Solaranlage für Wohnmobil: Leistung, Kosten und Montage

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Eine Solaranlage fürs Wohnmobil empfiehlt sich vor allem für Personen, die nicht alle zwei bis drei Tage eine Steckdose suchen möchten, um Strom zu tanken. Schließlich gibt es in jedem Camper zahlreiche Geräte, die Energie benötigen. Doch ist die Installation eines Solarpanels einfach so möglich und was kostet eine Solaranlage für ein Wohnmobil? Die wichtigsten Infos zu diesem Thema fasst der nachfolgende Ratgeber zusammen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den wesentlichen Komponenten einer Solaranlage fürs Wohnmobil zählen die Solarmodule, ein Laderegler und eine Batterie zum Speichern des erzeugten Stroms.
  • Wie hoch die Modulleistung der Anlage ausfallen sollte, hängt davon ab, wie viel Energie die elektrischen Geräte im Camper täglich verbrauchen.
  • Wer eine Solaranlage für ein Wohnmobil kaufen möchte, der sollte mit Anschaffungskosten von 300 bis 1.600 Euro und gegebenenfalls mit 150 bis 300 Euro für die Montage rechnen.
  • Eine Alternative zu einem festinstallierten System stellen mobile Solaranlagen dar.

Wie funktioniert eine Solaranlage fürs Wohnmobil?

Eine Solaranlage fürs Wohnmobil setzt sich im Wesentlichen aus einem oder mehreren Solarpanels, einem Laderegler und gegebenenfalls einer Batterie zusammen, obwohl diese oftmals bereits vorhanden ist. Die auf dem Dach installierten Solarzellen wandeln die Sonnenstrahlung in elektrische Energie um. Der Laderegler gewährleistet, dass die Verbraucherbatterie optimal lädt. Meist handelt es sich bei für Wohnwagen konzipierten Solaranlagen um Sets. Es besteht jedoch ebenso die Möglichkeit, die Komponenten einzeln zu erwerben. Allerdings sollten Sie in diesem Fall darauf achten, dass der Laderegler die Leistung der Solarzellen auch verarbeiten kann.

Die verschiedenen Arten von Solarmodulen

Wer eine Solaranlage am Wohnmobil nachrüsten möchte, der kann zwischen verschiedenen Photovoltaikzellen wählen. Monokristalline Solarmodule zeichnen sich durch einen vergleichsweise hohen Wirkungsgrad aus. Polykristalline Solarmodule sind dafür in der Anschaffung etwas günstiger. Sogenannte CIS-Solarzellen erzeugen dagegen auch bei Schatten und Bewölkung Strom.

Die Leistung der Solaranlage fürs Wohnmobil berechnen

Um herauszufinden, über welche Modulleistung das Solarpanel für Ihr Wohnmobil verfügen sollte, müssen Sie den täglichen Strombedarf analysieren. In diesem Zusammenhang ist es entscheidend, welche Geräte Strom ziehen und wie lange Sie diese täglich nutzen. Multiplizieren Sie zunächst den Verbrauch eines Geräts mit seiner Betriebsdauer. Fünf LED-Lampen mit einem Stromverbrauch von je zwei Watt, die am Tag fünf Stunden leuchten, verbrauchen beispielsweise 50 Wattstunden (5 x 2 Watt x 5 Stunden = 50 Wattstunden) an Energie.

Diese Rechnung führen Sie auch für alle anderen elektrischen Verbrauchsgeräte durch. Im Anschluss bilden Sie die Summe aus den einzelnen Werten. Das Ergebnis zeigt den täglichen Stromverbrauch auf.

Solaranlage fürs Wohnmobil: Wie viel Watt benötige ich?

Nachdem Sie den Strombedarf in Erfahrung gebracht haben, lässt sich die benötigte Solarmodulleistung problemlos berechnen. Allerdings sollten Sie an dieser Stelle berücksichtigen, zu welcher Jahreszeit Sie mit dem Camper hauptsächlich verreisen. Im Sommer können Sie von einer effektiven Sonnenscheindauer von fünf Stunden ausgehen, im Winter eher von einer Stunde. Wenn die täglich genutzte Energiemenge beispielsweise bei 300 Wattstunden liegt, ergeben sich folgende Rechnungen:

  • Modulleistung (Winter) = 300 Wattstunden / 1 Stunde = 300 Watt
  • Modulleistung (Sommer) = 300 Wattstunden / 5 Stunden = 60 Watt

Wer das Wohnmobil vorrangig in den Sommermonaten nutzt, benötigt lediglich ein Solarmodul mit 60 Watt. Um im Winter genug Strom zu erzeugen, sind dagegen drei 100-Watt-Module notwendig. Allerdings sollten Sie beim Kauf der Anlage berücksichtigen, dass die Hersteller die Leistung oftmals nicht in Watt, sondern in Watt peak (Wp) angeben. Dabei handelt es sich um die Leistung, die das Modul unter optimalen Bedingungen erreicht. Der tatsächliche Wert fällt in der Regel etwas geringer aus, weswegen sie es sich empfiehlt, die Solaranlage fürs Wohnmobil 20 bis 30 Prozent größer zu dimensionieren.

Die optimale Batteriekapazität

Die Kapazität der Batterie wird für gewöhnlich in Amperestunden (Ah) angegeben. Sie können Wattstunden ganz einfach in Amperestunden umrechnen, indem Sie die Variable durch die Spannung teilen. Handelt es sich um eine 12-Volt-Batterie, entsprechen 300 Wattstunden circa 25 Amperestunden (300 Wattstunden / 12 Volt = 25 Amperestunden). Der Tagesbedarf stellt jedoch lediglich die theoretische Mindestkapazität dar. Wer auch bei schlechtem Wetter drei bis vier Tage ohne eine Steckdose auskommen möchte, benötigt eine Batterie mit 75 bis 100 Amperestunden. Beachten Sie außerdem, dass Sie bei gängigen Bleiakkus nur etwa 60 Prozent der Nennkapazität nutzen können. Daher sollte der Akku im gewählten Beispiel letztlich über eine Kapazität von 120 bis 160 Amperestunden verfügen.

Was kostet eine Solaranlage fürs Wohnmobil?

Es gibt verschiedene Faktoren, die bedingen, welche Kosten eine Solaranlage fürs Wohnmobil nach sich zieht. Die Anschaffungskosten hängen vor allem von der Leistung der Anlage ab und liegen im Regelfall zwischen 300 und 1.600 Euro. Wer sich für die Installation durch einen Fachmann entscheidet, sollte 150 bis 300 Euro zusätzlich einplanen.

Alternativ mit einem portablen Solarpanel Strom erzeugen

Besitzer eines Wohnwagens müssen sich nicht zwangsläufig für eine festinstallierte Solaranlage entscheiden. Ebenso besteht die Möglichkeit, auf faltbare Module zurückzugreifen. Eine mobile Solaranlage fürs Wohnmobil können Sie stets nach der Sonne ausrichten und damit sehr flexibel einsetzen. Selbst hinter der Windschutzscheibe erreichen die Solarzellen noch 50 Prozent ihrer Leistung. Allerdings fallen die Stromerträge bei der festinstallierten Variante höher aus.

Solaranlage fürs Wohnmobil: Tipps für die Montage

Mit etwas handwerklichem Geschick können Besitzer eines Wohnwagens die Solaranlage auch in Eigenregie montieren. Welche Tipps Sie dabei vor allem berücksichtigen sollten, veranschaulicht die nachfolgende Liste:

  • Legen Sie zunächst die exakte Position des Solarmoduls und der Dachdurchführung fest.
  • Installieren Sie den Laderegler am besten unweit der Verbraucherbatterie beziehungsweise des Elektroblocks (falls dieser über einen entsprechenden Eingang verfügt).
  • Nutzen Sie Kreppband, um die Klebestellen zu begrenzen und saubere Klebefugen ziehen zu können.