ZÜRS: Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen

Von dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (kurz ZÜRS) haben die meisten Verbraucher bisher wahrscheinlich noch nichts gehört. Dabei ist das System in der Versicherungswirtschaft ein wichtiger Standard. Relevant ist ZÜRS insbesondere für manche Produkte von Gebäude- und Hausratsversicherungen, wie etwa die Deckung von Elementarschäden.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Was ist ZÜRS und wozu dient es?
  3. Verschiedene Zonen
  4. ZÜRS und Wohngebäudeversicherung
  5. Überschwemmungsrisiko herausfinden
  6. Auch Daten zum Starkregenrisiko verfügbar
  7. Vewandte Themen
  8. Weiterführende Links
  9. Wohngebaeudeversicherungen vergleichen

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen ermöglicht Versicherungen die Einschätzung des Hochwasserrisikos für eine bestimmte Adresse.
  • ZÜRS umfasst Daten zu mehr als 22 Millionen Adressen.
  • Das System ordnet jedes Gebiet in eine der vier ZÜRS-Zonen ein, wobei das Überschwemmungsrisiko in der Gefährdungsklasse 1 sehr niedrig und in der Gefährdungsklasse 4 sehr hoch ausfällt.
  • Die ZÜRS-Zone hat einerseits einen Einfluss darauf, ob der Versicherer Elementarschäden überhaupt in das Leistungsspektrum des Tarifs aufnimmt und sie bedingt andererseits die Beitragshöhe.

Was ist ZÜRS und wozu dient es?

Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen wurde im Jahr 2001 vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) eingeführt. ZÜRS fasst versicherungsrelevante Geodaten zusammen und ermöglicht die Einschätzung des Überschwemmungsrisikos sowie weiterer Naturgefahren. Schließlich sind hierzulande nicht alle Häuser in gleichem Maße hochwassergefährdet. Folglich stellt das System die Basis für eine objektive Risikobewertung und die darauf basierende Kalkulation der Versicherungsprämie dar.

ZÜRS setzt sich aus Online-Anwendungen, Offline-Daten sowie Karten- und Analysediensten zusammen. Das Geoinformationssystem stellt Daten für mehr als 22 Millionen Adressen zur Verfügung. Infolgedessen lassen sich die Umweltrisiken für jeden beliebigen Standort in Deutschland einschätzen.

Welche ZÜRS-Zonen gibt es?

Insgesamt existieren vier ZÜRS-Zonen, in die die Versicherer Gebäude einordnen. Dabei steht die Gefährdungsklasse 1 für ein sehr geringes Überschwemmungsrisiko und die Gefährdungsklasse 4 für eine hohe Gefährdung, wobei die Staffelung auf der statistischen Wahrscheinlichkeit einer Überschwemmung basiert:

  • Gefährdungsklasse 1: Hochwasser tritt nach derzeitiger Datenlage wahrscheinlich nicht auf.
  • Gefährdungsklasse 2: Hochwasser tritt seltener als ein Mal in 100 Jahren auf.
  • Gefährdungsklasse 3: Hochwasser tritt durchschnittlich ein Mal in 10 bis 100 Jahren auf.
  • Gefährdungsklasse 4: Hochwasser tritt mindestens ein Mal in 10 Jahren auf.

Folglich gilt: Je höher das Überschwemmungsrisiko, desto höher die Zone. Mehr als 90 Prozent aller Adressen liegen in der Gefährdungsklasse 1. Knapp 6 Prozent aller Immobilien zählen zur Gefährdungsklasse 2, wobei diese Kategorie auch von einem Deich geschützte Objekte beinhaltet. Etwa ein Prozent der Häuser ordnen die Versicherungsgesellschaften in die Gefährdungsklasse 3 ein und lediglich ein halbes Prozent aller Adressen in Klasse 4. Der Anteil der Immobilien mit hohem Hochwasserrisiko ist demnach sehr gering.

Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen berücksichtigt auch Gebäude in der sogenannten Bachzone. Dabei handelt es sich um Bauten, deren Entfernung zu einem Bach weniger als 100 Meter beträgt. Die Daten sind von Bedeutung, da die Versicherer bei größeren Überschwemmungen insbesondere in der Bachzone mit nennenswerten Schäden rechnen. Die entsprechenden Informationen zeigt das System zusätzlich zur ZÜRS-Zone an.

Wie werden die ZÜRS-Gefährdungsklassen ermittelt?

In welche ZÜRS-Zone die Versicherung ein Gebäude einordnet, hängt einzig und allein von der statistischen Hochwasserhäufigkeit ab. Dazu zieht das System jedes Jahr die Überschwemmungsdaten sämtlicher Wasserwirtschaftsämter heran und integriert sie in regelmäßigen Abständen in das Portal. Das Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen zeichnet sich sowohl durch seine hochwertige Datenaufbereitung als auch durch die hohe Genauigkeit und Aktualität der Datensätze aus. Darüber hinaus ist es auf dem Markt das einzige System seiner Art.

Welchen Einfluss haben die ZÜRS-Zonen auf die Wohngebäudeversicherung?

In welcher ZÜRS-Zone Sie wohnen, beeinflusst die Versicherungskosten für den Elementarschadenschutz in der Wohngebäudeversicherung. Wessen Haus sich in einem Gebiet mit hohem Gefahrenpotenzial befindet, der muss mit einem erheblichen Risikozuschlag rechnen. Allerdings profitieren Sie bei einer Einordnung in die Gefährdungsklasse 1 auch von niedrigeren Beiträgen. Die Einordnung entscheidet überdies darüber, ob Ihnen die Option der Elementarschadendeckung überhaupt zur Verfügung steht. Schließlich ist es den Versicherern überlassen, bis zu welchem Risiko sie eine Immobilie gegen Elementarschäden versichern. Einige Gesellschaften schließen beispielsweise Gebäude der Gefährdungsklasse 4 aus. Manche Anbieter verweigern die Versicherung bereits bei Klasse 3.

Das Überschwemmungsrisiko der eigenen Immobilie herausfinden

Mittlerweile stellt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft die Daten aus dem Zonierungssystem für Überschwemmung, Rückstau und Starkregen über ein Online-Portal auch der Öffentlichkeit zur Verfügung. Dies ermöglicht es Eigentümern, selbst nachzuschauen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer Überschwemmung in ihrem Gebiet ist. Des Weiteren stehen Daten zum Risiko von Blitzschlägen, Erdbeben sowie Sturm- und Hagelschäden zur Verfügung. Sie können online beim Versicherungsverband prüfen, ob Ihre Wohnung oder Ihr Haus von Naturgefahren betroffen ist, indem Sie Ihre Adresse beim Naturgefahren-Check eingeben.

Auch Daten zum Starkregenrisiko verfügbar

ZÜRS zeigt auch an, wie hoch das Risiko einer Immobilie ist, durch Starkregen beschädigt zu werden. Das Risiko wird in drei Starkregengefährdungsklassen (SGK) unterteilt:

  • SGK 1 (geringere Gefährdung) umfasst Gebäude auf einer Kuppe oder oberhalb eines Hangs.
  • SGK 2 (mittlere Gefährdung) umfasst Gebäude, die in der Ebene oder im unteren beziehungsweise mittleren Bereich eines Hangs, aber nicht in Bach-Nähe liegen.
  • SGK 3 (hohe Gefährdung) betrifft Gebäude im Tal oder in der Nähe eines Bachs.

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