Woher kommt Ökostrom?

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Ökostrom wird aus verschiedenen erneuerbaren Energiequellen erzeugt und über das allgemeine Stromnetz an die Verbraucher verteilt. Im Stromnetz gilt: Strom ist gleich Strom. Die Energielieferanten speisen sowohl Ökostrom als auch herkömmlichen Strom in das Stromnetz ein. So fragen sich viele Verbraucher: Wo kommt der Ökostrom denn eigentlich genau her?

Das Wichtigste in Kürze

  • Woher Ökostrom kommt, hängt von der Energiequelle ab: Die größte erneuerbare Energiequelle ist Wind. Aber auch Sonne, Erdwärme, Wasser und Biomasse zählen zu den Energiequellen für Ökostrom.
  • Ökostromanbieter speisen den Ökostrom in das allgemeine Stromnetz mit ein.
  • Woher der Ökostrom des eigens abgeschlossenen Ökostromtarifs kommt, ist schwer zu sagen. Ökostrom fließt zusammen mit dem konventionellen Strom aus der Steckdose.
  • Wer einen Tarif mit der sogenannten „optionalen Kopplung“ abschließt, kann sicherstellen, dass der Stromanbieter seinen Strom samt Herkunftsnachweis beim selben Stromproduzenten einkauft.

Ökostrom kommt aus erneuerbaren Energiequellen

Mehr als 50 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms ist Ökostrom, also Strom, der aus erneuerbaren Energiequellen und aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Zu diesen Energiequellen gehören Wind, Sonne, Erdwärme, Wasser und Biomasse. Ökostrom wird CO2-neutral erzeugt und trägt daher, im Gegenteil zu fossilen Brennstoffen aus Kohle- und Kernkraftwerken, nicht zur globalen Klimaerwärmung bei.

Im Jahr 2020 wurden rund 20 Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland aus erneuerbaren Energiequellen gedeckt. Erneuerbare Energiequellen sind theoretisch unerschöpflich. Sie werden auf unterschiedlichste Weisen für die Erzeugung von Ökostrom genutzt:

  • Wind: Windkraftanlagen und Windparks
  • Wasser: Wasserkraftwerke
  • Sonne: Photovoltaik-Anlagen und Solarthermie-Anlagen
  • Biomasse: in Form von festen Brennstoffen, Biogas oder Biokraftstoffen
  • Erdwärme: Geothermie-Technik in der tiefen oder oberflächennahen Erdwärmenutzung

Woher kommt der Ökostrom meines Ökostromtarifes?

Wer einen Ökostromtarif abschließen möchte, hat sich bestimmt schon einmal gefragt, woher der eigene Ökostrom dann eigentlich kommen wird. Für Ökostrom gibt es weder eine eigene Stromleitung noch ein eigenes Ökostromnetz. Ökostrom fließt ganz normal aus der Steckdose. Aus diesem Grund ist es auch unmöglich, konventionellen Strom von Ökostrom zu trennen. Stattdessen speisen die Ökostrom-Lieferanten ihren grünen Strom in das allgemeine Stromnetz mit ein und verteilen es so an die Haushalte. Die Menge des eingespeisten Grünstroms hängt davon ab, wie viel Strom die Kunden mit Ökostromtarif verbrauchen. Je höher der Verbrauch ist, desto mehr Ökostrom speisen die Anbieter in das Stromnetz ein. Verbraucher können ihren persönlichen Anteil an eingespeisten Ökostrom der Stromrechnung entnehmen.

Strom ist gleich Strom

Nachdem die Energieanbieter ihren Ökostrom in das allgemeine Stromnetz eingespeist haben, ist es nicht mehr möglich, die Stromquelle zuzuordnen. Strom ist gleich Strom. Aus welcher Quelle der Strom aus der Steckdose kommt, können Verbraucher nun nicht mehr unterscheiden. Da es kein eigenes Stromnetz für Ökostrom gibt, kann der eigene Strom aus der Steckdose also sowohl aus einem Kohlekraftwerk stammen als auch aus einer Photovoltaik-Anlage. Nach der Einspeisung in das Stromnetz fließt der Strom, egal ob Ökostrom oder nicht, immer zu den nächstgelegenen Verbrauchern im Stromnetz.

Ökostrom lohnt sich trotzdem

Ökostromanbieter können den Strom nicht gezielt zu ihren Kunden lenken. Die Verbraucher können zwar nicht genau wissen, woher der Ökostrom kommt, einen Ökostromtarif abzuschließen lohnt sich aber trotzdem. Denn je mehr Verbraucher sich für den grünen Strom entscheiden, desto mehr Ökostrom werden die Stromerzeuger in das Stromnetz einspeisen. Damit können Privathaushalte die Stromquellen im allgemeinen Stromnetz aktiv beeinflussen und den Anteil der fossilen Brennstoffe deutlich senken. So tragen sie zum Ausbau erneuerbarer Energiequellen bei und beschleunigen die Energiewende.

So können Verbraucher beeinflussen, woher ihr Ökostrom kommt

Bei der Tarifwahl haben Verbraucher einen kleinen Einfluss darauf, woher ihr Ökostrom kommt. Der Trick: Mit einer Tarif-Option können sie sicherstellen, dass ihr Energieversorger auch wirklich ihren Strom aus erneuerbaren Energiequellen ins Stromnetz einspeist. Hierfür empfiehlt sich ein Ökostromtarif mit der sogenannten „optionalen Kopplung“. Dadurch ist der Stromanbieter verpflichtet, seinen Strom samt Herkunftsnachweis beim selben Stromproduzenten einzukaufen und an den Verbraucher zu liefern. Alternativ können Stromanbieter ihren Strom und den Herkunftsnachweis nämlich auch von zwei unterschiedlichen Anbietern erwerben.