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Policendarlehen

Policendarlehen bieten Versicherungsnehmern die Möglichkeit, bei Liquiditätsbedarf ihre Renten- oder Lebensversicherung zu beleihen. Es muss nicht immer ein Ratenkredit sein, der für eine Anschaffung oder zur Überbrückung eines finanziellen Engpasses herhalten muss. Ratenkredite sind in der Regel etwas teurer als ein Policendarlehen, setzen eine Schufa-Prüfung voraus und werden in der Schufa eingetragen. All das entfällt bei einem Policendarlehen.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. So funktioniert ein Policendarlehen
  3. Wie werden Policendarlehen zurückgezahlt?
  4. Vorteil gegenüber dem Rückkauf oder Verkauf
  5. Policendarlehen beim Versicherer oder bei einer Bank abschließen?
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Policendarlehen ist kein klassischer Kredit im Sinne des BGB und des Kreditwesengesetzes, da der Versicherungsnehmer kein Geld leiht, sondern ein eigenes angespartes Geld vorzeitig erhält.
  • Ein solches Policendarlehen erhalten Verbraucher von dem eigenen Versicherer. Banken vergeben Darlehen mit der Police als Kreditsicherheit oft zu weniger vorteilhaften Konditionen.
  • Insbesondere für Selbstständige, die nur bei wenigen Banken mangels eines regelmäßigen Einkommens Ratenkredite bekommen, stellt das Policendarlehen eine sinnvolle Alternative zum Kredit für Selbständige dar.

So funktioniert ein Policendarlehen

Verbraucher mit Liquiditätsbedarf denken nicht immer daran, dass sie die notwendigen finanziellen Mittel in der Schublade liegen haben. Zu den Policen, die beliehen werden können, zählen kapitalbildende Lebensversicherungen und private Rentenversicherungen. Risikolebensversicherungen sowie Rürüp- und Riester-Renten kommen für ein Darlehen jedoch nicht in Frage.

Je nach Dauer der Ansparphase und Höhe der gezahlten Beiträge kommt im Laufe der Jahre durchaus eine beachtliche Summe zusammen. Zusammen mit den erwirtschafteten Zinsen entsteht auf diese Weise der Rückkaufswert, der teilweise oder ganz als Darlehen beantragt werden kann. Bei einem Policendarlehen dreht es sich nicht um einen klassischen Kredit im Sinne des BGB und des Kreditwesengesetzes (KWG), da der Versicherungsnehmer über sein eigenes, im Vorfeld angespartes Kapital, verfügt. Er erhält die diskontierte Ablaufleistung der Versicherung.

Wie werden Policendarlehen zurückgezahlt?

Für die Rückführung des Darlehens stehen dem Versicherungsnehmer verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Einmal kann die Tilgung durch eine Erhöhung der monatlichen Beiträge erfolgen.

Ein anderer Weg ist das endfällige Darlehen – die Kreditsumme wird hier am Ende der Laufzeit auf einmal fällig. Oft sind dabei Sondertilgungen möglich, so dass während der Laufzeit eine willkürliche Rückführung in willkürlicher Höhe zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattfinden kann. Die Zinsen werden immer nur auf den verbliebenen Betrag angerechnet. Das heißt, es ist immer am günstigsten, so schnell wie möglich zu tilgen. Wer erst am Ende der Laufzeit das Darlehen tilgt, zahlt durchgehend Zinsen auf den gesamten Darlehensbetrag. In diesem Fall kann ein regelmäßig getilgter Ratenkredit trotz eines höheren Zinssatzes insgesamt weniger Kosten verursachen. Denn mit jeder Tilgung verringert sich die Restschuld und somit auch die Zinslast.

Letztlich besteht auch die Option, bis zum Ende der Laufzeit der Versicherung die Zinsen zu entrichten und die Vorauszahlung nicht wieder zurückzuzahlen. Der Versicherungsvertrag wird dann um die Summe des Policendarlehens reduziert ausgezahlt.

Vorteil gegenüber dem Rückkauf oder Verkauf

Um Liquiditätsbedarf durch die Lebensversicherung zu decken, steht natürlich auch die Option des Rückkaufs oder des Verkaufs der Police zur Verfügung. In beiden Fällen muss der Versicherungsnehmer zwar keine Zinsen bezahlen, macht aber in der Regel einen Verlust. Es dauert viele Jahre, bis der Rückkaufswert die Summe der eingezahlten Beiträge übersteigt. Abschlusskosten und laufende Verwaltungskosten werden aus den Beiträgen genommen, was zwangsläufig zu einem langsameren Kapitalaufbau führt. Ankäufer von Lebensversicherungen versprechen zwar eine höhere Ablösung, deutlich über dem Rückkaufswert der Versicherung liegt sie aber nicht.

Policendarlehen beim Versicherer oder bei einer Bank abschließen?

Klassisch wurde das Policendarlehen immer von dem Versicherer begeben, bei dem der Vertrag platziert war. Inzwischen bieten aber auch dritte Anbieter Policendarlehen an. Dabei wird die Versicherung als Kreditsicherheit hinterlegt und das Darlehen wird in der Höhe des Rückkaufswertes ausgezahlt.

Bei fondsgebundenen Policen müssen Versicherungsnehmer jedoch mit massiven Abschlägen rechnen, wenn der Versicherungsvertrag als Sicherheit dient. Grund dafür sind die möglichen Kursverluste der Fonds während der Laufzeit der Beleihung. Bei einer Fondspolice, die rein auf Aktienfonds aufbaut, betragen die Abschläge rund 40 Prozent auf den Rückkaufswert. Verträge mit einem hohen Anteil an Rentenfonds werden mit bis zu 80 Prozent beliehen.

Die Vergangenheit hat immer wieder gezeigt, dass es sinnvoller ist, ein Policendarlehen im klassischen Sinn, also als diskontierte Ablaufleistung, aufzunehmen. Die Versicherung als Sicherheit für einen Kredit abzutreten, bietet im Zweifelsfall eine niedrigere Auszahlung und kann mit einem höheren Zinssatz einhergehen. Darüber hinaus erfüllt ein Policendarlehen bei einem Drittanbieter die Voraussetzungen für einen Ratenkredit, was wiederum zu einer Schufa-Relevanz führt. Dennoch lohnt es sich immer, vor der Entscheidung möglichst viele Angebote zu vergleichen, da sich die Zinsen je nach Versicherung und Bank stark unterscheiden.

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