Das Samsung Galaxy Note 4 - Ein Multitalent im Test

03.11.2014

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg - Samsung schickt sein Tabphone in die vierte Runde: Das Galaxy Note 4 beeindruckt in erster Linie mit seinem neuen Super-Display. Aber auch die 16-Megapixel-Kamera und der brandneue Prozessor Qualcomm Snapdragon 805 überzeugen. Ein echtes Multitalent also, das nicht nur Businesskunden ansprechen dürfte, sondern auch Privatnutzer und Gamer. Wie das Galaxy Note 4 in der Praxis besteht, verrät der ausführliche Test von Verivox.

Es ist schon verblüffend: Während Smartphone-Displays immer größer werden, hat Samsung diese Entwicklung beim Galaxy Note 4 nicht mitgemacht. Dessen Mattscheibe ist mit 71 x 125 Millimetern respektive 5,67 Zoll ebenso groß wie jene des Vorgängers, des Galaxy Note 3. Die Koreaner scheinen dieses Format für ideal zu halten für ihr stift-basiertes Tabphone. Außerdem handelt es sich erneut um ein Super-AMOLED-Panel mit Diamond-Matrix, die Kontraste bleiben also erstklassig. Sehr wohl geändert hat sich hingegen die Auflösung: Aus 1080 x 1920 wurden 1440 x 2560 Pixel, wodurch die Schärfe von 388 auf 518 ppi kletterte. Das mag sich nach einer immensen Steigerung anhören, doch was das Auge von solchen Zugewinnen wahrnimmt, lässt quasi exponentiell nach: Je höher die Pixeldichte, desto geringer der sichtbare Zuwachs an Schärfe. Liegen Note 3 und Note 4 mit einem identischen Foto nebeneinander, kann man bei genauem Hinsehen trotzdem leichte Unterschiede bei kleinen Details erkennen, die auf dem Novizen präzise herausgearbeitet sind und auf dem Vorgänger verwaschen. Das ist aber nichts, weshalb Besitzer des Note 3 auf den Nachfolger umsteigen müssten.

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Erstes Handy mit Snapdragon 805

Darüber hinaus verfügt das Note 4 als erstes Mobiltelefon hierzulande über den neuen Qualcomm-Prozessor Snapdragon 805, dessen vier Kerne mit 2,7 Gigahertz getaktet sind. Auch das Grafikmodul Adreno 420 ist komplett neu und das allererste aus der 400-er-Reihe. Unterstützt wird das Team von drei Gigabyte Arbeitsspeicher. Und genauso mächtig, wie sich das anhört, fallen auch die Ergebnisse der Benchmarks aus: In der Gesamtwertung aus zwölf der bekanntesten Tempo-Tests liegt das Note 4 satte 82 Prozent über dem Durchschnitt aller in den letzten zwölf Monaten getesteten Smartphones. Das bedeutet Rang 3 nach dem iPhone 6 und 6 Plus. Auffällig sind vor allem die hervorragenden Werte der Grafik-Benchmarks: Im Modus „Manhattan offscreen“ bescheinigt GFX dem Probanden eine um 129 Prozent höhere Rechenleistung als dem Durchschnitt, also mehr als doppelt so viel! Bärenstarker Prozessor und ein brillantes, hochauflösendes, riesiges Display: Damit dürfte das Note 4 bei allen Gamern für feuchte Augen sorgen. xWer ein Note 3 sein Eigen nennt, muss deswegen aber noch lange nicht neidisch werden: Der Vorgänger rangiert mit seinem Snapdragon 800 nämlich immer noch respektable 60 Prozent über dem Mittel und damit auf Platz 5, nur einen Prozentpunkt hinter dem iPhone 5S. In der Android-Welt sichern sich Note 4 und Note 3 also die beiden vordersten Plätze der Charts und sind somit genau die richtige Wahl für Intensivnutzer, die viele Apps gleichzeitig laufen lassen oder besonders rechenintensive Aufgaben bewältigen müssen.

Verblüffende Laufzeit

Mit 3.220 Milliamperestunden fasst der Akku gerade mal 20 Milliamperestunden mehr als der seines Vorgängers – was angesichts des stärkeren Prozessors und der fast doppelt so hohen Pixelzahl des Displays wenig Gutes ahnen lässt. Im Laufzeittest bei der Wiedergabe eines Full-HD-Videos mit hohem Weißanteil und maximaler Bildschirmhelligkeit im Flugmodus hielt der Proband 476 Minuten durch, und sorgt damit für eine Riesenüberraschung: Der Stromspeicher hält 36 Prozent länger durch als üblich, wodurch das Note 4 auch in dieser Disziplin Rang 5 belegt! Zum Vergleich: Das Note 3 erreichte unter identischen Bedingungen 444 Minuten, was Rang 8 bedeutet. Bedenkt man den riesigen Bildschirm, stellen beide Ergebnisse eine sensationelle Leistung dar. Sollte dennoch nach überdurchschnittlich intensiver Nutzung der Akku gegen Abend zur Neige gehen, besteht immer noch die Möglichkeit, die Kraftzelle schlicht auszuwechseln, denn im Gegensatz zum allgemeinen Trend lässt Samsung vorbildlicherweise von fest eingebauten Akkus die Finger. Wer zwischendurch eine Steckdose in Reichweite hat, wird sich zudem über das beschleunigte Nachtanken mit dem serienmäßig beiliegenden Ladegerät freuen, das 30 Prozent schneller sein soll als beim Note 3. Im Test erreichte der vollständig entleerte Akku bei ausgeschaltetem Telefon nach 30 Minuten 43 Prozent und nach 60 Minuten 81 Prozent. Die vollen 100 Prozent meldete das Note 4 nach 98 Minuten. Oder einfacher ausgedrückt: Schon kurze Ladezyklen untertags helfen mächtig weiter.

Jede Menge Sensoren

Vom Flaggschiff Galaxy S5 hat das Note 4 den Pulsmesser auf der Rückseite sowie den Fingerabdrucksensor geerbt, der sich unter dem mechanischen Home-Button verbirgt. Damit lässt sich der Touchscreen entsperren, was bei statistisch täglich mehr als 150 Aktivierungsvorgängern eine gewaltige Erleichterung darstellt. Ferner kann man sich darüber bei Websites sowie bei seinem Samsung-Konto einloggen und per PayPal bezahlen. Wobei Letzteres ein gewisses Risiko birgt, denn Fingerabdrücke sind alles andere als fälschungssicher. Schon kurz nach Verfügbarkeit des iPhone 5S kursierten im Internet Videos, die mit verblüffend einfachen Mitteln dessen Fingerabdruck-Scanner austricksten. Auch PIN und Passwort sind nicht zu 100 Prozent sicher, doch immerhin sicherer als ein Fingerabdruck. Apropos Sicherheit: Das Note 4 bietet als weitere Neuerung den „Privaten Modus“ an. Dank diesem können Dateien in einen geschützten Bereich verlagert werden; solange dieser Modus deaktiviert ist, sind alle entsprechend markierten Daten unsichtbar. Das Tool funktioniert mit den Samsung-Apps „Galerie“, „Video“, „Musik“, „Diktiergerät“, „Eigene Dateien“ und „S Note“. Gänzlich neu und nicht einmal auf dem Galaxy S5 anzutreffen ist der UV-Sensor. Dessen praktischer Nutzen geht jedoch gegen Null, lässt sich der UV-Index doch mit jedem Smartphone ermitteln: Diese Daten finden sich nämlich in vielen Wetter-Widgets oder werden von zahlreichen Apps präsentiert. Nicht mehr als ein Marketing-Gag also. Für weitere Details zu den Sensoren sei auf den Test des Samsung Galaxy S5 verwiesen.

Alles an Bord

Die restliche Ausstattung ist umso beeindruckender: LTE Cat 6 ermöglicht Datenempfangsraten von nominal bis zu 300 Megabit pro Sekunde – sobald die hiesigen Netze diesen Standard unterstützen. Maximales Tempo garantiert auch der aktuellste Standard WLAN ac, und natürlich sind Bluetooth 4.0 sowie NFC ebenfalls an Bord. Die USB-3.0-Schnittstelle des Vorgängers ist hingegen aus ungeklärten Gründen nicht mehr mit von der Partie. Ein Schutz gegen Staub und Wasser kann nicht als Argument für den Verzicht herhalten, denn im Gegensatz zum Galaxy S5 verfügt das Note 4 über keine zertifizierte Protektion. Ein UKW-Radio fehlt wie bereits bei den meisten früheren Samsung-Modellen. Der interne Speicher fasst 32 Gigabyte, von denen nach Aktualisierung aller vorinstallierten Apps noch 23,82 Gigabyte frei verfügbar sind. Unter dem Akkudeckel sitzt zudem ein Slot für Micro-SD-Karten, die offiziell mit bis zu 64 Gigabyte unterstützt werden, im Test akzeptierte das Tabphone aber auch einen 128-Gigabyte-Chip von SanDisk anstandslos.

Neue Kamera

Die Kamera-Auflösung kletterte von 12,78  auf 15,87 Megapixel und entspricht nunmehr derjenigen des Galaxy S5. Mit 5312 x 2988 Bildpunkten beträgt das Seitenverhältnis exakt 16:9, eignet sich also optimal zur Darstellung auf aktuellen Bildschirmen. Was wie eine Selbstverständlichkeit klingt, entspricht leider nicht der Realität auf vielen Smartphones, deren maximale Auflösung oftmals nur im Format 4:3 erreicht wird, bei 16:9 sinkt sie oftmals deutlich. Außerdem wendet der Autofokus nun das Prinzip des Phasenabgleichs an, das bereits von den neuen iPhones und dem Galaxy S5 her vertraut und wesentlich schneller ist als der reguläre Kontrastabgleich, der quasi per „try & error“ die optimale Scharfstellung ermittelt. Bei den iPhones konnte im Test dadurch zwar keine nennenswerte Verbesserung im Vergleich zu den Vorgängern festgestellt werden, sehr wohl jedoch beim Note 4: Es wurde nicht nur die Spanne bis zum Beginn der Scharfstellvorgangs reduziert, sondern auch der Autofokus beschleunigt. In der Summe machte dies im Vergleich zum Galaxy S5 rund eine Sekunde aus, was bei Schnappschüssen einer halben Ewigkeit gleichkommt. Die Auflösung der Frontkamera beträgt nun 2560 x 1440 Bildpunkte oder 3,69 Megapixel, deren Aufnahmewinkel 90 Grad, und für Gruppen-Selfies gibt es einen Panorama-Modus für Fotos mit bis zu 120 Grad. Clevere Idee: Um nicht auf dem Touchscreen nach dem virtuellen Auslöser angeln zu müssen, lässt sich auch der rückwärtige Pulssensor zum Schießen von Selfies nutzen.

Grandiose Fotos

Vor allem aber spendierten die Entwickler ihrem jüngsten XXXL-Telefon einen optischen Bildstabilisator, der im Unterschied zu den herkömmlichen digitalen das komplette Objektivsystem bewegt, was zu sehr viel besseren Ergebnissen führt. Das macht sich primär bei Fotos unter schlechten Lichtbedingungen bemerkbar, also am Abend oder in geschlossenen Räumen. Und zwar nicht nur im Vergleich zum Note 3, sondern auch zum S5 mit ansonsten identischer Auflösung: Wo die Bilder des S5 unter den handytypischen Unschärfen aufgrund der langen Belichtungszeiten leiden, weist das Note 4 nahezu immer knackscharfe Aufnahmen vor. Und das bei oftmals sogar längeren Belichtungszeiten! Diese führen dazu, dass dunkle Bildpartien heller werden, also nicht so früh „absaufen“. Außerdem fällt das Bildrauschen geringer aus. Selbst bei Sonnenschein kann der optische Stabilisator noch ein wenig mehr an Schärfe herausholen, auch die Detailtreue beeindruckt. Damit toppt das Note 4 sogar die bereits exzellente Wertung des S5, das Note 3 liegt hingegen schon drei Punkte zurück, wenngleich immer noch mit einem starken „Gut“ bedacht. In dieser Liga spielt sonst nur noch das LG G3, das ebenfalls über einen optischen Stabilisator verfügt und zudem auf Wunsch den HDR-Modus automatisch zuschaltet, was in der Praxis mitunter zu noch etwas besseren Ergebnissen führt.

Beste Videos

Bereits in Full HD überzeugen die Videos des Note 4 mit hervorragender Schärfe und hoher Detailtreue: Da kann das Galaxy S5 mit lediglich digitalem Stabilisator nicht ganz mithalten. Der optische Stabilisator des iPhone 6 liefert aber noch einmal wesentlich bessere Ergebnisse, die beinahe aussehen wie mit der Steadicam geschossen: So bombig arbeitet das Note 4 leider nicht. Auf der anderen Seite kann das Samsung mit 4K-Videos aufwarten, also mit vierfacher Full-HD-Auflösung oder 3840 x 2160 Pixel. Die 4K-Aufnahmen des Note 3 sehen daneben etwas weniger knackig aus, und auch Kontraste sowie Dynamik gefallen auf dem Note 4 besser. Im Vergleich zum S5 wirken dessen 4K-Videos zwar noch ein Stück schärfer, dafür aber auch körniger, bei Bewegungen tritt um kleine Details herum ein leichtes Flimmern auf und es sind leichte Tearing-Effekte auszumachen. Zudem sehen die Clips des Note 4 wie schon die Fotos heller aus als jene des S5, weshalb Schattenpartien mehr Details preisgeben während sie auf dem S5 schwarzen Löchern gleichen. Vor allem aber pumpt der Autofokus des Note 4 so gut wie nie und noch seltener als jener des S5, obwohl er durchaus auch während der laufenden Aufnahme aktiv ist, das Note 4 stellt also nicht etwa nur einmal zu Beginn scharf. Dadurch kann man dessen Videos sehr gut auch auf größeren Bildschirmen betrachten. In dieser Disziplin kann sich das Note 4 ebenfalls punktgleich mit dem LG G3 an die Spitze setzen. „Sehr gut“!

Erstklassiger Klang

Der Musikplayer liefert am Referenz-Kopfhörer, den Ultimate Ears Reference Monitors, den gewohnt vollen, sauberen Sound. Im Vergleich zum Note 3 lassen sich sogar noch ein wenig spritzigere Höhen und voluminösere Bässe ausmachen, und auch das Duell mit dem Galaxy S5 kann das Note 4 durch eine Spur druckvollere Tieftöne für sich entscheiden. Am meisten überrascht jedoch, dass auch im Hörtest mit der Referenz, dem iPhone 4S, der Koreaner die Nase leicht vorn hat aufgrund seiner noch ein bisschen präziseren, filigraneren Höhen. Einen dermaßen breiten Frequenzgang und sauberen, natürlichen Klang hat noch keiner der bisherigen Testkandidaten geliefert, weshalb das Note 4 nicht nur zur neuen Referenz erklärt wird, sondern auch in der Klangwertung den Thron erklimmt.

Identische Maße

Der Kunstlederrücken macht in der Praxis eine deutlich bessere Figur als vermutet – und vor allem als sein Vorgänger. Sowohl optisch als auch haptisch kann diese Lösung rundum überzeugen. Zusammen mit dem ringsum verlaufenden Metallrahmen ergibt dies ein ungemein wertiges Design: Auf diesem Niveau lag bislang noch kein Samsung, mit Ausnahme des Galaxy Alpha. Die im Vorwege der Veröffentlichung kolportierten Bilder im Internet, auf denen zu sehen war, wie man eine Visitenkarte zwischen Display und Gehäuse stecken konnte, entsprechen nicht der Realität: Hier gibt es keinerlei Spalt. Allerdings flacht das Deckglas zu den Rändern hin ab, der besagte Metallrahmen steht dadurch minimal höher und ist zudem an seiner Oberseite gut einen Millimeter breit und flach, nicht zuletzt weist er eine scharfe Kante auf, weshalb er sich deutlich ertasten lässt. Alles zusammen führt zu einer gewöhnungsbedürftigen Haptik, die jedoch keineswegs einen Verarbeitungsmangel darstellt und deshalb auch keine Punktabzüge in der Handhabungswertung verursacht. Die restliche Optik ist wie gehabt: 79 x 153 Millimeter groß und somit quasi identisch wie das Note 3, ebenso wie die Bauhöhe von gerade mal 8,3 Millimeter. Das Gewicht stieg leicht von 168 auf 177 Gramm an, was bei diesem Format aber auch keine Rolle mehr spielt. Vor allem blieb der Rücken mit Ausnahme der Ausbuchtung für die Kameralinse flach, und genau an diesem Punkt brillieren Geräte wie das LG G3 mit ihrem geschwungenen Rücken, die nicht nur angenehmer, sondern auch sicherer in der Hand liegen. Das G3 ist mit 75 x 146 Millimetern nur geringfügig schmaler, wirkt jedoch wesentlich kompakter und handlicher. Dabei ist dessen 5,5-Zoll-Touchscreen in der Fläche gerade mal sieben Prozent kleiner als jener des Note 4. Es macht beinahe den Eindruck, als wolle Samsung lieber seiner Designlinie treu bleiben als die Ergonomie zu optimieren, zumal man auf diese Weise einen noch etwas größeren Akku unterbringen könnte.

Neue Funktionen im Dutzend

Die Bedienung entspricht aufgrund der üblichen Nutzeroberfläche, die Samsung über Android 4.4.4 legt, grundsätzlich jener des Galaxy S5, lediglich in Details wie den Einstellungen wurden leichte Anpassungen vorgenommen. So erscheinen die Optionen jeder Rubrik nun in derselben Farbe und sind nicht länger kunterbunt gemischt. Dennoch bleiben die Einstellungen unübersichtlich. Auch die Suche hilft im Ernstfall nicht weiter, weil sie lediglich die Oberbegriffe findet, nicht aber einzelne Funktionen. Gelindert wird das Problem durch die „Schnelleinstellungen“, in denen der Anwender bis zu neun Funktionen ganz nach oben ziehen kann. Deren Anpassung wurde zudem deutlich erleichtert. Hinzu kommen gefühlt eintausend Neuerungen, primär in Bezug auf die Stiftbedienung. Zu den Highlights zählt zum Beispiel, dass durch die Verdoppelung der erkannten Druckstufen das Schreiben und Zeichnung realistischer wirkt. Außerdem ermöglicht die „Intelligente Auswahl“ das Markieren von Elementen aus diversen Quellen, die dann schnell und einfach versendet werden können. Notizen der Funktion „Aktionsmemo“ lassen sich auf den Startbildschirmen festpinnen, und die „Fotonotiz“ wandelt fotografierte Objekte wie Fotos, Diagramme und Texte in editierbare Elemente um, die sich um eigene Notizen ergänzen lassen: praktisch, um etwa Vorträge zu dokumentieren und nachzubearbeiten. Nicht zuletzt wurde das Multitasking intuitiver, weil die entsprechenden Apps nicht mehr zwingend von der vertikalen Leiste gezogen werden müssen. Vielmehr können nun sämtliche Samsung-Anwendungen durch Ziehen der oberen Ecke zur Mitte verkleinert und beliebig positioniert werden. Nicht alle Neuerungen dürften für sämtliche Nutzer relevant sein, doch wird erstens für jeden etwas dabei sein, und zweitens stören sie niemanden. Wer als Note-Neuling das volle Potenzial des Note 4 ergründen will, dürfte dafür eine Woche lang in Klausur müssen: Ein wirklich mächtiges Instrument!

Fazit

Auch wenn die Größe des Displays mit 5,7 Zoll im Vergleich zum Note 3 gleich geblieben ist, hat sich unter der Haube dennoch eine Menge getan. Neben den üblichen Neuerungen primär in Bezug auf die Stiftbedienung gibt es einen neuen Prozessor, und die QHD-Auflösung der Super-AMOLED-Mattscheibe weiß zu begeistern. Hinzu kommen exzellente multimediale Qualitäten: Dank des optischen Bildstabilisators sind sowohl die 16-Megapixel-Fotos als auch die Videos in Full HD und 4K State of the Art, der Klang des Musikplayers erntet ebenfalls die Bestwertung. Damit verdrängt das Note 4 das bisherige Multimedia-Multitalent LG G3, das im Hörtest einen Punkt weniger erzielte.

In der Gesamtbeurteilung aber bleibt das G3 mit hauchdünnem Vorsprung die Nummer eins, weil neben der angenehmeren Ergonomie Features wie „Knock on“ und „Knock Code“ punkten. Zum Entsperren des Bildschirms besitzt das Note 4 zwar einen Fingerabdruckleser, dessen Nutzung sich aber vor allem bei Einhandbedienung als weniger komfortabel erweist. Wie das G3 bleibt auch das Note 4 ohne signifikante Tadel: ein rundum gelungenes, empfehlenswertes Smartphone. Wer den Stylus voraussichtlich eher selten nutzt, dürfte dennoch mit dem G3 besser beraten sein. Zumal dessen 32-Gigabyte-Version mit Preisen ab rund 460 Euro ohne Vertrag deutlich günstiger ausfällt als das Note 4 mit jetzt zum Start 700 Euro.

Der Preis wird wohl auch bei der Wahl zwischen Note 4 und dem Huawei Ascend Mate 7 mit 6-Zoll-Bildschirm in Full-HD-Auflösung oftmals entscheiden: Das Alu-Tabphone bietet zwar nicht ganz so viel Technik, kommt ohne Stift und kann multimedial nicht mithalten, spart dafür aber mit aktuell rund 500 Euro ohne Vertrag ordentlich Geld und kann mit dem besseren Fingerabdruck-Scanner überzeugen.

Ausstattung                 175 von 175

Foto                             24 von 25

Video                           24 von 25

Musik                          24 von 25

Handhabung                215 von 250

gesamt                        462 von 500