Elektroauto laden: Diese Möglichkeiten gibt es

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Wer über die Anschaffung eines E-Autos nachdenkt, sollte wissen, welche Optionen bestehen, um das Elektroauto zu laden. Prinzipiell können Sie Elektrofahrzeuge sowohl zu Hause als auch unterwegs mit Energie betanken. Für Fahrzeughalter stellt sich daher die Frage, welche Lademöglichkeit für E-Autos sich im konkreten Einzelfall anbietet.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Wallbox ermöglicht es, das eigene Elektrofahrzeug sicher und schnell zu Hause zu laden.
  • Da gewöhnliche Haushaltssteckdosen nicht für eine derartig hohe Dauerbelastung konzipiert sind, sollten Sie diese nur im absoluten Notfall nutzen, um Ihr Elektroauto zu laden.
  • Den Akku des Fahrzeugs unterwegs aufzuladen, geht mittlerweile an mehr als 33.000 Ladepunkten, wobei zwischen gewöhnlichen (AC) und Schnelladesäulen (DC) zu unterscheiden ist.

Das Elektroauto zu Hause laden

Ein Elektroauto zu Hause zu laden, bietet sich aus mehreren Gründen an. Einerseits können Sie die Standzeit des Fahrzeugs nutzen, wenn Sie auf eine Wallbox zurückgreifen. Schließlich wird das Auto nachts in der Regel am Wohnort geparkt. Andererseits müssen Sie nicht erst zu einer E-Tankstelle fahren und dort warten, bis der Akku wieder voll ist.

Kann ich in jedem Haus ein Elektroauto laden?

Ob Sie Ihr Elektroauto zu Hause laden können, muss eine Fachkraft prüfen. Wandladestationen für Elektroautos benötigen nämlich einen Dreh- beziehungsweise Starkstromanschluss. In den meisten Haushalten ist ein solcher bereits vorhanden, um den Elektroherd mit Strom zu versorgen. Dennoch kann es passieren, dass der heimische Netzanschluss und der bisherige Stromzähler nicht ausreichen, denn jede Elektroinstallation muss den aktuellen Vorschriften entsprechen. Manchmal ist es daher notwendig, erst die geeigneten Voraussetzungen zu schaffen. Dies gilt ebenso für den Fall, dass noch kein Drehstromanschluss existiert.

Ist es möglich, ein Elektroauto an einer Steckdose zu laden?

Grundsätzlich können Sie den Akku eines Elektroautos auch an einer Haushaltssteckdose laden. Allerdings sollten Sie diese Option nur in Notfällen in Betracht ziehen, da gewöhnliche Steckdosen nicht für eine derartige Belastung über längere Zeiträume ausgelegt sind. Im schlimmsten Fall zieht eine Überlastung einen Kabelbrand nach sich. Außerdem verfügen Haushaltssteckdosen nur über eine sehr begrenzte Ladeleistung. Daher empfiehlt es sich, eine Wallbox installieren zu lassen.

Die wichtigsten Netzanschluss-Regeln

In der heutigen Zeit haben Wallboxen meist eine Ladeleistung von 11 oder 22 Kilowatt. Nach der VDE-AR-N 4100 („Technische Anschlussregeln Niederspannung“) müssen Sie Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit Bemessungsleistungen von mehr als 3,6 Kilowatt beim Netzbetreiber anmelden. Übersteigt die Ladeleistung 11 Kilowatt, benötigen Sie eine Genehmigung vom Netzbetreiber.

Gibt es Komplettangebote für Ladestationen und Autostrom?

Ja, es gibt Energielieferanten, die entsprechende Pakete anbieten. Teilweise umfassen die Ladelösungen der Stromanbieter auch die Installation der Wallbox. Um einen Zuschuss zu erhalten, müssen Sie jedoch einen Stromvertrag beim entsprechenden Versorger abschließen. Manchmal handelt es sich jedoch um Lockangebote, hinter denen sich letztlich ein teurer Tarif verbirgt. Daher gilt es, die Konditionen vor der Vertragsunterzeichnung sehr genau zu studieren.

Elektroauto zu Hause laden: Diese Möglichkeiten haben Sie als Mieter

Lange Zeit gestaltete es sich für Mieter sehr schwierig, zu Hause eine Wallbox installieren zu lassen. Dies hat sich durch das Wohnungseigentumsmodernisierungs-Gesetz (kurz WEMoG) geändert, welches Ende 2020 in Kraft trat. Laut dem Gesetzestext haben Mieter und Eigentümer fortan einen Anspruch darauf, eine Wandladestation auf eigene Kosten installieren zu lassen. Vermieter beziehungsweise die Eigentümer des Objekts besitzen hinsichtlich der Ausführung jedoch ein Mitspracherecht.

Das Elektroauto unterwegs laden

Es ist ebenso möglich, eine öffentlich zugängliche Ladestation zu nutzen, um die Batterie Ihres E-Fahrzeugs mit Strom zu befüllen. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft gibt es hierzulande bereits mehr als 33.000 öffentliche Ladepunkte (Stand: November 2020). Allerdings fällt die Abdeckung innerhalb einzelner Regionen (noch) sehr unterschiedlich aus.

Bei den meisten Tankstellen für Elektroautos handelt es sich um Ladesäulen mit Wechselspannung (AC). Diese besitzen eine Ladeleistung von bis zu 22 Kilowatt. Wesentlich kürzer dauert das Laden an sogenannten Schnellladesäulen. Diese laden das Auto mit Gleichstrom (DC) auf, was deutlich höhere Ladeleistungen ermöglicht.

Nutzung öffentlicher Ladestationen auch ohne Kundenvertrag möglich

Seit Mitte 2017 besteht für Betreiber von Ladesäulen die Verpflichtung, den Zugang auch ohne Vertragsbindung zu ermöglichen. Dies geschieht häufig mithilfe eines QR-Codes. Dieser leitet Sie auf eine Webseite weiter, welche die verschiedenen Zahlungsmethoden auflistet. Vertragskunden authentifizieren sich dagegen für gewöhnlich mit einer Ladekarte oder via App beziehungsweise SMS.

Wie erfolgt die Bezahlung an öffentlichen Ladestationen?

Wenn Sie eine öffentliche Ladesäule nutzen, um Ihr E-Auto oder Ihren Plug-in Hybriden zu laden, können Sie in der Regel direkt bezahlen. Je nach Ladestation funktioniert dies mit EC- und Kreditkarte, mit Bargeld oder via App. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, für die Bezahlung die Ladekarte eines Anbieters oder Netzwerks zu verwenden. In diesem Fall übermittelt die Ladesäule dem Betreiber der Karte alle notwendigen Daten, damit dieser Ihnen die Rechnung zukommen lassen kann.

Wie teuer ist der Ladevorgang an einer öffentlichen E-Tankstelle?

Welche Preise ein Ladesäulenbetreiber verlangt, legt er in Eigenregie fest. Es existieren unterschiedliche Abrechnungsmodelle. Oftmals richten sich die Kosten nach den geladenen Kilowattstunden oder der Dauer des Ladevorgangs. Bei manchen Anbietern hängt der Preis dagegen von beiden Faktoren ab. Tendenziell fallen bei der Nutzung von Schnellladesäulen höhere Kosten an als bei der Nutzung gewöhnlicher AC-Ladepunkte.

Benötige ich an öffentlichen Ladestationen ein eigenes Kabel?

Wechselstromladesäulen mit festem Anschlusskabel stellen eher eine Ausnahme dar. Daher rät es sich an, unterwegs immer ein eigenes Ladekabel dabeizuhaben. Schnellladesäulen sind dagegen fast immer mit einem Kabel ausgestattet.

Wie lange dauert das Laden eines E-Autos?

Wie viel Zeit Sie einplanen müssen, um Ihr Elektroauto zu laden, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt eine ganze Reihe von Faktoren, welche die Ladezeit beeinflussen. Dazu gehören vor allem:

  • Ladeleistung der Stromtankstelle
  • Ladeleistung des Elektrofahrzeugs
  • Akkukapazität und -stand
  • Art des genutzten Kabels

Bei einem BMW i3 liegt die nutzbare Akkukapazität beispielsweise bei 37,9 Kilowattstunden. Um einen leeren Akku auf 80 Prozent zu laden, benötigt eine gewöhnliche Haushaltsteckdose mehr als 15 Stunden. Eine Ladestation mit 11 Kilowatt Leistung schafft dies bereits in etwa vier Stunden. Wer das Elektroauto richtig schnell laden möchte und eine DC-Ladesäule nutzt, muss nur 40 Minuten warten.