Fahrrad- oder Hausratversicherung: Was ist besser?

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Fahrraddiebstahl bewegt sich im sechsstelligen Bereich. Im Jahr 2017 registrierte die Polizei über 300.000 gestohlene Fahrräder. Wer sein Bike absichern möchte, hat die Wahl zwischen Hausratversicherung und spezieller Fahrradversicherung. Welche Lösung ist besser und wann lohnt sie sich?

Das Wichtigste in Kürze

  • Fahrräder können in der Hausratversicherung prozentual abhängig von der Versicherungssumme eingeschlossen werden.
  • Der Versicherungsschutz erstreckt sich jedoch nur auf Einbruchdiebstahl, bei neuen Verträgen auch auf einfachen Diebstahl.
  • Fahrradversicherungen kommen auch für bestimmte Reparaturkosten auf.
  • Die meisten Versicherer lehnen jedoch Räder ab einem bestimmten Alter und über einem bestimmten Kaufpreis ab.

Das Fahrrad in der Hausratversicherung

Hausratversicherungen bieten die Möglichkeit, ein Fahrrad gegen das Einbruchdiebstahlrisiko abzusichern. Allerdings unterscheiden sich die Policen erheblich. Gemein ist allen, dass sich die Erstattung prozentual an der Versicherungssumme orientiert. Angenommen, diese beträgt 40.000 Euro. Das Fahrrad hat einen Wert von 3.000 Euro. In diesem Fall muss eine Absicherung des Fahrrades in Höhe von acht Prozent vereinbart werden.

Grundsätzlich ist das Fahrrad versichert, wenn es durch Einbruch aus einem geschlossenen Raum entwendet wurde. Wird das Fahrrad außerhalb verschlossener Räume gestohlen, leisten einige Versicherer keinen Ersatz. Im Rahmen der erweiterten Deckung lässt sich aber auch dieses Risiko einschließen. Allerdings sehen ältere Verträge noch die Nachtzeitklausel vor. Diese besagt, dass der Versicherungsschutz nur in der Zeit zwischen 6:00 Uhr und 22:00 Uhr besteht. Ausnahme in diesem Fall ist, wenn das Rad noch in Benutzung war. Benutzung heißt, der Eigentümer hatte es beispielsweise vor einem Lokal abgestellt. Die Sicherung muss in diesem Fall durch ein Schloss erfolgt sein.

Im Schadensfall erstattet die Hausratversicherung den Neuwert. Das bedeutet, der Versicherungsnehmer erhält den Gegenwert von der Versicherung, den er für ein neuwertiges, gleichartiges Rad bezahlen muss.

Vor dem Hintergrund der Prämienerhöhungen für Leistungserweiterungen sollte immer geprüft werden, ob der Gegenwert des Rades diese legitimiert.

Die Fahrradversicherung

Alternativ zur Hausratversicherung bieten einige Nischenversicherer spezielle Fahrradversicherungen an. Der Vorteil dieser Versicherungen liegt darin, dass sie nicht nur bei Diebstahl eine Schadensersatzleistung erbringen. Diese speziellen Tarife schließen auch die Kostenübernahme für bestimmte Reparaturen, abgesehen von Verschleißteilen, mit ein. Allerdings fallen die Bedingungen recht unterschiedlich aus. Der folgende Fragenkatalog hilft, die Auswahl auf einen bestimmten Anbieter einzugrenzen:

  • Versichert das Unternehmen nur Fahrräder bis zu einem bestimmten Kaufpreis, beispielsweise maximal 5.000 Euro?
  • Können nur neue Räder versichert werden, oder ist die Police auch für ein älteres Rad möglich?
  • Kann Zubehör oder Gepäck in den Vertrag integriert werden?
  • Sieht der Vertrag eine Selbstbeteiligung vor oder übernimmt der Versicherer die gesamte Schadenssumme?
  • Schreibt der Versicherer vor, welches Fahrradschloss der Versicherungsnehmer benutzen muss?
  • Sind alle der folgenden möglichen Schadensursachen versichert: Diebstahl, Einbruchdiebstahl und Raub, Vandalismus, Feuer, Unfall-, Fall- und Sturzschäden, unsachgemäße Handhabung, Feuchtigkeits- und Elektronikschäden, Material-, Produktions- und Konstruktionsfehler?
  • Bietet der Versicherer auch Schutz im Ausland an, und wenn ja, für welchen Zeitraum?
  • Gibt es Ausschlüsse, beispielsweise für Downhill-Rennen?
  • Schließt die Police einen Pick-up-Service oder einen Schutzbrief, beispielsweise für Rücktransport oder Taxi, wenn das Fahrrad kaputt ist, mit ein?
  • Wo liegt die Grenze zwischen Übernahme der Reparaturkosten und der Kaufpreiserstattung für ein neues, gleichwertiges Fahrrad?
  • Gibt die Versicherung einen Preisnachlass, wenn das Fahrrad durch die Polizei codiert wird?

Die Auswahl einer reinen Fahrradversicherung richtet sich ganz offenkundig nach zahlreichen Kriterien. Art und Umfang der Versicherung wirken sich natürlich auf die Höhe der Prämie aus. Wie bei der Hausratversicherung auch, gilt, die Relation zwischen Wert des Rades und dem Versicherungsbeitrag gegenüberzustellen.

Der Vorteil der Hausratversicherung liegt darin, dass das Alter des Rades keine Rolle spielt. Die Übernahme der Kosten für Material-, Produktions- und Konstruktionsfehler liest sich zwar schön. In erster Linie ist hier aber der Hersteller in der Pflicht zur Kostenübernahme.