Der Wechsel, zu früheren Zeiten ein gerade bei Geschäftsleuten beliebtes Zahlungsmittel, hat stark an Popularität verloren. Grund ist die aufwendige Handhabung. Der Wechsel selbst basiert auf einer Urkunde, deren Gültigkeit davon abhängig ist, dass sie formal den Vorschriften des Paragrafen 1 Wechselgesetz (WG) entspricht.

Inhalt dieser Seite
  1. Das Wichtigste in Kürze
  2. Der Wechselkredit – die aufgeschobene Zahlung
  3. Anwendung des Wechselkredites
  4. Die häufigsten Arten der Wechsel
  5. Die Übertragung eines Wechsels
  6. Verwandte Themen
  7. Weiterführende Links
  8. Jetzt Kreditvergleich starten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Wechsel kombiniert die Eigenschaften eines Zahlungsmittels mit den Kriterien eines Kredites.
  • Ein Wechsel ist ein Orderpapier, das heißt, der Begünstigte (Wechselnehmer) ist immer namentlich auf dem Wechsel aufgeführt.
  • Eine Weitergabe kann deshalb nur durch Indossament – den Eintrag des nächsten Begünstigten auf der Rückseite der Urkunde – oder Abtretung erfolgen.
  • Da Wechsel nicht maschinenlesbar sind, werden sie inzwischen nur noch selten ausgestellt.

Der Wechselkredit – die aufgeschobene Zahlung

Die gesetzlichen Bestandteile eines Wechsels sind im § 1 WG festgehalten:

  • Ausstellungsort und Ausstellungsdatum
  • Der Begriff „Wechsel“ muss in der Ausstellungssprache auf dem Dokument vermerkt sein.
  • Name des Wechselnehmers (des Begünstigten)
  • Die unbedingte Zahlungsanweisung einer bestimmten Summe
  • Zahlungsort
  • Name des Bezogenen (Wechselgebers)
  • Unterschrift des Bezogenen
  • Datum der Fälligkeit

Ein Wechsel stellt faktisch immer ein Darlehen dar, weil das Datum der Fälligkeit vom Datum der Ausstellung in die Zukunft gesehen abweicht. Für diesen Zeitraum räumt also der Begünstigte dem Bezogenen faktisch einen Wechselkredit ein.

Die Handhabung der Auszahlung aus einem Wechsel ist extrem streng. Der Bezogene muss die Summe am Tag der Fälligkeit zahlen. Ein geplatzter Wechsel (wenn der Bezogene bei Fälligkeit nicht zahlen kann) wird bei Gericht als „Feriensache“ gehandhabt. Dies macht die Brisanz eines Wechselkredites deutlich.

Anwendung des Wechselkredites

Heute werden Wechsel kaum noch zur Bezahlung von Lieferantenrechnungen genutzt, finden aber im Auslandsgeschäft immer noch Verwendung. Obwohl der Wechsel als solches durchaus Vorteile bietet, rückte er mangels „Maschinenfähigkeit“ immer mehr in den Hintergrund. Die Bearbeitung von Wechseln seitens der Banken ist extrem personalintensiv. Die Handhabung eines Wechsels und seine praktischen Vorzüge sollen an einem Beispiel verdeutlicht werden:

Kaufmann A bezieht von Kaufmann B eine Warenlieferung und stellt einen 90-Tageswechsel aus. Kaufmann B schuldet wiederum Kaufmann C eine bestimmte Summe. Mittels Indossament, dem Eintrag des Namens von C auf der Rückseite des Wechsels tritt B nun seine Forderung gegenüber A an C ab. Kaufmann C hält nun ein Orderpapier in den Händen, welches ihm zusichert, dass er den Betrag, den B ihm schuldet, an einem festgelegten Tag von A erhält.

Die häufigsten Arten der Wechsel

Für einen Wechselkredit gibt es unterschiedliche Ausprägungen.

  • Das Akzept ist der häufigste angewendete Wechsel. Er trägt die Unterschrift des Bezogenen, die ebenfalls als Akzept bezeichnet wird.
  • Der Sichtwechsel wird bei Sicht, also bei Vorlage fällig.
  • Der Tagwechsel ist auf ein bestimmtes Fälligkeitsdatum ausgestellt und muss an diesem Tag beglichen werden.
  • Der Nachsichtwechsel kommt innerhalb einer bestimmten Frist nach der Vorlage beim Schuldner oder der Zahlstelle zur Auszahlung.
  • Der Datowechsel wird nach Ablauf einer bestimmten Frist nach Ausstellung fällig.

Weiterhin gilt die Unterscheidung zwischen Finanzwechsel und Handelswechsel. Der Erste dient der Finanzierung eines Geldgeschäftes, dem Zweiten liegt die Lieferung einer Ware oder die Ausübung einer Dienstleistung zugrunde.

Die Übertragung eines Wechsels

Für die Übertragung eines Wechsels existieren zwei Möglichkeiten. Bei der einen handelt es sich, wie bereits erwähnt, um den Übertrag mittels Indossament. In diesem Fall muss die Urkunde den Vermerk „für mich an die Order von …“ sowie die Unterschrift des Weitergebenden tragen. Das Indossament legitimiert den Inhaber dazu, den Wechsel losgelöst von einer tatsächlichen Forderung einzulösen. Der Weitergebende, der Indossant, haftet für die Einlösung, kann diese Haftung aber eingrenzen oder ausschließen (Angstindossament).

Die zweite Möglichkeit, einen Wechsel zu übertragen, bietet die Zession, die Abtretung. Diese birgt allerdings Nachteile bei einem Wechselkredit. Der Abtretende haftet nur gegenüber der Person, an die der Wechsel abgetreten wurde. Nachfolgende Wechselinhaber haben gegen ihn keinen Anspruch, falls es nicht zur Einlösung kommt. Im Gegensatz zu einem Übertrag gegen Indossament kann die Forderung bei einer Zession nicht gutgläubig erfolgen, es muss immer eine Begründung vorliegen.

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