Gasversorger geizen mit Preissenkungen

Heidelberg. Seit Monaten freuen sich Autofahrer und Heizölkunden über sinkende Energiepreise. Doch für Gaskunden bleibt im neuen Jahr erst einmal alles beim Alten: Die meisten Anbieter halten sich mit Preissenkungen zurück. Das hat eine Analyse des unabhängigen Verbraucherportals Verivox ergeben. Das Sparpotenzial ist dennoch gestiegen.

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Bild: Heizungsregler mit Taschenrechner Bild: ©Digitalpress/fotolia.com / Text: Verivox

Nicht einmal jeder zehnte Versorger senkt die Preise

Die Mehrheit der Versorger hält ihre Preise zum Jahreswechsel stabil. Zehn Anbieter wollen ihre Gaspreise um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöhen. 62 der über 700 Gas-Grundversorger in Deutschland haben zum 1. Januar 2015 Preissenkungen von im Schnitt 5,1 Prozent angekündigt. Das ist nicht einmal jeder zehnte Versorger. Für einen Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 20.000 kWh bedeuten die angekündigten Preissenkungen eine Entlastung von durchschnittlich 77 Euro jährlich.

Große regionale Preisunterschiede

Die Preise für Gas unterscheiden sich von Region zu Region deutlich. Während ein Haushalt in Hamburg für einen Jahresverbrauch von 20.000 kWh derzeit durchschnittlich 1.153 Euro bezahlt, müssen Saarländer erheblich tiefer in die Tasche greifen: 1.444 Euro kostet hier die gleiche Menge Gas pro Jahr.

Ein hohes Preisniveau findet sich auch in den neuen Bundesländern: In Sachsen-Anhalt werden durchschnittlich 1.391 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern 1.354 Euro und in Thüringen 1.344 Euro fällig. Über verhältnismäßig günstige Preise können sich Verbraucher in den Stadtstaaten Berlin (1.172 Euro) und Bremen (1.231 Euro) freuen.

Anbieterwechsel lohnt sich

„Anders als bei Heizöl und Benzin sind die Preise für Erdgas nicht mehr so stark an die Entwicklung der Ölmärkte gekoppelt“, sagt Jan Lengerke, Mitglied der Geschäftsleitung bei Verivox. „Für Verbraucher ist es deshalb unerheblich, ob die Ölpreise steigen oder fallen: Sie können mit einem Wechsel des Gasanbieters jederzeit von günstigen Angeboten profitieren und sparen.“

Die Preisunterschiede zwischen den Anbietern sind enorm. Wer noch nie gewechselt hat und das günstigste verfügbare Angebot (ohne Vorauskasse) wählt, kann bei einem Verbrauch von 20.000 kWh derzeit durchschnittlich 466 Euro pro Jahr einsparen. Noch vor sechs Jahren betrug die Ersparnis lediglich 212 Euro.

„Es lohnt sich, die Preise genau zu vergleichen. Gleichzeitig können sich Verbraucher mit einer Preisgarantie vor steigenden Preisen schützen“, rät Jan Lengerke.

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