Bei einem Brand sind oftmals Bausubstanz und Einrichtung gleichermaßen betroffen. Die Wohngebäude- und Hausratversicherung helfen dabei, den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Definition Brandschaden
  3. Welche Aufwendungen übernehmen die Versicherungen?
  4. Welche Versicherung ist zuständig?
  5. Brandschaden richtig melden
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Hausratversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Zu den Leistungen von Versicherungen nach einem Brand zählt auch die Begleichung weiterer Kosten, etwa für die Unterbringung im Hotel oder für Aufräumarbeiten oder die Behebung von Löschwasserschäden.
  • Die Wohngebäudeversicherung kommt für Schäden an der Bausubstanz auf, während die Hausratversicherung für zerstörte oder beschädigte Einrichtungsgegenstände zuständig ist.
  • Nach einem Brand sollten Betroffene ihre Versicherung so schnell wie möglich informieren, den Schaden fotografisch dokumentieren und eine Schadensliste erstellen.

Was verstehen Versicherer unter einem Brandschaden?

Ein Brand entsteht immer dann, wenn sich offenes Feuer dort ausbreitet, wo es nicht brennen darf. Die Versicherungswirtschaft verwendet hierfür den Begriff von Feuer, das „außerhalb seines bestimmungsgemäßen Herdes brennt“. Als Herd ist dabei nicht der Herd fürs Kochen zu verstehen, sondern die vorgesehene Eingrenzung des Feuers, beispielsweise innerhalb eines Kaminofens oder auf dem Docht einer Kerze.

Abgrenzung des Brandschadens zu anderen Schadenkategorien

Brandschäden unterscheiden sich versicherungstechnisch von anderen Schadenkategorien, auch wenn die Auswirkungen oft ähnlich sind. Hierbei handelt es sich vor allem um die folgenden Schäden:

  • Sengschaden. Darunter versteht man einen Hitzeschaden, der ohne offenes Feuer entstanden ist, beispielsweise aufgrund einer glimmenden Zigarette oder eines überhitzten Elektroheizkörpers.
  • Explosionsschaden. Diesen Schaden verursacht die Druckwelle einer Explosion.
  • Blitzschlag. Hierfür ist der direkte Einschlag eines Blitzes in das Gebäude verantwortlich. Neben zerstörten Elektrogeräten zieht der Blitzschlag oft auch Brandschäden am Dachstuhl oder ein Feuer nach sich.

Die Policen der Hausratversicherung und Wohngebäudeversicherung enthalten in aller Regel auch die Deckung von Schäden durch Explosion und Blitzschlag. Damit ist es etwa bei einem Blitzschlag mit anschließendem Brand für den Versicherungsnehmer letztlich unerheblich, ob die Versicherung das Ereignis als Blitzschlag- oder Brandschaden einstuft.

Anders ist der Fall bei Sengschäden gelagert, denn diese sind in vielen Versicherungspolicen nicht enthalten. Allerdings gilt hier: Wenn bei einem Brand zusätzlich auch noch Sengschäden entstanden sind, sind diese mitversichert, sofern das offene Feuer dafür ursächlich war.

Welche Aufwendungen übernehmen die Versicherungen?

Wenn es in der Wohnung brennt, können die Folgen schnell verheerend sein. Zu den eigentlichen Brandschäden kommen oft weitere Schäden hinzu, die beispielsweise durch die Löscharbeiten oder durch Ruß entstehen. Daher übernehmen die Versicherungen nicht nur die Kosten für den Ersatz verbrannter Gegenstände, sondern auch weitere Aufwendungen. Dazu zählen beispielsweise Kosten für

  • die Beseitigung und Reparatur von Schäden, die das Löschwasser verursacht hat,
  • die Räumung und Entsorgung von verbrannten Gegenständen oder Gebäudebestandteilen,
  • provisorische Schutz- und Sicherungsmaßnahmen wie beispielsweise die Abdeckung des Dachstuhls mit Planen zur Verhinderung von Wasserschäden oder
  • die vorübergehende Unterbringung im Hotel oder einer möblierten Wohnung, wenn die Wohnung nach dem Brand nicht mehr nutzbar ist.

Allerdings springen Versicherungen nicht ein, wenn der Brand durch den Versicherungsnehmer vorsätzlich gelegt worden ist. Bei grober Fahrlässigkeit kann die Versicherung je nach Schwere die Leistung kürzen oder gänzlich verweigern. Grobe Fahrlässigkeit liegt beispielsweise dann vor, wenn die Bewohner beim Verlassen der Wohnung einen Adventskranz mit brennenden Kerzen unbeaufsichtigt zurücklassen.

Brandschaden: Welche Versicherung ist zuständig?

Nach einem Wohnungsbrand ist zumeist sowohl die Bausubstanz als auch die Einrichtung beschädigt oder sogar zerstört. Die Schäden können somit in die Zuständigkeit unterschiedlicher Versicherungen fallen.

Was die Wohngebäudeversicherung übernimmt

Die Wohngebäudeversicherung ist für alle Schäden an der Bausubstanz zuständig. Als Bausubstanz definieren dabei die Versicherer alles, was fest mit dem Gebäude verbunden ist. Dazu zählen in erster Linie Wände, Böden, Decken, Dach, Fenster, Türen sowie Installationen, Heizungs- und Klimaanlagen.

Auch fest eingebaute Einrichtungsgegenstände können der Bausubstanz zugerechnet werden. Beispiele hierfür sind fest verlegte Fußbodenbeläge oder Einbauschränke.

Einbauküchen sind hingegen im Regelfall nur dann in der Wohngebäudeversicherung enthalten, wenn es sich um handwerklich individuell hergestellte Küchen handelt, die sich nicht ohne erheblichen Wertverlust vom Gebäude trennen lassen. Bei einer Einbauküche aus standardisierten Elementen handelt es sich hingegen nicht um einen Bestandteil des Gebäudes.

Wofür die Hausratversicherung zuständig ist

Über die Hausratversicherung sind alle beweglichen Gegenstände im Haus versichert – von der Wohnzimmereinrichtung über elektronische Geräte bis hin zu Kleidung und Geschirr.

Wenn bewegliches Hab und Gut durch einen Brand zerstört worden ist, erstattet die Hausratversicherung den Wiederbeschaffungswert zum Neupreis. Maßstab bei älteren Gegenständen und Geräten ist dabei der Preis, den man für die Neuanschaffung bei vergleichbarer Ausstattung bezahlen würde. So würde die Versicherung einen zerstörten 20 Jahre alten Röhrenfernseher durch einen einfachen Flachbildschirm-Fernseher in ähnlicher Größe ersetzen.

Wann ist die private Haftpflichtversicherung für Brandschäden zuständig?

Unter Umständen kann es sich bei einem Brandschaden um einen Fall für die private Haftpflichtversicherung handeln. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Feuer auch benachbarte Wohnungen oder Häuser in Mitleidenschaft gezogen hat. Dann übernimmt die private Haftpflichtversicherung des Eigentümers oder Mieters der Immobilie, in der das Feuer ausgebrochen ist, die Kosten für die Beseitigung der Schäden an benachbarten Immobilien.

Brandschaden melden: Worauf muss ich achten?

Ein Brand ist ein einschneidendes Ereignis, in dessen Folge Betroffene oftmals regelrecht unter Schock stehen. Dennoch ist es wichtig, auch in solch einer emotional aufgewühlten Situation nicht zu vergessen, dass die Versicherung möglichst frühzeitig eine Schadensmeldung benötigt, um ihre Leistung erbringen zu können. Wichtig sind hierbei vor allem vier Schritte:

  1. Versicherung informieren. Zuallererst sollten Betroffene nach dem Löschen des Feuers und dem Sichern der Unglücksstelle ihre Wohngebäude- und Hausratversicherung über den Brand in Kenntnis setzen. Wichtig ist, dass die Versicherung eine Schadensakte anlegen kann, auch wenn über den konkreten Umfang noch keine Klarheit herrscht.
  2. Sofortmaßnahmen klären. Nach einem Brand ist es oft notwendig, provisorische Sofortmaßnahmen zu ergreifen – etwa um Schadstoffe zu entfernen, Gefahren durch beschädigte Elektro- oder Gasinstallationen abzuwenden oder weitere Schäden durch das Eindringen von Regenwasser zu vermeiden. Im Rahmen der Schadensmeldung sollten Sie klären, dass Sie solche Aufträge auch ohne die vorherige Prüfung durch die Versicherung vergeben dürfen.
  3. Fotos machen. Möglichst noch vor den ersten Reparatur- und Aufräumarbeiten sollten Betroffene die Unglücksstelle und die Schäden fotografisch dokumentieren.
  4. Schadensliste erstellen. Nach der fotografischen Dokumentation und dem Abschluss der Sofortmaßnahmen und Aufräumarbeiten gilt es festzuhalten, welche Einrichtungsgegenstände und Bauteile zerstört oder beschädigt worden sind.

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