Energiekonzern EnBW will 550 Millionen Euro für Prokon zahlen

Karlsruhe - Der Energiekonzern EnBW bietet für das insolvente Windkraftunternehmen Prokon 550 Millionen Euro. Für den Konzern sei dieses Angebot ein "vielversprechender Weg, um Windkraft in Deutschland weiterzuentwickeln", sagte Finanzvorstand Thomas Kusterer am Freitag in einer Telefonkonferenz. Dass EnBW für Prokon bietet, war bereits bekannt, nur zur Höhe des Angebots hatte sich der Karlsruher Energieversorger bislang nicht geäußert.

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Bild: Windrad mit Rotationspfeilen Bild: ©redrex/fotolia.com / Text: AFP

Am 2. Juli entscheiden die Gläubiger von Prokon in Hamburg über die Zukunft des Windkraftunternehmens. Sie können dann zwischen zwei Modellen wählen. Neben dem Investormodell von EnBW sieht die andere Variante vor, Prokon in eine Genossenschaft umzuwandeln. In diesem Fall müsste sich allerdings ein Großteil der Inhaber von Genussrechten bereit erklären, einen Teil der Forderungen in Mitgliedschaftsrechte zu wandeln und sich so unternehmerisch an Prokon zu beteiligen.

Das EnBW-Angebot liegt laut Kusterer 100 Millionen Euro unter dem Wert, mit dem das Genossenschaftsmodell das Unternehmen Prokon bewertet. Prokon war im Januar 2014 in die Insolvenz gerutscht. Die Firma hatte sich durch den Verkauf von Genussrechten im Wert von 1,4 Milliarden Euro an rund 75.000 Anleger finanziert. Genussrechteinhaber sind anders als Besitzer von Aktien nicht an einem Unternehmen beteiligt. Im Fall einer Insolvenz sind ihre Forderungen nur nachrangig, das heißt andere Gläubiger kommen vor ihnen zum Zug. Auch als Lehre aus dem Fall Prokon verabschiedete der Bundestag im April das Kleinanlegerschutz-Gesetz, das Anleger am sogenannten grauen Kapitalmarkt besser schützen soll.

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