Für wen ist eine stationäre Zusatzversicherung sinnvoll?

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Das deutsche Gesundheitssystem gilt weltweit als eines der besten, auch in Krankenhäusern. Dennoch lohnt sich die Überlegung, ob eine stationäre Zusatzversicherung nicht doch sinnvoll ist. Erfreulicherweise gehören Fünf- oder Sechsbettzimmer im Krankenhaus hierzulande der Vergangenheit an. Dennoch gibt es teilweise deutliche Unterschiede in den Leistungen der Krankenkassen und einer privaten Krankenhauszusatzversicherung. Worauf muss oder sollte man vor dem Abschluss einer solchen Police achten? Wir zeigen die wichtigsten Punkte auf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die private Krankenhauszusatzversicherung bietet dem Patienten die Leistungen eines Privatpatienten.
  • Grundpfeiler sind die Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer sowie die Behandlung durch den Chefarzt.
  • Immer mehr Versicherer verzichten auf die allgemeinen Wartezeiten.
  • Mit dem Verivox Versicherungsvergleich vergleichen Sie mit wenigen Klicks verschiedene Angebote.

Was ist eine stationäre Zusatzversicherung?

Diese Versicherung ist ausschließlich für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherungen erhältlich. Sie ermöglicht der versicherten Person die Behandlung als Privatpatient bei einer stationären Behandlung. Je nach Tarif sind darin eingeschlossen:

  • Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer
  • Chefarztbehandlung
  • Garantiert freie Krankenhauswahl
  • Krankentransport in das Krankenhaus der Wahl

Unstrittig ist, dass gerade bei einem stationären Aufenthalt der „Wohlfühlaspekt“ viel zu einer schnellen Genesung beitragen kann.

Für wen lohnt sich eine stationäre Zusatzversicherung?

Die Antwort auf diese Frage fällt sehr subjektiv aus. Eine stationäre Zusatzversicherung lohnt sich für jeden, der im Krankenhaus Wert darauf legt, vom Chefarzt behandelt und betreut zu werden und für den es wichtig ist, in einem Einbettzimmer oder Zweibettzimmer untergebracht zu sein. Gerade nach einer schweren Operation oder Erkrankung ist es nicht jedermanns Sache, in einem Vierbettzimmer zu liegen und zur Hauptbesuchszeit zahlreiche Besucher seiner Leidensgenossen um sich herum zu haben.

Wer das Krankenzimmer mit einem anderen Patienten teilt, der beispielsweise schnarcht, hat unter Umständen mangels Schlafs einen etwas schwierigeren Genesungsprozess.

Welche Leistungen bietet eine richtig gute stationäre Zusatzversicherung?

Die Basisleistungen haben wir erwähnt – Chefarztbehandlung und mindestens Zweibettzimmer. Aber Versicherungen unterscheiden sich im Kleingedruckten, so auch bei Krankenhauszusatzversicherungen.

  • Chefarztbehandlung auch bei stationären Maßnahmen
  • Keine Honorarbeschränkung für Chefarztbehandlung (häufig nur maximal der 3,5fache Satz der Gebührenordnung Ärzte (GOÄ))
  • Vor- und Nachbehandlung durch Chefarzt
  • Zusätzliches Tagegeld bei Verzicht auf Chefarztbehandlung
  • Zusätzliches Tagegeld bei Verzicht auf Einbettzimmer
  • Keine Wartezeit
  • Anfängliche Vertragsdauer möglichst nur ein Jahr

Hinsichtlich der Wartezeit gilt bei einigen Versicherern, dass sie in den ersten Monaten ab Vertragsbeginn außer bei Unfall keine Kostenübernahme gewähren. Abweichend von dieser „allgemeinen Wartezeit“ gilt bei Schwangerschaften eine „besondere Wartezeit“ von acht Monaten.

Welche Optionen gibt es außerdem?

Im Kleingedruckten finden sich häufig noch weitere Aspekte, die beachtenswert sind. Einige Versicherer erstatten die Krankenhausgebühr. Diese beträgt zehn Euro am Tag für die ersten zwei Wochen. Während einige Anbieter auch die Kosten für Kur, Reha oder Privatklinik übernehmen, lehnen andere Gesellschaften dies ab. In Bezug auf Privatkliniken schränken manche Anbieter ein, dass sie nur den privaten Anteil der Kosten übernehmen, nicht den Teil, der in einem öffentlichen Krankenhaus von der Krankenkasse übernommen wird.

Wer sich viel im Ausland aufhält, sollte prüfen, wie es mit der Kostenübernahme einerseits in Europa, andererseits weltweit gestaltet ist. Die weltweite Geltungsdauer ist häufig zeitlich auf drei oder sechs Monate befristet.

Spielen Vorerkrankungen eine Rolle?

Vorerkrankungen stellen ein enormes Risiko für den Versicherer und damit für die Versichertengemeinschaft dar. Natürlich wollen die Gesellschaften die Prämien aus Wettbewerbsgründen so niedrig wie möglich halten. Dies ist aber nicht möglich, wenn sie zu viele hohe Risiken „einkaufen“. Vorerkrankungen können zu einer überdurchschnittlichen Häufung an Krankenhausaufenthalten führen und damit die Kostenquote nach oben treiben.

Vor diesem Hintergrund sind die Gesundheitsfragen zentraler Bestandteil des Antrags. Natürlich werden nicht alle Vorerkrankungen gleich gewichtet. Dennoch ist es zwingend erforderlich, korrekte Angaben zu machen. Andernfalls kann der Versicherer den Vertrag rückwirkend auflösen und es droht eine Anzeige wegen Betrugs.

Hatte die zu versichernde Person gravierende Vorerkrankungen, gibt es drei Möglichkeiten:

  • Der Versicherer lehnt den Antrag ab.
  • Die Versicherungsgesellschaft bietet einen Leistungsausschluss an für alle Folgekrankheiten, die mit einer Vorerkrankung in Verbindung stehen.
  • Der Versicherer erhebt einen Risikozuschlag.

Die dritte Lösung ist die eindeutig bessere. Punkt zwei schließt nie aus, dass Verbindungen zwischen zwei Krankheitsbildern hergestellt werden können, die auf den ersten Blick nicht möglich zu sein scheinen.

Wie finde ich eine gute Krankenhauszusatzversicherung?

Das Angebot an stationären Zusatzversicherungen ist für den Laien auf den ersten Blick nicht überschaubar. Jeden Versicherer im Internet aufzurufen und die Leistungen zu vergleichen, ist nicht möglich. Am einfachsten geht es mit dem Krankenhauszusatzversicherungsvergleich von Verivox.

Interessenten geben nur ein, dass sie gesetzlich krankenversichert sind und ihr Geburtsdatum. Mit dem Filter kann der Kreis der Anbieter jetzt eingegrenzt werden. Im ersten Schritt kann der Interessent eine Auswahl zu den Leistungen treffen. Es stehen

  • Premium
  • Komfort
  • Basis oder
  • „alle anzeigen“

zur Auswahl.

Der nächste Filter zeigt die Wahlmöglichkeiten für „Nur 1-Bettzimmer“, „stabile Beiträge im Alter“ und „ohne Wartezeit“ an.

„Stabile Beiträge im Alter“ ist eine Besonderheit. Üblicherweise setzt sich die Prämie für eine Krankenversicherung aus zwei Teilen zusammen. Ein Teil wird für den aktuellen Leistungsbedarf verwendet. Der andere Teil wird den Altersrückstellungen zugeführt. Üblicherweise steigen die Kosten für medizinische Heilbehandlung mit dem fortschreitenden Alter. Dies bedeutet aber auch, dass die Beiträge steigen müssten. Die Altersrückstellungen fangen dies auf. Dieser zweite Baustein verteuert jedoch den Monatsbeitrag von Beginn an.

Die neue Tarifgeneration bei stationären Zusatzversicherungen verzichtet auf die Altersrückstellungen. Die Beiträge fallen von Anfang an geringer aus. Allerdings muss der Beitragszahler damit rechnen, dass sie im Laufe der Jahre ansteigen. Mit dem Filter „stabile Beiträge im Alter“ werden die Tarife ausgewählt, die nach wie vor auf Altersrückstellungen setzen.

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