Gaspreise steigen durch höhere Netzentgelte und neuen CO2-Preis

19.10.2020 | 09:51

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Heidelberg. Ab dem kommenden Jahr müssen viele Verbraucher in Deutschland mit höheren Gaskosten rechnen. Die Gründe dafür sind steigende Gasnetzgebühren und der neu eingeführte CO2-Preis. Gleichzeitig könnten günstigere Großhandelspreise den Preisanstieg für private Verbraucher ein wenig dämpfen.

Keine Entlastung bei den Gasnetzentgelten

Die Gebühren für die Gasnetze werden im Jahr 2021 im bundesweiten Durchschnitt um zwei Prozent ansteigen. Für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus (20.000 kWh) bedeutet dies Mehrkosten von rund 8 Euro im Jahr. Regional gibt es jedoch große Unterschiede. So steigen die Gasnetzentgelte in Berlin und Brandenburg um jeweils rund 8 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen verteuern sich die Kosten für die Durchleitung von Gas um rund 3 Prozent. In drei Bundesländern werden die Netzentgelte günstiger: im Saarland um rund 4 Prozent, in Bremen und Hamburg um jeweils rund 2 Prozent.

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CO2-Ausstoß kostet ab 2021 Geld

Neben den steigenden Netzentgelten wird ab dem 1. Januar 2021 der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid mit einem CO2-Preis in Höhe von 25 Euro pro Tonne belegt. Für einen Musterhaushalt in einem Einfamilienhaus bedeutet das eine Mehrbelastung von 108 Euro. Gesunkene Großhandelspreise können den Preisanstieg nur dämpfen Einen preisdämpfenden Effekt könnte hingegen die Entwicklung an den Rohstoffmärkten haben. So sind die Großhandelspreise seit Jahresbeginn deutlich gesunken. Der Importpreis, der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhoben wird, ist seit Januar 2020 um mehr als ein Drittel gefallen.

„Wir rechnen damit, dass die Gaspreise im kommenden Jahr wieder deutlich anziehen“, sagt Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. „Reichen die Versorger die gestiegenen Netzentgelte und den CO2-Preis in voller Höhe an ihre Kunden weiter, würde sich Gas im kommenden Jahr sogar um rund 11 Prozent verteuern. Die gesunkenen Beschaffungskosten geben jedoch Spielraum, Preiserhöhungen nicht ganz so hoch ausfallen zu lassen.“

Methodik

Für die durchschnittlichen Gaskosten wurden die Werte des Verivox-Verbraucherpreisindex Gas herangezogen, der die Preise der örtlichen Versorger und der wichtigsten überregionalen Anbieter berücksichtigt. Die Grenzübergangspreise wurden vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) übernommen. Für die Entwicklung der Netznutzungsentgelte 2021 wurden die vorläufigen Veröffentlichungen der Verteilnetzbetreiber betrachtet. In die Betrachtung flossen 84 Prozent der deutschen Gasversorgungsgebiete ein.