Mini-Solaranlagen für die Steckdose – was ist zu beachten?
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Das Wichtigste in Kürze
- Mini-Solaranlagen können auch von Mieterinnen und Mietern genutzt und später mitgenommen werden.
- Die Anlagen amortisieren sich nach zwei bis fünf Jahren.
- Solaranlagen auf dem Dach sind effizienter, doch für Mieterinnen und Mieter oft keine Option.
Viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer erzeugen Strom mit Solaranlagen auf dem Dach. Mieterinnen und Mieter haben diese Möglichkeit kaum – es sei denn als Mini-Anlage auf dem Balkon. Großer Vorteil der Geräte ist ihr unkomplizierter Aufbau und der geringe Platzbedarf. Zieht man um, kann man sie mitnehmen.
Die Technik ist ansonsten die gleiche wie bei den Dach-Anlagen: In beiden Fällen produzieren Solarmodule aus Sonnenenergie Strom. "Im Solarmodul wird die Sonnenenergie in Gleichstrom umgewandelt", erklärt Marcus Vietzke von der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) in Berlin. Der Gleichstrom wird im Wechselrichter wiederum in Wechselstrom umgewandelt, der in das Wohnungs- oder Hausnetz eingespeist wird.
Die Geräte im Hausnetz benutzen dann vorrangig den Sonnenstrom – und erst wenn dieser nicht zur Verfügung steht, greifen sie auf das übliche Stromnetz zurück. Der Stromzähler dreht sich also langsamer, wenn die Sonne scheint.
Klassische Solaranlagen vs. Mini-Solaranlagen
Allerdings darf man nicht die gleichen Erträge wie bei Anlagen vom Dach erwarten: Während die Module auf dem Dach mehrere Tausend Kilowattstunden erzeugen, sind es bei den Solargeräten auf dem Balkon nur wenige hundert Kilowattstunden. Das ist selbst bei gleicher Leistung der Fall, da der Anstellwinkel zur Sonne auf dem Dach besser ist. Balkongeräte lassen sich häufig nur senkrecht anbringen, so dass im Laufe des Tages mehr Schatten darauf fällt.
Vor allem aber können auf einem Dach einfach mehr Module untergebracht werden als auf Balkon oder Terrasse. "Klassische Solaranlagen auf Dächern fangen bei etwa 15 Modulen an, häufig sind es mehr", sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft in Berlin. "Der Trend geht deutlich zu Solarstromanlagen, die große Teile beziehungsweise das ganze Dach bedecken und mit einem Batteriespeicher kombiniert werden." Oft werde der erzeugte Strom dann zusätzlich für die Wärmepumpe oder für das Laden von Elektroautos genutzt.
Eine typische Photovoltaikanlage für den Balkon besteht hingegen aus ein bis vier Modulen. Die kleinsten Vertreter leisten circa 150 Watt, die größten rund 800 Watt. Mit den Höchstwerten lassen sich im Schnitt 550 bis 790 Kilowattstunden pro Jahr erzeugen. Dies entspricht 10 bis 20 Prozent des Stromverbrauchs des deutschen Durchschnittshaushalts.
Mini-Solaranlagen: Vorteile, Installation und Kosten
Wer die Möglichkeit hat, sollte die fest installierte Dachanlage der Mini-Variante vorziehen. Vietzke ergänzt: "Solange die Steckdosen-Solaranlage zusammen mit der fest installierten nicht die bürokratische Grenze von zehn Kilowatt Spitzenleistung überschreitet, kann sie aber durchaus eine sinnvolle Ergänzung sein."
Vorteile
Dafür sind die kleinen Anlagen für die Steckdose aber etwas für eine neue Zielgruppe. Denn ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass die Nutzerinnen und Nutzer sie selbst installieren können. Auch bei einem Umzug sind sie schnell ab- und wieder angebaut. Die Mini-Anlagen sind vor allem für Mieterinnen und Mieter interessant, die ihren eigenen Strom erzeugen und verbrauchen wollen.
Installation
Die Installation ist unkompliziert. Im Prinzip werden die Geräte einfach an eine Steckdose angeschlossen. Sie dürfen an normale Haushaltssteckdosen angeschlossen werden. Der Anschluss muss allerdings sicher ausgeführt sein und die Anforderungen der aktuellen technischen Norm erfüllen.
Kosten
Nicht nur bei der Leistung, sondern auch bei den Kosten sind die Unterschiede bei Dach- und Balkonanlagen groß. Einsteiger-Photovoltaikanlagen fürs Dach beginnen bei etwa 6.000 Euro. Komplettsets für den Balkon mit Modul, Wechselrichter, Befestigungssystem und Anschlussleitung gibt es deutlich günstiger – je nach Leistung und Ausstattung zwischen 200 und 500 Euro. Das bedeutet: Balkonanlagen amortisieren sich nach zwei bis fünf Jahren.
Solargerät auf dem Balkon einbauen: Vorschriften beachten
Stromzähler
Auch wenn der Strom von den kleinen PV-Systemen hauptsächlich im eigenen Haushalt verbraucht wird, ist es technisch möglich, überschüssige Energie in das öffentliche Netz einzuspeisen. Alte Ferraris-Zähler sind übergangsweise erlaubt, auch wenn sie bei der Einspeisung rückwärtslaufen. Der Austausch gegen einen digitalen Zähler erfolgt später durch den Messstellenbetreiber.
Anmeldung
Balkonkraftwerke müssen nur noch bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden. Die Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt seit 2024.
Mietrecht
Mieterinnen und Mieter haben seit Herbst 2024 einen rechtlichen Anspruch auf die Genehmigung. Vermieterinnen und Vermieter können die Installation nur noch ablehnen, wenn diese für sie unzumutbar ist.