Telefonica Deutschland will Funkmasten verkaufen

20.05.2020

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München – Der Mobilfunkanbieter Telefonica Deutschland peilt den geplanten Verkauf eines Großteils seiner Funkmasten in den kommenden Wochen an. Die Funkmastenstandorte sollen an die Infrastrukturtochter Telxius der spanischen Konzernmutter Telefonica gehen.

"Ich bin zuversichtlich, in den nächsten Wochen zu einer finalen Entscheidung in der sehr komplexen Transaktion zu kommen", sagte Vorstandschef Markus Haas am Mittwoch in München laut Redetext zur Hauptversammlung. Das MDax-Unternehmen hatte die Prüfung des Verkaufs im September angekündigt. Dabei geht es um einen großen Teil der fast 19.000 Dachstandorte und der dort montierten sogenannten passiven Infrastruktur – die Sendeanlagen selbst sind davon nicht betroffen.

Erlöse sollen in den Netzausbau fließen

Die Funkmastenstandorte würden nach Angaben aus dem September an die Infrastrukturtochter Telxius der spanischen Konzernmutter Telefonica gehen. "Diese passive Infrastruktur abseits der eigentlichen Funktechnik bindet enorm viel Kapital", sagte Haas. Der O2-Anbieter will in den kommenden Jahren mehr Geld in sein Netz stecken, um die Kundenzufriedenheit zu stärken und die 5G-Technik aufzubauen. "Hohe Investitionen in Masten und Stellflächen für Mobilfunkantennen werden nicht mehr zum limitierenden Faktor der Netzqualität", sagte Haas.

Bereits im April 2016 hatte Telefonica Deutschland 2.350 freistehende Mobilfunkmasten an Telxius abgegeben und damit knapp 590 Millionen Euro erlöst. Funktürme und Mobilfunkstandorte gelten als attraktives Investment für Investoren, die an einer stabilen Rendite aus den Standortmieten interessiert sind, so zum Beispiel Versicherer. Mobilfunkriese Vodafone will seine europäische Funkturmsparte Anfang 2021 an die Börse bringen. Die Deutsche Telekom hat ihre Funktürme schon vor Jahren in eine eigene Gesellschaft ausgelagert, ist aber noch alleinige Besitzerin.