Kfz-Steuer beim Elektroauto

Wer aktuell ein E-Auto kauft, profitiert nicht nur von hohen Prämien, sondern spart ebenso bei der Kfz-Steuer für das Elektroauto. Genaugenommen müssen Besitzer eines Wagens mit Elektroantrieb für einen gewissen Zeitraum sogar gar keine Steuern entrichten. Mit entsprechenden Fördermaßnahmen und Vergünstigungen möchte der Staat die Verkehrswende vorantreiben. Schließlich verbrauchen E-Autos im Gegensatz zu konventionellen Fahrzeugen keinen Brennstoff, weshalb sie vergleichsweise umweltfreundlich sind.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Wie wird die Kfz-Steuer für ein Elektroauto berechnet?
  3. Steuerbefreiung für bis Ende 2020 zugelassene Elektroautos
  4. Steuerliche Vergünstigungen auch für Hybridautos?
  5. Steuerbefreiung für nachträglich umgerüstete Fahrzeuge
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Kfz-Steuer für ein Elektroauto hängt von dessen Gewicht ab, denn pro angefangenen 200 Kilogramm müssen Fahrzeughalter einen festgelegten Betrag zahlen.
  • Für zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 erstmals zugelassene Elektroautos gilt ein steuerfreier Zeitraum von zehn Jahren.
  • Plug-in-Hybride und Range-Extender-Modelle verfügen über einen Verbrennungsmotor, weshalb sie aus steuerlicher Sicht nicht als Elektrofahrzeuge gelten.
  • Wagen, die zwischen dem 18. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2020 zu reinen Elektroautos umgerüstet wurden, profitieren ebenso von der zehnjährigen Steuerfreiheit.

Wie wird die Kfz-Steuer für ein Elektroauto berechnet?

Sämtliche für den Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeuge müssen hierzulande eine Kraftfahrzeugsteuer – kurz Kfz-Steuer – entrichten. Die Verpflichtung besteht ab dem Tag der Zulassung bis zum Tag der Abmeldung. Den jeweiligen Steuerbescheid stellt die zuständige Zulassungsbehörde im Zuge der Anmeldung aus.

Die Kfz-Steuer fürs Elektroauto richtet sich einzig und allein nach dem Gewicht des Fahrzeugs. Darüber, wie viel ein Wagen wiegt, gibt das Feld F.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I Auskunft. Je angefangene 200 Kilogramm müssen Autohalter eine feste Summe pro Jahr entrichten. Allerdings fällt die Steuerlast bei E-Autos bis 3,5 Tonnen nur halb so hoch aus wie bei Modellen mit einem Verbrennungsmotor. Nach Paragraph 9, Absatz 2 des Kraftfahrzeugsteuergesetzes (KraftStG) ergeben sich damit folgende Beträge:

Zulässiges Gesamtgewicht Steuersatz je 200 Kilogramm
Bis 2.000 Kilogramm 5,625 Euro
Zwischen 2.000 und 3.000 Kilogramm 6,01 Euro
Über 3.000 Kilogramm 6,39 Euro

Um die jährliche Kfz-Steuer für ein Elektroauto zu berechnen, müssen Autobesitzer zunächst das Gesamtgewicht des Fahrzeugs durch 200 Kilogramm teilen. Im Anschluss ist es notwendig, das Ergebnis mit dem Betrag der entsprechenden Gewichtsklasse zu multiplizieren. Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass die zuständige Stelle die Steuerlast stets auf einen glatten Betrag aufrundet. Beträgt das Gesamtgewicht des Fahrzeugs beispielsweise 2.200 Kilogramm, ergibt sich folgende Rechnung:

  • (Gesamtgewicht in kg / 200 kg) x Beitragssatz in Euro =
  • 2.200 / 200 kg x 6,01 Euro = 11 x 6,01 Euro =
  • 66,11 Euro (aufgerundet 67 Euro)

In diesem Beispiel muss der Halter des E-Autos jährlich Kfz-Steuern in Höhe von 67 Euro entrichten.

Steuerbefreiung für bis Ende 2020 zugelassene Elektroautos

Auch wenn prinzipiell eine Kfz-Steuer für Elektroautos anfällt, hat der Gesetzgeber einen steuerfreien Zeitraum von zehn Jahren festgelegt, der mit dem Tag der Zulassung beginnt. Diese Regelung geht auf das Regierungsprogramm Elektromobilität zurück, das die nachhaltige Mobilität fördern soll. Allerdings galt der Wegfall der Steuer ursprünglich lediglich für eine Zeitspanne von fünf Jahren. Die zehnjährige Steuerbefreiung betrifft nun jedoch alle zwischen dem 18. Mai 2011 und dem 31. Dezember 2020 erstmals zugelassenen E-Autos.

Gelten die steuerlichen Vergünstigungen auch für Hybridautos?

Neben rein batteriebetriebenen Elektroautos und Fahrzeugen mit wasserstoffbetriebener Brennstoffzelle bieten Automobilhersteller auch sogenannte Hybridautos an. Diese kombinieren den Elektroantrieb mit einem Verbrennungsmotor. Nach dem Kraftfahrzeugsteuergesetz gelten entsprechende Modelle jedoch nicht als Elektrofahrzeug, sodass Plug-in-Hybride nicht steuerlich begünstigt werden. In diese Kategorie fallen übrigens auch E-Autos, in denen ein Verbrennungsmotor als Reichweitenverlängerer fungiert (Range-Extender-Fahrzeug).

Steuerbefreiung auch für nachträglich zum E-Auto umgerüstete Fahrzeuge

Das seit Ende 2016 gültige Gesetz zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität im Straßenverkehr ermöglicht es auch Haltern eines zu einem reinen Elektrofahrzeug umgerüstetem Autos, steuerlich zu profitieren. Allerdings gibt es für die zehnjährige Steuerbefreiung Bedingungen. Einerseits berücksichtigt das Gesetz ausschließlich Fahrzeuge, die ursprünglich mit Fremd- oder Selbstzündungsmotoren ausgestattet waren. Andererseits muss die Umrüstung zu einem reinen E-Auto zwischen dem 18. Mai 2016 und dem 31. Dezember 2020 erfolgen oder erfolgt sein. Darüber hinaus besteht die Notwendigkeit, dass die für den Umbau verwendeten Teile über eine Allgemeine Betriebserlaubnis verfügen.

Das Datum der ursprünglichen Erstzulassung spielt für die Zulassungsbehörden dagegen keine Rolle. Die Steuerbefreiung beginnt mit dem Tag, an dem die zuständige Stelle die Voraussetzungen als erfüllt erachtet. Für gewöhnlich handelt es sich dabei um den Tag der Umrüstung.