Gasgrill oder Elektrogrill? – Was ist besser?

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Wer eine Alternative zu einem herkömmlichen Holzkohlegrill sucht, der hat prinzipiell die Wahl zwischen einem Gas- oder einem Elektrogrill. Es gibt jedoch einige Unterschiede zwischen dem Grillen mit Gas und dem Grillen mit Strom, wobei beide Methoden ihre speziellen Vor- und Nachteile mit sich bringen. Doch was ist besser: Gasgrill oder Elektrogrill?

Das Wichtigste in Kürze

  • Während gute Elektrogrills schon für etwa 100 Euro erhältlich sind, kosten qualitativ überzeugende Gasgrills in der Regel mindestens 300 Euro.
  • Sowohl beim Gasgrill als auch beim Elektrogrill kommt der typische rauchige Geschmack nicht zustande, den viele von traditionell Gegrilltem gewohnt sind. Beim Grillen mit Gas können allerdings Räucherpellets für dieses Aroma sorgen.
  • Da sich die Temperatur insbesondere bei Gasgrills sehr genau einstellen lässt, ist das Risiko bei ihnen vergleichsweise gering, dass das Grillgut anbrennt.

Gasgrill oder Elektrogrill: Wie funktionieren die Geräte?

Zum Betrieb eines Gasgrills kommt für gewöhnlich Propan oder Butan zum Einsatz. Das Gas gelangt über ein Röhrensystem unter die Grillplatte, wo eine Flamme es entzündet. Bei einigen Modellen ist dies per Knopfdruck möglich. Bei anderen Ausführungen muss das Gas über ein Feuerzeug oder Streichholz entzündet werden. Die Gaszufuhr lässt sich über ein Ventil regulieren.

Ein Elektrogrill nutzt Strom zum Garen des Grillguts. Nach dem Einschalten des Grills erwärmen sich Heizstäbe, auf denen je nach Ausführung entweder ein Rost oder eine Grillplatte liegt. Auch bei Elektrogrills lässt sich die Temperatur für gewöhnlich über einen Regler einstellen.

Der Preis: Gas- oder Elektrogrill – ­­was ist günstiger in der Anschaffung?

Was die Anschaffungskosten betrifft, liegen Elektrogrills klar vorn. Die günstigsten Modelle kosten lediglich 20 bis 30 Euro. Für ein gutes Modell sind jedoch mindestens 100 Euro einzuplanen. Für eine ähnliche Summe erhalten Sie bei Gasgrills lediglich ein Einsteigermodell. Hochwertigere Geräte kosten hingegen 300 Euro und mehr.

Betriebskosten: Mit Gas zu grillen, ist teurer

Der Betrieb eines Elektrogrills verursacht nur sehr geringe Kosten. Nutzen Sie beispielsweise ein Gerät mit einer Leistung von 2.000 Watt für eine Stunde, liegt der Stromverbrauch bei zwei Kilowattstunden. Bei einem Strompreis von 25 Cent je Kilowattstunde fallen damit lediglich Kosten von 50 Cent an.

Ein Gasgrill verbraucht stündlich rund ein Kilogramm Propan beziehungsweise Butan. Gasflaschen mit einer Kapazität von fünf Kilogramm kosten etwa zehn Euro, sodass der finanzielle Aufwand für einmal Grillen hier zwischen einem und zwei Euro liegt. Damit sind die Betriebskosten eines Gasgrills zwar mehr als doppelt so hoch wie beim Elektrogrill, aber immer noch relativ günstig.

Geschmack: Gasgrills punkten mit speziellen Räucherpellets

Bei der Frage, ob es eher ein Gas- oder Elektrogrill werden soll, spielt der Geschmack des Grillguts natürlich eine entscheidende Rolle. Fakt ist: Anders als ein Holzkohlegrill sorgt weder ein Gas- noch ein Elektrogrill für ein rauchiges Aroma des Grillguts. Zumindest nicht, ohne zusätzliche Hilfsmittel. Allerdings gibt es für Gasgrills sogenannte Räucherpellets. Dabei handelt es sich um mit Holzchips befüllte Behältnisse, die auch bei mit Gas Gegrilltem für ein Raucharoma sorgen. Bei Elektrogrills funktioniert dies hingegen nicht.

Gesundheitliche Aspekte: Weniger verbranntes Grillgut bei Gasgrills

Die Temperatur lässt sich insbesondere mit einem Gasgrill sehr gut einstellen. Dadurch reduziert sich die Wahrscheinlichkeit, dass das Grillgut anbrennt und sich das gesundheitsschädliche Acrylamid bildet. Dies ist natürlich ein eindeutiger Pluspunkt für den Gasgrill. Beim Grillen mit Strom kann es hingegen zu leichten Temperaturschwankungen kommen.

Reinigung: Keine großen Unterschiede bei der Pflege

Unabhängig davon, ob Sie sich für einen Gasgrill oder einen Elektrogrill entscheiden, müssen Sie das Gerät nach dem Einsatz säubern. Dazu empfiehlt es sich in beiden Fällen, Reste am Rost nach dem Grillen abzubrennen und diesen im Anschluss mit einer speziellen Grillbürste zu reinigen. Bei einem Gasgrill schließen Sie natürlich erst den Deckel, bevor Sie die Flamme hochdrehen. Viele Hersteller statten zudem ihre Grills mit herausnehmbaren Wannen aus, die ebenfalls gesäubert werden sollten. Aber Achtung: Verzichten Sie auf aggressive Reinigungsmittel. Verwenden Sie stattdessen eine Seifenlauge und einen Schwamm.

Weitere Vor- und Nachteile von Gas- und Elektrogrills

Sind Sie unschlüssig, ob ein Gas- oder ein Elektrogrill die bessere Wahl ist, sollten Sie neben den bereits erwähnten Aspekten auch die Bauart der Geräte berücksichtigen. Elektrogrills sind für gewöhnlich nämlich etwas kompakter, wodurch sie sich leichter transportieren lassen. Allerdings stellt die kompakte Bauart einen Nachteil dar, wenn Sie mit vielen Personen grillen möchten. Denn dann sind unter Umständen mehrere Durchgänge notwendig, bis bei jedem etwas Gegrilltes auf dem Teller liegt.

Bedenken Sie außerdem: Tendenziell ist das Grillen mit Strom ungefährlicher als die Nutzung von Gas. Darüber hinaus lässt sich mit einem Elektrogrill auch in der Wohnung weitergrillen – beispielsweise, falls es zu regnen beginnt. Dies ist mit einem Gasgrill nicht möglich.

Was ist besser: Gasgrill oder Elektrogrill?

Ob jemand eher einen Gas- oder einen Elektrogrill bevorzugt, darüber entscheiden im Wesentlichen die persönlichen Vorlieben. Die Vorzüge eines Elektrogrills bestehen vor allem im vergleichsweise niedrigen Anschaffungspreis. Was den Geschmack des Grillguts angeht, bevorzugen jedoch viele einen Gasgrill. Zusätzlich ist es von Bedeutung, wo Sie den Grill aufstellen möchten. Aufgrund der kompakteren Ausmaße bietet sich für den Balkon normalerweise eher ein Elektrogrill an.