Allwetterreifen: Zahlt die Autoversicherung bei einem Unfall?

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Ein Unfall ist schnell geschehen. Und die Frage nach der Kostenübernahme steht im Raum. Besonders interessant kann diese Frage werden, wenn das Fahrzeug mit Allwetterreifen ausgestattet ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Allwetterreifen können das ganze Jahr über gefahren werden.
  • Der Einsatz von Allwetterreifen ist in den Regionen sinnvoll, wo die Sommer nicht zu heiß und die Winter nicht zu kalt sind.
  • Allwetterreifen werden von der Kfz-Haftpflichtversicherung und von der Kaskoversicherung anerkannt.
  • Auch Allwetterreifen müssen in Bezug auf Mindestprofiltiefe, Reifenalter und Fahrleistung gewisse Kriterien erfüllen.

Was sind Allwetterreifen?

Die passenden Reifen für das Auto zu finden ist nicht immer einfach. Die Auswahl ist sehr groß und die Entscheidung deshalb mitunter sehr schwer. Allwetterreifen sind dabei eine Zwischenlösung, die immer mehr Autofahrern gelegen kommt.

Vielen sind die Allwetterreifen als sogenannte „Ganzjahresreifen“ bekannt. Sie kombinieren die positiven Eigenschaften von Sommerreifen und Winterreifen. Der Vorteil: Allwetterreifen beziehungsweise Ganzjahresreifen können an 365 Tagen im Jahr gefahren werden. Ein Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen muss deshalb nicht stattfinden.

Zugelassene Allwetterreifen sind mit einer sogenannten „Alpin Kennzeichnung“ ausgestattet. Einem Berg-Piktogramm, das mit einem Schneeflockensymbol kombiniert wird.

Für wen sind Allwetterreifen sinnvoll?

Nicht in jeder Region ist der Einsatz von Allwetterreifen sinnvoll. Sie eignen sich vor allen Dingen in den Regionen, in denen die Sommer nicht zu heiß und die Winter nicht zu kalt sind. Schneereiche Winter und Sommer mit Temperaturen deutlich über 30 Grad sprechen für spezifische Reifen, die den Witterungsbedingungen gerecht werden. Da die Allwetterreifen eine Mischung aus Sommer- und Winterreifen sind, decken sie auch nur den Mittelwert ab. Sie sind deshalb für milde Winter und gemäßigte Sommermonate gut geeignet.

Wie bewertet die Versicherung die Allwetterreifen?

Es gibt bei zugelassenen Allwetterreifen keine Einschränkungen. Auch dann nicht, wenn ein Unfall stattfindet. Allwetterreifen werden über die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht, aber auch über die freiwillige Kaskoversicherung anerkannt. Im Falle eines Unfalls greift deshalb der volle Schutz.

Allerdings nur dann, wenn die Reifen zulässig sind und wenn sie den allgemeinen Kriterien für eine angepasste Bereifung entsprechen. Beim Kauf der Reifen muss immer darauf geachtet werden, dass Qualität mit der entsprechenden Kennzeichnung gekauft wird. Wer beim Fachhändler kauft, kann sich dessen gewiss sein.

Wie müssen Allwetterreifen aufgebaut sein?

Wie bei jedem anderen Reifen gelten bei Allwetterreifen Vorschriften in Bezug auf die Mindestprofiltiefe, das Reifenalter und die Fahrleistung. Nur wenn alle Kriterien erfüllt sind, sind die Reifen zugelassen und sicher. Mindestprofiltiefe, Fahrleistung und Reifenalter bestimmen deshalb, wann ein Reifenwechsel stattfinden muss.

Die Mindestprofiltiefe bei Allwetterreifen darf nicht unter 1,6 mm liegen. Viele Experten empfehlen den Austausch der Reifen schon ab einer Profiltiefe von 3,0 bis 4,0 mm. Je geringer die Profiltiefe ist, umso weniger Grip haben die Reifen und umso schwieriger wird es, die Fahrweise zu kontrollieren. Deshalb empfiehlt sich besonders bei Allwetterreifen, nicht bis auf den letzten Millimeter Restprofil zu warten, bevor ein Wechsel stattfindet.

Wer in seinem Fahrverhalten sportlich ist, sollte die Allwetterreifen nach spätestens 35.000 km austauschen. Gleiches gilt für all jene, die sehr viel fahren. Egal welche Profiltiefe dann gegeben ist. Wird weniger und besonders umsichtig gefahren, reicht ein Wechsel nach 50.000 km aus. Vorausgesetzt, die Mindestprofiltiefe ist noch nicht erreicht.

Auch beim Reifenalter setzt der Gesetzgeber Grenzen. Spätestens nach 10 Jahren muss ein Wechsel erfolgen. Experten empfehlen sogar, Allwetterreifen spätestens nach 6 Jahren zu wechseln. Je älter die Reifen sind, umso brüchiger wird der Gummi. Außerdem reduziert sich der Grip. Die eigene Sicherheit und die Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer muss immer im Fokus des Interesses stehen.

Gibt es Strafen, wenn mit unzulässigen Allwetterreifen gefahren wird?

Ohne Strafen geht es nicht. Besonders dann, wenn die passende Bereifung fehlt.

Eine unangepasste Bereifung ist im Bußgeldkatalog mit 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg vermerkt.

Wird durch die unangepasste Bereifung eine Verkehrsbehinderung erzeugt, sind sogar 80 Euro und 1 Punkt in Flensburg fällig.

Entsteht durch die unangepasste Bereifung eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, müssen 100 Euro gezahlt werden. Dazu wird 1 Punkt in Flensburg registriert.

Bei einem Unfall mit unangepasster Bereifung werden ein Bußgeld in Höhe von 120 € und 1 Punkt in Flensburg fällig.

Allwetterreifen sind eine Zwischenlösung

Auch wenn sie sehr beliebt sind, so stellen Allwetterreifen nicht das Optimum an Sicherheit dar. Sie sind nicht für jede Wetterlage geeignet und bedürfen besonderer Vorkehrungen beim rechtzeitigen Wechsel. Trotz allem werden sie bei einem sachgemäßen Umgang bei den Versicherungsleistungen vollständig anerkannt.