Anfang 2009 breitete sich unter Menschen eine neue Influenza-Erkrankung aus, die unter der Bezeichnung Schweinegrippe Bekanntheit erlangte. Mittlerweile beschäftigen sich die Medien kaum noch mit dem Thema – was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass das öffentliche Interesse sich nun auf das neue Coronavirus konzentriert. Was viele Bürger jedoch nicht wissen: Etwa jedes dritte Influenzavirus ist ein Schweinegrippevirus.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist die Schweinegrippe?
  3. Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?
  4. Symptome
  5. Behandlung
  6. Ist es sinnvoll, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen?
  7. Verwandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Gesetzliche Krankenversicherungen im Vergleich

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Schweinegrippe ist eigentlich eine bei Schweinen auftretende Atemwegserkrankung.
  • Durch Mutation können einzelne Erregerstämme – insbesondere H1N1 – auch auf den Menschen und von einer Person zu einer anderen überspringen.
  • Die Schweinegrippe führt bei Menschen zu grippeähnlichen Symptomen, kann jedoch auch Magen-Darm-Beschwerden verursachen.
  • Während Ärzte bei schweren Verläufen auf spezielle Medikamente zurückgreifen, reicht es bei einem gewöhnlich Krankheitsverlauf in der Regel aus, Bettruhe zu halten und genügend zu trinken.

Was ist die Schweinegrippe?

Ursprünglich war die Schweinegrippe eine unter Schweinen relativ verbreitete Atemwegserkrankung, die für das Tier jedoch nur selten tödlich endet. In den letzten Jahren konnten Wissenschaftler verschiedene Subtypen der Krankheit – unter anderem H1N1, H1N2, H3N2 und H3N1 – identifizieren. Die Buchstaben H und N stehen für die Eiweiße der Virushülle. H ist die Abkürzung für Hämagglutinin, wohingegen N das Kürzel für Neuraminidase ist.

Schweinegrippeviren sind für gewöhnlich harmlos. Sie können jedoch zu einem Erreger mutieren, der auf Menschen überspringt und sich dann weiter unter ihnen verbreitet. Für die Schweinegrippe-Pandemie im Jahr 2009 war das bis zu diesem Zeitpunkt unbekannte H1N1-Virus (auch als A/H1N1-Virus bekannt) verantwortlich. Es tauchte zuerst in den Vereinigten Staaten von Amerika und in Mexiko auf, weshalb Fachleute die Erkrankung manchmal auch als Mexikanische beziehungsweise Nordamerikanische Grippe bezeichnen. Offizielle Stellen sprechen dagegen meist von der Neuen Grippe.

Wie wird die Schweinegrippe übertragen?

Die Übertragung des Erregers erfolgt wie bei der saisonalen Grippe durch Tröpfcheninfektion, also insbesondere durch Husten und Niesen. Im Unterschied zur gewöhnlichen Grippeerkrankung tritt die Schweinegrippe vor allem im Sommer auf. Außerdem betrifft sie überdurchschnittlich oft junge Menschen ohne Vorerkrankungen.

Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?

Zu Beginn der 2009 aufgetretenen Pandemie gingen Wissenschaftlicher und Gesundheitsbehörden zunächst davon aus, dass die Schweinegrippe ähnlich gefährlich wie die Spanische Grippe sein könnte. Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich glücklicherweise nicht. Auch wenn es Menschen mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen und einige Todesfälle gab, verlief die Erkrankung meist mild. Zahlreiche Betroffene bemerkten die Infektion noch nicht einmal. Obwohl die Sterblichkeitsrate Studien zufolge lediglich bei 0,02 Prozent lag, zog die Pandemie 200.000 bis 250.000 Todesopfer nach sich.

Bisher gab es beim Menschen nur einen weltweiten Ausbruch der Schweinegrippe. Allerdings tauchten im Juli 2020 Berichte über eine neue Schweinegrippe-Variante auf, die einige chinesische Provinzen betrifft. Das verantwortliche Virus ist eine mutierte H1N1-Version, die die Bezeichnung G4 trägt. Forscher nehmen an, dass auch dieser Erreger von einem Menschen auf einen anderen überspringen kann. Wie hoch das Risiko einer zukünftigen Influenza-Pandemie ausfällt, lässt sich jedoch nur schwer prognostizieren, da in diesem Zusammenhang viele Variablen von Bedeutung sind.

Symptome

Zu welchen Beschwerden die Schweinegrippe führt, kann sich von Person zu Person sehr stark unterscheiden. Manchmal zeigen sich gar keine Krankheitszeichen, doch meist ähnelt der Verlauf dem einer gewöhnlichen Grippe. Als typische Symptome gelten demnach vor allem:

  • Fieber
  • Gefühl ausgeprägter Müdigkeit
  • Frieren (auch Schüttelfost)
  • Gliederschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Schnupfen
  • Reizhusten
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerzen

Zusätzlich können bei der Schweinegrippe auch Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall auftreten. Im Regelfall zeigen sich Symptome ein bis vier Tage, nachdem sich die betroffene Person infiziert hat. Bei einem normalen Krankheitsverlauf verschwinden die Beschwerden nach etwa fünf bis sieben Tagen.

Behandlung

Bei schweren Verläufen der Schweinegrippe und bei chronisch kranken Menschen greifen Ärzte auf sogenannte Neuraminidase-Hemmer zurück. Diese blockieren ein Enzym, das die Viren zur Vermehrung benötigen. Medizinisch wirksam sind die Wirkstoffe Oseltamivir (enthalten im Medikament Tamiflu) und Zanamivir (enthalten im Arzneimittel Relenza).

Bei einem normalen Krankheitsverlauf wird die Schweinegrippe wie eine klassische Influenza-Erkrankung behandelt. Demzufolge sollten Betroffene strenge Bettruhe halten und darauf achten, dass sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Zusätzlich können Ärzte ihren Patienten fiebersenkende und schmerzstillende Arzneimittel verschreiben.

Ist es sinnvoll, sich gegen die Schweinegrippe impfen zu lassen?

Seit 2010 gibt es zwar spezielle Impfungen gegen die Schweinegrippe. Allerdings empfehlen Mediziner eher, auf die gewöhnliche Grippeschutzimpfung zurückzugreifen. Diese schützt die behandelte Person mittlerweile nämlich ebenso vor der Schweinegrippe. Zum aktuellen Zeitpunkt wird in der Wissenschaft zudem noch darüber diskutiert, ob die Schweinegrippe-Impfung in seltenen Fällen zur Schlafkrankheit (Narkolepsie) geführt hat, da die Erkrankung im Impfzeitraum überdurchschnittlich häufig auftrat.

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