DIW: Ausstieg aus Kohle und Atom auf lange Sicht möglich

08.06.2010 | 09:26

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Berlin - Nach Einschätzung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ist auf lange Sicht die Stromversorgung in Deutschland ohne Kohle und Atom möglich. Voraussetzung dafür sei die Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken, damit keine neuen Kohlekraftwerke gebaut werden müssten. Dies sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert am Montag. Außerdem dürfe die Förderung erneuerbarer Energien nicht stärker gekürzt oder ganz aufgegeben werden.

Bis 2020 könne die Stromerzeugung zu gut einem Drittel auf erneuerbare Energien umgestellt werden, ohne die Rechnung der Verbraucher zu sehr zu belasten. Derzeit liegt ihr Anteil bei 16 Prozent. Wichtigster Energieträger ist nach Branchendaten die Braunkohle mit einem Anteil von 24 Prozent. Es folgen Atomkraft mit 23 Prozent und Steinkohle mit 18 Prozent. 13 Prozent des Stroms werden in Deutschland mit Erdgas erzeugt.

Um die Kosten für Privathaushalte gering zu halten, sollten Ausnahmen für Großverbraucher bei der Finanzierung der Öko-Energien aufgehoben werden, sagte Kemfert.