E-Scooter mit Sitz

Seit Juni 2019 sind Elektroroller legal im deutschen Straßenverkehr unterwegs. Mittlerweile bieten zahlreiche Händler und Onlineshops auch sogenannte E-Scooter mit Sitz an. Solche Elektro-Roller versprechen eine noch komfortablere Beförderung und wecken daher nicht umsonst das Interesse vieler Konsumenten. Allerdings sollten Käufer eines solchen Rollers einige Dinge beachten.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Ausstattung und Leistung
  3. Alternative zum Auto
  4. Versicherung
  5. Weitere E-Scooter Themen

Das Wichtigste in Kürze

  • E-Scooter mit Sitz gelten je nach Geschwindigkeit entweder als Leichtmofa, Mofa oder Leichtkraftrad.
  • Für Elektroroller mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometer ist eine Mofa-Prüfbescheinigung erforderlich und für Modelle bis 45 Stundenkilometer ein Führerschein der Klasse AM.
  • Um öffentliche Straßen nutzen zu dürfen, benötigt ein E-Roller eine Betriebserlaubnis.
  • Der Gesetzgeber gestattet das Führen eines E-Scooters mit Sitz nur bei vorhandener Haftpflichtversicherung.

E-Scooter mit Sitz: Die Unterschiede zu Modellen ohne Sitzgelegenheit

E-Scooter mit Sitz unterscheiden sich optisch nur geringfügig von klassischen Elektrorollern. Daher gehen viele Nutzer davon aus, dass die zusätzliche Sitzmöglichkeit der einzige Unterschied zwischen beiden Fahrzeugen ist. Doch auch in Sachen Ausstattung und Leistung gibt es einige Differenzen zwischen den Scootern. Zwar vertreiben zahlreiche Händler E-Scooter mit Sitz auch als E-Roller, so ganz zutreffend ist die Bezeichnung jedoch nicht. Bei Elektrorollern mit Sitzgelegenheit handelt es sich nämlich nicht um Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne der entsprechenden Verordnung. Diese bezieht sich lediglich auf E-Scooter ohne Sitz sowie auf selbstbalancierende Fahrzeuge. Zu welcher Fahrzeugklasse die Elektroroller gehören, hängt von ihrer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit ab.

Leistung: Teilweise ein wesentlich höheres Tempo als normale E-Scooter

Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dürfen E-Scooter mit Sitz ein Tempo von 45 Stundenkilometern nicht überschreiten. Grundsätzlich unterscheidet der Gesetzgeber drei Typen von Elektrorollern. Die nachfolgende Tabelle zeigt, zu welcher Fahrzeugklasse E-Scooter mit Sitz je nach Höchstgeschwindigkeit gehören und welche Fahrerlaubnis notwendig ist:

Höchstgeschwindigkeit Fahrzeugklasse Erforderliche Fahrerlaubnis
20 Stundenkilometer Leichtmofa Mofa-Prüfbescheinigung
25 Stundenkilometer Mofa Mofa-Prüfbescheinigung
45 Stundenkilometer Leichtkraftrad Führerscheinklasse AM

Aus dieser Aufstellung ergibt sich ein weiterer Unterschied zu klassischen E-Scootern: Elektroroller ohne Sitz können bereits Jugendliche ab 14 Jahren führen. Eine Mofa-Prüfbescheinigung können sie dagegen erst ab 15 Jahren ablegen. Für den Erwerb des Führerscheins der Klasse AM ist ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben. Aufgrund der höheren Leistung besteht für E-Roller mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 20 Stundenkilometern zudem eine Helmpflicht.

Auch hinsichtlich der Reichweite unterscheiden sich die Elektrofahrzeuge. Im Vergleich mit normalen Ausführungen schafft ein E-Scooter mit Sitz je Akkuladung eine etwa doppelt so lange Strecke. Demzufolge halten günstige E-Roller etwa 20 bis 30 Kilometer mit einer Akkuladung durch, Premiummodelle sogar bis zu 100 Kilometer.

Ausstattung: Es gelten dieselben Mindeststandards

Sowohl herkömmliche Elektro-Tretroller als auch E-Scooter mit Sitz gelten laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Kraftfahrzeuge. Immerhin sind Nutzer beider Fahrzeuge motorisiert unterwegs. Um eine Straßenzulassung zu bekommen, müssen die Vehikel folglich eine gewisse Sicherheitsausstattung aufweisen. Zu dieser gehören unter anderem:

  • zwei Bremsen
  • Beleuchtung (Vorder- und Rücklicht)
  • Klingel
  • hinreichende mechanische Stabilität

Erhält der Nutzer eines Elektrorollers eine Betriebserlaubnis, erfüllt das Fahrzeug alle gesetzlichen Vorgaben für den Straßenverkehr. Ohne gültige Erlaubnis ist das Führen eines E-Scooters mit Sitz im öffentlichen Straßenverkehr nicht gestattet.

Einige hochpreisige Modelle besitzen einige Zusatz-Features, die sich im Straßenverkehr und für den Besitzer als nützlich erweisen können: Dazu zählen beispielsweise die Rückgewinnung von Energie beim Bremsen (intelligente Rekuperation), eine Reichweitenanzeige oder ein Korb zum Verstauen von Einkäufen.

Für wen eignen sich E-Scooter mit Sitz?

Elektroroller sind eine praktische Alternative zum Auto. Vor allem in Großstädten, wo die Wege in der Regel nicht allzu lang sind, bietet sich die Nutzung eines E-Scooters an. Das Fahrzeug ist nicht nur umweltschonender als ein Auto, sondern auch wesentlich günstiger im Unterhalt. Je nach Modell verbraucht ein E-Roller auf einer Strecke von 100 Kilometern Energie im Wert von maximal einem Euro. Da ein E-Scooter mit Sitz deutlich weniger Wartungsarbeiten erfordert als ein Auto, können Besitzer eines Elektrorollers auch in diesem Bereich sparen.

Zulassung von Elektrorollern: Haftpflicht ist vorgeschrieben

Ähnlich wie bei normalen E-Scootern benötigen auch Modelle mit Sitz eine Haftpflichtversicherung, um legal auf deutschen Straßen fahren zu dürfen. Sobald der Fahrzeughalter das Fahrzeug versichert hat, erhält er ein Versicherungskennzeichen, das er hinten am E-Roller anbringt. Eine Haftpflichtversicherung für E-Scooter kostet pro Jahr etwa 60 bis 80 Euro. Wer ohne gültige Versicherung am Straßenverkehr teilnimmt, verhält sich gesetzeswidrig und muss mit einer Geldstrafe rechnen.

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