Weniger als die Hälfte der Neubauten wird fossil beheizt

30.12.2020 | 09:29

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Ab dem kommenden Jahr tritt die CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid in Kraft. Der Einsatz fossiler Energieträger in der Mobilität und für die Wärme in Gebäuden soll dadurch vermindert werden. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren von den im vergangenen Jahr insgesamt 108.100 neuen Wohngebäuden 42,8 Prozent mit einer Öl- oder Gasheizung ausgestattet. Vor zwanzig Jahren lag der Anteil der Neubauten, die vorwiegend mit Öl- oder Gas beheizt wurden, noch bei über 90 Prozent.

Kaum noch neue Ölheizungen

Ölheizungen im Neubau sind mittlerweile die Ausnahme: 2019 lag der Anteil der Wohngebäude mit installierter Ölheizung bei knapp 1 Prozent. Vor 20 Jahren lag der Anteil von Ölheizungen bei Neubauten noch bei rund 20 Prozent.

Erdgas ist hingegen auch in neuen Wohngebäuden noch ein oft gewähltes Heizmittel: Im Jahr 2019 wurde in 42 Prozent der neuen Wohngebäude Gas als Heizenergie genutzt. Doch auch hier gibt es einen abnehmende Trend, denn im Jahr 2000 lag der Anteil der neuen Wohngebäude mit Gasheizung noch bei rund 74 Prozent.

Erneuerbare Energien in der Hälfte aller Gebäude

Die erneuerbaren Energien - dazu zählen unter anderem Geo- und Umweltthermie sowie Holz - erreichten in neuen Wohngebäuden als primäre, also überwiegend eingesetzte Energiequelle im Jahr 2019 einen Anteil von fast der Hälfte (48 Prozent). In Nichtwohngebäuden lag der Anteil der fossilen Energieträger Öl und Gas in 2019 fertiggestellten Gebäuden bei 24 Prozent. Von den insgesamt 23.600 neuen Gebäuden wurden 23 Prozent vorwiegend mit Gas beheizt und 1,4 Prozent mit Öl. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren noch 85 Prozent der neuen Nichtwohngebäude mit einer Öl- oder Gasheizung ausgestattet.

Ganz ohne Heizung: Trend zum Bau von Passivhäusern rückläufig

Klimafreundliches Bauen hat viele Facetten, dazu zählen auch sogenannte Passivhäuser oder Plus-Energie-Häuser. Diese Gebäude verfügen aufgrund einer guten Wärmedämmung nicht über ein klassisches Heizungssystem. Die meisten fertiggestellten neuen Wohngebäude dieser besonders energieeffizienten Bauweise zählte die amtliche Statistik im Jahr 2012 (408), seither sinkt die Zahl solcher neuen Gebäude ohne Heizung jedoch stetig. Zwischen 2001 und 2019 wurden lediglich 2.467 Wohngebäude dieser Art fertiggestellt. Die Baugenehmigungen im Jahr 2019 weisen auf keine Trendwende hin: 107 Genehmigungen für Wohngebäude ohne Heizungen wurden erteilt.

2018 wurden drei Viertel der Wohnungen hierzulande mit fossilen Energieträgern beheizt

Die Einführung des CO2-Preises für die Sektoren Wärme und Verkehr am 1. Januar 2021 wird insbesondere die Haushalte belasten, die im hohen Maße fossile Energieträger nutzen. Im Jahr 2018 sorgten Gas und Öl in gut drei Viertel aller Wohnungen hierzulande für Raumwärme. In jeder zweiten Wohnung (52,1 %) wurde das Heizsystem mit Erdgas betrieben. In knapp einem Viertel der Wohnungen in Deutschland kam überwiegend Öl für die Beheizung der Räume (23,5 %) zum Einsatz. In absoluten Zahlen ausgedrückt: 8,7 Millionen von insgesamt 36,9 Millionen Wohnungen wurden mit Öl beheizt. Je nach Bundesland oder Regierungsbezirk variieren allerdings die Anteile der mit Öl beheizten Wohnungen an den gesamten bewohnten Wohnungen zwischen weniger als 10 % (Weser-Ems) und mehr als 50 % (Trier).