Fernwärme

Fernwärme nennt man die Lieferung von thermischer Energie, also Wärme, zur Beheizung und Warmwasserversorgung von Gebäuden. In einem speziellen, wärmegedämmten Rohrleitungssystem wird die Wärme in Form vom sehr heißem Wasser oder gar heißem Wasserdampf unter Druck von der Wärmequelle zur Abnahmestelle geleitet. Meist wird mithilfe der sogenannten Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme erzeugt.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Die Nutzung von Fernwärme
  3. Ein kontinuierlicher Wärmekreislauf
  4. Begrenzte Reichweite und Verbreitung
  5. Verwandte Themen
  6. Weiterführende Links
  7. Jetzt Gaspreise vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Fernwärme wird üblicherweise in großen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), kleineren Blockheizkraftwerken, in Müllverbrennungsanlagen oder Fernheizwerken erzeugt.
  • Wasser wird in wärmeisolierten Rohrleitungen in einem kontinuierlichen Kreislauf befördert.
  • Auch bei sehr guter Wärmedämmung ist ein Wärmeverlust über längere Strecken nicht zu vermeiden.
  • Generell ist der Anteil der Fernwärme am Energiemarkt noch ausbaubar.

Die Nutzung von Fernwärme

Bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Idee, Fernwärme zu nutzen. Mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung entstand die Möglichkeit, den Wirkungsgrad von thermischen Kraftwerken zu erhöhen und die Wärmeleistung zwischen den Turbinenstufen auszukoppeln.

Fernwärme wird üblicherweise in großen Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), kleineren Blockheizkraftwerken, in Müllverbrennungsanlagen oder Fernheizwerken erzeugt. Als Brennstoffe dienen Kohle, Erdgas, Biogas, Öl, Holz und Holzprodukte oder gar Müll. Wenn möglich, wird auch die Abwärme von Industriebetrieben, wie beispielsweise Raffinerien oder Stahlwerken, als Wärmequelle genutzt.

Ein kontinuierlicher Wärmekreislauf

Da Wasser besonders geeignet ist, Wärme zu transportieren, wird es bei der Fernwärme flüssig oder in Form von Dampf genutzt. Dieses wird in wärmeisolierten Rohrleitungen in einem kontinuierlichen Kreislauf befördert. Das Rohrnetz wird in aller Regel mit einem Überwachungssystem ausgerüstet, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen. Um Korrosionen und Härteausscheidungen zu vermeiden, wird das verwendete Wasser im Kreislauf zuvor entsprechend aufbereitet bzw. enthärtet und entsalzt.

Das Rohrleitungssystem, in welchem der Wasserdampf oder das heiße Wasser von der Wärmequelle zu den Wärmesenken zirkuliert, besteht aus Verbundrohrsystemen aus Stahl oder Kunststoff, die den hohen Temperaturen und Betriebsdruck standhalten. Eine Schwachstelle vieler Rohrleitungssysteme sind die Kompensatoren, deren Aufgabe es ist, die durch die Hitze auftretenden Ausdehnungen auszugleichen. Deshalb werden diese heutzutage vermehrt durch spezielle Dehnungsbögen ersetzt, die für einen wärmebedingten Längenausgleich sorgen.

Die gängigen Betriebstemperaturen bei einem mit Heißwasser betriebenen Fernwärmenetz liegen zwischen 80 und 130 Grad Celsius - bei einem Betriebsdruck von 16 bis 25 Bar. Die Wärmeübergabe erfolgt beim Verbraucher mithilfe einer Übergabestation, die in den meisten Fällen durch einen Wärmeübertrager vom Fernwärmekreislauf hydraulisch getrennt ist.

Begrenzte Reichweite und Verbreitung

Auch bei sehr guter Wärmedämmung ist ein Wärmeverlust über längere Strecken nicht zu vermeiden. Deshalb sowie aufgrund des hohen Investitionsaufwands für das Rohrleitungssystem eignet sich Fernwärme nur bei dichter Bebauung. Meist werden Fernwärmenetze in sternförmigen Verteilerstrukturen mit einer maximalen Leitungslänge von bis zu 10 km gebaut. Die größten deutschen Fernwärmenetze sind in Mannheim, Berlin und Hamburg anzutreffen. In Flensburg hat Fernwärme sogar einen Marktanteil von über 90 Prozent.

Generell ist der Anteil der Fernwärme am Energiemarkt noch ausbaubar. Während im Westen gerade einmal 9 Prozent der Haushalte an ein Fernwärmenetz angeschlossen sind, beziehen in den östlichen Bundesländern immerhin 32 Prozent aller Haushalte Fernwärme. Denn in der Bundesrepublik werden nach wie vor Großkraftwerke ohne Fernwärmeauskopplung betrieben, obwohl dies technisch möglich wäre. Oft hemmen auch die hohen Investitionskosten den Ausbau von Fernwärmenetzen - dabei ist sie ein günstiger und vor allem umweltfreundlicher Wärmelieferant.

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