche Regelungen dagegen inzwischen aus der Mode: Mehrere hundert Gigabyte müssen es schon sein, bis die Toleranzschwelle erreicht ist. Andere Anbieter drosseln gezielt Nutzer, die viel Filesharing betreiben. Für solche Anwender lohnt sich vor der Unterschrift daher ein Blick ins Kleingedruckte des Vertrages.

5. Die Großfamilie

Klar, ein Gelegenheitsnutzer braucht kein schnelles Internet. Aber was ist mit fünf Nebenbei-Surfern unter einem Dach? Und was, wenn die nicht nur ins Netz, sondern auch spielen oder streamen wollen? In diesem Fall können 16 Mbit/s schnell knapp werden: Bei einer Überlastung der Leitung schrumpft die Geschwindigkeit und der Frust der Nutzer wächst. Highspeed-Verbindungen ab 50 Mbit/s sind daher für Familien oder Wohngemeinschaften durchaus empfehlenswert.

6. Der Uploader

Alle Fotos immer in der Cloud haben, wichtige Daten auf den Backup-Server schieben oder Videospiele live ins Netz übertragen: Weil immer mehr Szenarien einen stabilen und flüssigen Datenupload erfordern, wird der Versand gegenüber dem Download in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Früher waren beide Werte gekoppelt, inzwischen ist das nicht immer so. Wer viel hochlädt und Online-Backups nutzt, sollte sich daher nach speziellen Tarifen umsehen, die schnellere Uploads versprechen. Viele Internettarife bieten bereits 6 oder 10 Mbit/s im Upload, die Höchstwerte liegen sogar bei 40 Mbit/s und mehr.

7. Der Abgeschnittene

In einigen Gegenden Deutschlands gibt es noch immer weder DSL noch Kabel. Einzige Alternative ist hier der schnelle Mobilfunkstandard LTE. Der funktioniert, bringt aber einige Nachteile mit: Erstens teilt man ihn mit anderen Menschen in der Funkzelle. Sind viele Nutzer online, surfen alle langsamer. Zweitens gibt es in der Regel ein Downloadlimit und drittens sind die Angebote meist deutlich teurer als DSL oder Kabel.

Höchstgeschwindigkeit häufig ein theoretischer Wert

Die kluge Wahl des richtigen Anschlusses bringt allerdings nichts, wenn dann die Leitung lahmt: Der DSL- oder Kabelvertrag wurde mit DSL 16.000 abgeschlossen, doch es kommt nur die Hälfte der Geschwindigkeit beim Verbraucher an. Viele Kunden kennen das Problem, denn es kommt bisweilen vor, dass die vom Provider angegebenen Werte vor Ort nicht machbar sind. Hintergrund ist, dass es sich bei den angegebenen Bandbreiten – die häufig mit der Formulierung „bis zu“ versehen sind – um theoretische Maximalwerte handelt, die nur unter idealen Bedingungen erreicht werden. Am ehesten erreichen die Kabelanbieter ihre angegebenen Höchstwerte.

Liegt das Surftempo dauerhaft deutlich unter dem, was zuvor versprochen wurde, sollten Verbraucher sich zunächst mit ihrem Provider in Verbindung setzen. So kann man sich vielleicht über eine Preisminderung oder eine vorzeitige Kündigung einigen. Wer prüfen möchte, wie schnell die eigene Datenverbindung ist, kann sich mit einem Speedtest von der realen Geschwindigkeit überzeugen.