Nabucco-Pipeline soll auch iranisches Gas aufnehmen

27.12.2007

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Berlin (dpa) - Die Organisatoren der geplanten Nabucco-Pipeline rechnen damit, dass diese ab 2017 auch iranisches Gas transportieren kann. "Für die ersten Lieferungen ab 2012 setzen wir auf Aserbaidschan", sagte Reinhard Mitschek, Geschäftsführer des Nabucco-Konsortiums, dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Später könnte Gas aus den zentralasiatischen Ländern Turkmenistan und Kasachstan hinzukommen. "In einem nächsten Schritt um 2017 sind Lieferungen aus Iran, Irak und Ägypten nicht auszuschließen", sagte Mitschek.

Das milliardenschwere Projekt soll vor allem Gaslieferungen vom Kaspischen Meer nach Mitteleuropa ermöglichen. Eine Beteiligung Irans ist politisch heikel, weil derzeit im Atomstreit über weitere Wirtschaftssanktionen gegen das Land beraten wird.

Mitschek wandte sich gegen den Eindruck, das Nabucco-Projekt sei eine Konkurrenz zu der umstrittenen Gaspipeline durch die Ostsee. "Nabucco ist kein antirussisches Projekt. Es wird russische Gaslieferungen nicht ersetzen, sondern ergänzen", sagte er der Zeitung. "Deswegen ist russisches Gas auch für Nabucco willkommen." Einige europäische Politiker sehen das Milliardenprojekt aber als Chance, die wachsende Energieabhängigkeit von Russland zu verringern. Auch der deutsche Energiekonzern RWE will sich als sechster Partner dem Nabucco-Konsortium anschließen.