Ratenkredit: Beamte zahlen weniger Zinsen

17.09.2021 | 13:59

Bildquelle: ©Adobe Stock / Text: Verivox

Kreditnehmer mit Beamtenstatus sind bei Banken besonders beliebt. Laut einer aktuellen Verivox-Studie erhalten Staatsdiener mit über 90 Prozent fast immer ein Kreditangebot und profitieren gleichzeitig von günstigeren Konditionen. Im Schnitt zahlen Beamte für ihren Ratenkredit 17 Prozent weniger Zinsen als übrige Kreditinteressenten. Dabei nehmen sie 3.800 Euro höhere Kreditsummen auf. In die Studie flossen alle Ratenkredite ein, die im vergangenen Jahr über Verivox abgeschlossen wurden.

Beamte sparen 17 Prozent Zinskosten

Im Mittel erhalten Beamte ihren Kredit zum effektiven Jahreszins von 2,49 Prozent, während Kreditnehmer ohne Beamtenstatus 2,99 Prozent Zinsen zahlen. Damit sind Kredite für Beamte 17 Prozent günstiger. Bei einem Musterkredit über 20.000 Euro mit fünf Jahren Laufzeit entspräche das einer Zinsersparnis von 259 Euro. Ausgewertet wurde der sogenannte Median-Zins. Die Hälfte der Kreditnehmer erhält diesen oder einen günstigeren Zinssatz.

Kreditzusage bei Beamten fast immer positiv

Staatsdiener zahlen aber nicht nur weniger Zinsen, sie erhalten auch häufiger eine Kreditzusage: Über 90 Prozent aller Beamten, die über Verivox einen Kredit anfragen, erhalten mindestens ein Finanzierungsangebot von einer Bank. Unter den übrigen Kreditinteressenten liegt diese Quote bei 68 Prozent. „Anders als andere Beschäftigte sind Beamte kaum von Einkommenseinbußen und Jobverlust bedroht. Davon profitieren Sie bei der Kreditprüfung“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH. „Aus Sicht der Banken ist bei Beamten das Risiko geringer, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Sie können günstigere Konditionen anbieten und erteilen häufiger eine Finanzierungszusage.“

Staatsdiener leihen sich mehr Geld

19.824 Euro – so hoch ist der durchschnittliche Ratenkredit, den Beamte über Verivox abschließen. Bei den übrigen Kreditnehmern ist die Kreditsumme 3.778 Euro niedriger. Ursache für die Unterschiede bei der Kredithöhe ist das deutliche Einkommensgefälle, denn wer gut verdient, kann auch höhere Kredite finanzieren. In der Verivox-Studie war das durchschnittliche Nettoeinkommen bei Beamten rund 1.100 Euro höher als bei den übrigen Kreditnehmern. Allerdings müssen Staatsdiener davon noch ihren Anteil an der Krankenversicherung bezahlen. Bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern sind sämtliche Sozialabgaben bei Auszahlung ihres Gehalts schon abgeführt.

Top-Zinsen mit Kreditvergleich sichern

„Auch unabhängig vom Beamtenstatus können sich Verbraucherinnen und Verbraucher sehr günstige Zinsen sichern“, sagt Oliver Maier. „Das A und O ist ein gründlicher Anbietervergleich vor dem Kreditabschluss.“ Laut Bundesbank zahlen Kreditnehmer im bundesweiten Schnitt derzeit 5,55 Prozent Zinsen. Bei diesen Konditionen belaufen sich die Zinskosten für einen Kredit von 20.000 Euro mit 5 Jahren Laufzeit auf 2.874 Euro. Bei Verivox zahlen Kreditnehmer ohne Beamtenstatus im Mittel nur 2,99 Prozent. Damit ist ihr Kredit zwar 259 Euro teurer als bei Beamten, doch im Vergleich zum deutschen Durchschnittszins würden sie immer noch 1.338 Euro sparen. Wer den Kredit zusammen mit einer weiteren Person aufnimmt, kann die Kosten noch stärker senken. „Ein zweiter Kreditnehmer mit eigenem Einkommen verbessert die Kreditwürdigkeit, denn beide stehen gemeinschaftlich für den Kredit ein“, erklärt Oliver Maier. „Wer seinen Ratenkredit zu zweit abschließt, zahlt im Schnitt ein Fünftel weniger Zinsen als Kunden, die ihr Darlehen allein aufnehmen.“

Methodik

Für die Studie wurden alle Ratenkredite ausgewertet, die von Juli 2020 bis einschließlich Juni 2021 über Verivox abgeschlossen wurden.