Richtig heizen im Winter: 12 praktische Tipps

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Richtiges Heizen im Winter trägt dazu bei, den Energieverbrauch zu senken und Geld zu sparen. Schließlich entfallen in einem durchschnittlichen Haushalt etwa 60 bis 70 Prozent des Energiebedarfs auf die Heizung. Ein positiver Nebeneffekt: Sie verbessern Ihre CO2-Bilanz. Der nachfolgende Ratgeber zeigt die 12 besten Tipps zum richtigen Heizen im Winter auf.

1. Stoßlüften statt Dauerkipp

Damit es in der Wohnung nicht zu Schimmelbildung kommt, ist regelmäßiges Lüften Pflicht. Vermeiden Sie es dabei, die Fenster dauerhaft gekippt zu lassen. Sinnvoller ist es, zwei bis drei Mal am Tag stoßzulüften – also das Fenster für fünf bis zehn Minuten weit zu öffnen. Bei dauerhaft gekippten Fenstern findet nämlich kaum ein Luftaustausch statt. Außerdem tragen sie dazu bei, dass die Wände auskühlen, was im schlimmsten Fall zu Schimmelbildung führt.

Durch Stoßlüften wird die Luft dagegen schnell ausgetauscht. Sorgen Sie – falls möglich – zusätzlich für Querlüftung, also Durchzug, um den Effekt zu verstärken. Drehen Sie das Thermostatventil während des Lüftens herunter.

2. Thermostat nicht voll aufdrehen

Viele Verbraucher denken, der Raum würde sich schneller erwärmen, wenn sie die Heizung auf die höchste Stufe stellen. Das stimmt jedoch nicht: Mithilfe des Thermostatventils stellen Sie lediglich die gewünschte Höchsttemperatur ein. Daher ist es ratsam, den Heizkörper eher auf Stufe 3 (entspricht etwa 20 bis 21 Grad Celsius) zu stellen. Auf Stufe 5 erwärmt die Heizung den Raum auf mehr als 25 Grad, was viel Energie verbraucht.

Anders gestaltet sich die Situation, wenn ein zentrales Thermostat das Heizsystem für sämtliche Räume regelt. In diesem Fall lässt sich die vorgegebene Temperatur nur durch voll aufgedrehte Heizungen erreichen.

3. Nachts die Heizleistung reduzieren

Um Energie zu sparen, empfiehlt es sich, die Temperatur während der nächtlichen Stunden zu senken – maximal um zwei Grad Celsius. Verzichten Sie darauf, die Heizung weiter herunterzudrehen, da andernfalls der Energieverbrauch während des Tages steigt. Schließlich muss die Heizanlage sich dann mehr anstrengen, um die Räume wieder auf die gewünschte Temperatur zu erwärmen.

Allerdings gibt es Stimmen aus der Fachwelt, die das erneute Aufheizen der Wohnung empfehlen. Zahlreiche Faktoren wie die Gebäudemasse und -dämmung haben nämlich einen Einfluss darauf, ob sich die sogenannte „Nachtabsenkung“ wirklich lohnt. Prinzipiell ist das nächtliche Heizen auf geringer Stufe umso sinnvoller, je stärker die Wohnung nachts auskühlt.

4. Wohnung richtig heizen bei Abwesenheit

Wer wegen Urlaub oder einer Dienstreise mehrere Tage unterwegs ist, spart durch das Herunterregeln der Heizungen einiges an Energie. Damit keine Schimmelgefahr besteht, sollte die Raumtemperatur jedoch mindestens 16 Grad Celsius betragen. Stellen Sie außerdem die Heizung nie ganz aus. Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Leitungen bei tiefen Temperaturen einfrieren.

5. Heizkörper entlüften

Zum richtigen Heizen im Winter gehört auch, die Heizung zu entlüften. Gibt sie ein gluckerndes beziehungsweise pfeifendes Geräusch von sich oder heizt nicht mehr richtig, ist oftmals Luft in der Hydraulik dafür verantwortlich – sie bewirkt, dass der Heizkörper nicht die volle Leistung bringt. Dann muss die Heizung entlüftet werden. Die nachfolgende Liste zeigt die einzelnen Arbeitsschritte auf:

  • Umwälzpumpe ausschalten
  • Etwa 30 bis 60 Minuten warten (als Schutz vor heißem Dampf und Spritzwasser)
  • Am Thermostatventil die höchste Stufe einstellen
  • Gefäß unter dem Entlüftungsstopfen ansetzen
  • Ventil mit Entlüftungsschlüssel vorsichtig öffnen und Luft austreten lassen
  • Ventil schließen, sobald nur noch Wasser kommt
  • Umwälzpumpe wieder aktivieren

6. Raumtemperatur richtig einstellen

Während die optimale Temperatur fürs Wohnzimmer zwischen 20 und 22 Grad Celsius beträgt, reichen in der Küche und im Schlafzimmer für gewöhnlich 18 Grad Celsius aus. Im Bad und im Kinderzimmer darf es mit 23 bis 24 Grad Celsius etwas wärmer sein. Verbraucher sollten sich nach ihrem persönlichen Wärmeempfinden richten, allerdings bedenken, dass jedes Grad weniger bis zu sechs Prozent an Heizenergie spart.

7. Rollläden herunterlassen

Richtig heizen im Winter bedeutet auch, mögliche Wärmeverluste zu minimieren. Daher ist es ratsam, die Rollläden jeden Abend herunterzulassen, sobald es dunkel wird. Dadurch entweicht bis zu 20 Prozent weniger Wärme über die Fenster. Ziehen Sie zusätzlich die Vorhänge zu, um die maximale Wirkung zu erreichen.

8. Heizkörper nicht zustellen

Vor der Heizung haben Möbel und Vorhänge nichts zu suchen, ebenso wenig wie Wäsche auf dem Heizkörper. Der Grund: Die Wärme kann sich dann nicht optimal im Raum verteilen, wodurch die Heizungsanlage mehr Energie verbraucht.

9. Dichtungen von Fenstern und Türen prüfen

Selbst wenn Sie richtig heizen, im Winter entweicht Wärme unter Umständen durch zugige beziehungsweise undichte Fenster und Türen. Verantwortlich dafür sind in der Regel alte, poröse Dichtungen. Entsprechende Spalten lassen sich unkompliziert mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsbändern aus dem Baumarkt ausbessern.

10. Zimmertüren geschlossen halten

Halten Sie die Türen zu nicht beheizten Räumen möglichst immer geschlossen. Zum einen entweicht durch offene Zimmertüren natürlich Wärme, wodurch die Heizkosten steigen. Zum anderen gelangt mit der warmen Luft auch Feuchtigkeit in das nicht beheizte Zimmer, die an den kalten Wänden kondensiert und im ungünstigsten Fall zur Schimmelbildung führt.

11. Wand hinter dem Heizkörper dämmen

Durch eine Isolationsschicht hinter dem Heizkörper können Sie die durch die Außenwand verursachten Wärmeverluste deutlich senken. Entsprechende Dämmmatten sind im Baumarkt in unterschiedlichen Stärken und mit oder ohne eine Beschichtung aus Aluminium (zur Reflexion der Wärmestrahlung) erhältlich.

12. Heizkosten sparen durch Anbieterwechsel

Im Winter richtig zu heizen, ist nicht die einzige Möglichkeit, Heizkosten zu minimieren. Eine andere ist oft der Wechsel des Gas- beziehungsweise Stromanbieters. Da es eine Vielzahl von Energielieferanten gibt und diese in starker Konkurrenz zueinander stehen, werden immer wieder noch günstigere Konditionen angeboten.